Chanukkah ist das jüdische Lichterfest und dauert vom 25. Kislew an acht Tage. Das wichtigste Kennzeichen des Chanukkah-Festes ist das Anzünden der Kerzen, weitere typische Zeichen sind das Essen von in Öl gebratenen Speisen sowie heute das Schenken. Da der jüdische Tag am Abend mit Einbruch der Dunkelheit beginnt, fängt selbstverständlich auch Chanukkah am Abend an.
Schreibweise und Aussprache
Wie bei vielen hebräischen Begriffen, so haben sich auch für Chanukkah unterschiedliche Schreibweisen entwickelt. Der Duden bevorzugt Chanukka, dagegen spricht aber, dass im Hebräischen ein He als Endbuchstabe enthalten ist, welches einem deutschen H entspricht. Das CH am Wortanfang gibt den hebräischen Buchstaben Chet wieder, dessen Aussprache einem deutschen /ch/ wie in Dach entspricht; in Unterscheidung zum unpunktierten Kaf sprechen einige Sprecher des Hebräischen schärfer als dieses aus, während einige es stärker in der Kehle sprechen. Die Aussprache des Chet als Kehllaut entspricht seiner ursprünglichen Aussprache.
Was wird Chanukkah gefeiert?
Syrer und von der griechischen Lebensart verblendete Juden hatten den Tempel entweiht, dort einen Zeus-Altar aufgestellt und Schweine geopfert. Durch den Aufstand der Makkabäer wurde der Tempel für den Gottesdienst zurückgewonnen. Dabei stellte sich heraus, dass nur für einen Tag genügend Öl für den Leuchter vorhanden war. Durch ein Wunder reichte dieses Öl jedoch für acht Tage, am Ende dieser Zeit war neues koscheres Öl hergestellt worden. Über die Geschichte der Makkabäer berichten die nach ihnen benannten Bücher, diese sind im Judentum jedoch nicht Bestandteil des Tanach, da während der Kanonbildung nur ihre griechischen Übersetzungen bekannt waren. Wichtige Erwähnungen für das Chanukkahfest im Talmud finden sich in den Traktaten Megillah (30b) und Schabbat (21-23).
Wie wird Chanukkah gefeiert?
Das wichtigste und rabbinisch gebotene Zeichen für das Chanukkahfest ist der achtarmige Leuchter. Wer einen solchen Leuchter betrachtet, sieht neun Arme, von welchen einer etwas absteht oder geringfügig anders geformt ist. Bei diesem Arm handelt es sich um den Diener, in ihm steht die Kerze, mit deren Hilfe die anderen Kerzen angesteckt wurden. Da die Lichter des Chanukkah-Leuchters nicht zum Arbeiten verwendet werden dürfen, wird für das Anzünden eine extra Kerze verwendet, so dass am ersten Tag des Festes eine Kerze am Leuchter plus der Dienerkerze brennt. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, so dass am Ende des Festes alle acht Kerzen zuzüglich des Dieners leuchten. Der Chanukkah-Leuchter soll sichtbar an ein Fenster oder in den Eingang gestellt werden. Ein Arbeitsverbot besteht nur solange, wie die Kerzen brennen. Ein typisches Spiel für Chanukkah ist der Kreisel, dessen Buchstaben den Satz “Ein großes Wunder ist dort geschehen“ ergeben. Während des Morgengebetes in der Chanukkah-Woche wird das Hallel gebetet, einen Gottesdienst zu Beginn des Festes bieten nur wenige Gemeinden an. Jüdische Gemeinden veranstalten überwiegend am Sonntag während der Festwoche ein fröhliches Gemeindefest, welches in einigen Gemeinden durch einen Chanukkah-Ball oder eine Chanukkah-Fete ergänzt wird. Typische Speisen für Chanukkah sind in Öl gebackene Sachen wie Reibekuchen oder das Gebäck, welches bundesweit als Berliner und nur in Berlin einschließlich der Banlieu als Pfannkuchen bekannt ist.
Chanukkah und Geschenke
Im Gegensatz zu Purim ist Chanukkah nicht mit der rabbinischen Vorschrift des Schenkens verbunden. Während die Halacha eigentlich erwarten ließ, dass sich aus den vorgeschriebenen wenigen Gaben ein großes Geschenkfest zu Purim entwickeln würde, hat sich die Geschenktradition tatsächlich am Chanukkahfest ausgebreitet. Die Ursache für diese Entwicklung lässt sich unschwer in der zeitlichen Nähe von Chanukkah zum Weihnachtsfest entdecken. Für das Schenken zu Chanukkah typisch ist das Überreichen von acht ursprünglich kleineren Geschenken, für jeden Tag des Festes eines.
Quellen:
1. Buch der Makkabäer 4,36-59
Talmud Mischnah Megillah 30b und Schabbat 21-23
Fragen und Antworten zu Chanukkah
Was ist Chanukkah? auf talmud.de
