Das iPad als neue Plattform für digitale Inhalte

iPad-Magazine sind die Zukunft - Allgator Digital Magazines Inc.
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Eine kurze Zeitreise der Medien zeigt, dass die heutige Datenflut neue Plattformen erfordert. Das iPad und Publishing Tools bieten attraktive Lösungen.

Am Anfang war das Buch – davor war die Schrift und davor die Sprache. Wir schreiben das Jahr 1450, in dem Johannes Gutenberg der Satz und Druck von Büchern mit Hilfe einer Druckmaschine gelang. Bedrucktes Papier konnte seitdem kostengünstiger, schneller und massenhaft hergestellt werden. Zuerst in Deutschland, dann in Europa und schließlich in der ganzen Welt. Immer mehr Menschen kamen so in den Genuss von Texten, die Alphabetisierung der Menschheit schritt voran. Mit dem Lesen veränderte sich auch das Denken und das Wissen. Der kanadische Philosoph Marshall McLuhan sprach vom Buch als neuem Leitmedium. 1967 prägte er den Satz "The Medium is the Message" und beschrieb damit die weitreichenden Folgen, die das Buch auf die Wahrnehmung und Entwicklungen in der Welt hatte.

Das Internet als größte Errungenschaft des Informationszeitalters

Auf die Erfindung der Druckkunst folgte das elektronische Zeitalter. Die ersten Straßen wurden von Telegraphenmasten und Telefonleitungen lankiert. Information wurde beschleunigt. Dann kam das Radio und später das Fernsehen und die Welt wurde zum globalen Dorf. Nähe wurde hergestellt, wenn gleich auch nur als Illusion, dabei zu sein. Dann trat der Personal Computer seinen Siegeszug in den Büros und auf den Schreibtischen der Menschen an. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderst kam eine kleine Forschergruppe aus Massachusetts auf die Idee, mehrere Computer-Netze miteinander zu verbinden. Tim Berners-Lee erfand HTML, die Sprache, mit der sich Informationen miteinander vernetzen lassen. Das World Wide Web war geboren.

Geburtsfehler des Internets

Bis heute gilt das Internet als größte Errungenschaft des Informationszeitalters – seit Gutenberg. Allerdings wurde das Internet lange Zeit von den meisten Menschen passiv genutzt. Daran hat sich bis heute – trotz Web 2.0 – nicht viel geändert. Das Internet ist das kollektive Gedächtnis der Menschheit. (Fast) alle Informationen sind kostenlos. Versuche, breitflächige Bezahlinhalte durchzusetzen, waren im Fernsehen bereits grandios gescheitert. Das gleiche Schicksal traf das Internet. Die Online-Angebote von Zeitungen und Magazinen sind bis heute ein reines Zuschussgeschäft. Kai Diekmann, Chefredakteur der größten deutschen Boulevard-Zeitung, spricht von einem "Geburtsfehler" des Internet.

Web 2.0

"Der Schlüssel zu eleganten Organisationen einzelner Personen oder Gruppen – der Schlüssel zu allen Plattformen – besteht darin", so der Journalist Jeff Javis, "anderen die Möglichkeit zu geben, dieses Instrument so zu nutzen, wie sie es möchten." So genannte Social Software erweiterte die Anwendungspalette des Einzelnen. Jedermann könnte seitdem fremde und eigene Inhalte ins Netz stellen, ohne technisches Spezialwissen. Mit Social Media sind neue Plattformen entstanden. Sie ermöglichen ein höheres Maß an Funktionalität und Wertschöpfung und ziehen Tag für Tag neue Benutzer an. Damit geht ein Bedeutungsverlust klassischer Medien einher. Waren sie es doch bisher, die entschieden, über welche Themen die Leser, Hörer und Zuschauer informiert werden. Durch die Web-2.0-Inhalte, die sich zu den bereits vorhandenen Informationen im Netz addiert, stößt das Internet bereits an Kapazitätsgrenzen. Die IP-Adressen gehen langsam zur Neige.

Datenflut im Netz erfordert neue Plattformen

Je mehr Inhalte veröffentlicht werden, desto mehr Gelegenheiten bieten sich, gute Inhalte zu verbreiten. Die Nutzer verbringen viel Zeit damit, Inhalte auf ihre Relevanz hin zu filtern oder sie beschränken sich auf wenige Inhalte, denen sie ihr Vertrauen schenken. Immer wieder stehen sie vor der Frage: Wie finde ich den Content, der richtig für mich ist, dem ich vertrauen kann und der mich unterhält? "Die Kunst besteht darin", so Jeff Jarvis, "aus all dem diese guten Sachen herauszufiltern. Wo wir Herausforderungen sehen, lehrt uns Google-Denken, Chancen zu erkennen. Die Notwendigkeit des Herausfindens kann zur Grundlage neuer Geschäftszweige werden: Handelssites, die die besten Güter ausfindig machen. Nachrichtensites, die an unserer Stelle lesen und Unterhaltungsdienste, auf denen die kritischen Stellungnahmen des Publikums gesammelt werden."

Das iPad als neue Plattform

Das iPad schafft neue Möglichkeiten: Schon längst ist das iPad in den Medien zur Top-Nachricht avanciert. Allerdings geht es darin weniger um die leichte Hülle im handlichen Format mit Touchscreenoberfläche und mobiler Internetverbindung. Vielmehr sind es die medialen Möglichkeiten, die das iPad so interessant machen. Führten Wörter, Bilder, Audio, Bewegtbild und interaktive Elemente der Online-Welt bisher ein eher unvermitteltes Eigenleben, so sind sie in Zukunft die Voraussetzung für eine gute Story. Also dann doch: "The Medium is the Message? Das iPad ist die Plattform für den Content der Zukunft. Alle Formen der Informationsdarstellung, sei es Text, Bild oder Ton, rücken auf dem iPad enger zusammen. Das hat auch Auswirkungen auf die Frage, wie der Content aufbereitet werden muss, um ihn für Leser so interessant wie möglich zu machen?

Alligator Digital Magazines

Mittlerweile sind auch eine Reihe komfortabler Publishing Tools auf dem Markt. Eine Firma aus Los Angeles hat die Plattform Alligator Digital Magazines (ADM) realisiert. Sie stellt ein Framework zur Verfügung, das individuell angepasst werden kann.So wird aus einem normalen Plain-Text ein durchgestyltes Magazin. Der Autor entscheidet, der Autor muss lediglich texten und das Bildmaterial auswählen, den Rest übernimmt quasi die App. Kunden können die App bequem im Apples App-Store herunterladen. ADM stellt auch Lösungen für die Platzierung von multimedialer Werbung zur Verfügung. Das eröffnet weiteren Spielraum für die Finanzierung von Magazine. Den technischen Möglichkeiten des Mobile-Publishing-Tools sind kaum Grenzen gesetzt, es arbeitet auf HTML-5-Basis.

Reichweitensteigerung für Blogs

Das iPad und seine Publishing Tools könnten besonders für Blogautoren interessant sein. Die Qualität ihrer Artikel steigt rasant und somit werden sie häufiger nachgefragt. Derzeit jedoch werden erfolgreiche Blogs noch durch Werbung finanziert. Durch das iPad und Publishing Tools wie das beschriebene ADM werden sie zu qualitativ hochwertigen Magazinen, die über die App zusätzliche Einnahmen versprechen.

Foto Oliver Weiß, Oliver Weiß

Oliver Weiß - Ich bin seit über 20 Jahren in der Medien- und Kommunikationsbranche tätig. Nach dem Abitur war ich zunächst als Journalist ...

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