Das Kloster Valldemossa auf Mallorca

Ruhe und Beschaulichkeit trotz tausender Touristen

Terasse Kloster Valldemossa - Magische Reise
Terasse Kloster Valldemossa - Magische Reise
Das Kloster in Valldemossa lockt Touristen mit einer anrüchigen Liebe und dem Blick auf eine atemberaubende Landschaft.

Von Außen ist es ein unscheinbarer Bau. Ein weißes, kärgliches Gebäude. Auch der Zugang ins Kartäuser-Kloster über die unscheinbare Kirche und den trostlosen Kreuzganz ist alles andere als einladend. Doch wer erst einmal die Terrasse von Klosterzelle Nummer zwei betreten hat, versteht sehr gut, warum Tausende von Touristen jedes Jahr nach Valldemossa pilgern. Die Terrasse ist eine kleine grüne Oase, in der Schatten spendende Nischen zum Bleiben auffordern und dem müden Besucher ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit vermitteln. Zitronen- und Orangenbäume verbreiten einen herrlichen Duft und kleine Goldfische schwimmen vergnügt in den charmanten Wasserbecken. Die wärmenden Sonnenstrahlen lassen sich auf dem Gesicht nieder und eine leichte, kühle Brise, gepaart mit einem atemberaubenden Blick auf die mallorquinische Bergwelt, laden die Seele zum Innehalten ein: Das ist Valldemossa und hier möchte man für immer verweilen.

Frederic und George im Kartäuser-Kloster

Eine skandalöse Liebe im Winter 1838/39 machte das Kartäuser-Kloster berühmt. Der polnische Komponist Frédéric Chopin und seine Geliebte, die Schriftstellerin George Sand, mieteten sich für die Wintermonate in der Abgeschiedenheit der Berge ein. Mönche bewohnten das 1399 erbaute Kloster damals schon nicht mehr. Chopin litt an einer Lungenkrankheit und erhoffte sich durch das milde Klima Linderung. Die feuchte Bergluft bekam ihm jedoch nicht und auch George Sand war von ihrem Aufenthalt in der Einöde Mallorcas mit den spießigen Dorfbewohnern wenig begeistert. Für ihre kreativen Seelen war das Verweilen auf der iberischen Insel jedoch äußerst günstig. Chopin komponierte in Valldemossa sein berühmtes „Regentropfen-Prelude“ und George Sand schrieb, jedoch erst einige Jahre nach ihrem romantischen Kuraufenthalt auf der Baleareninsel, ihren weltberühmten Roman „Ein Winter auf Mallorca“.

Mallorquinischer Charme hinter Klostermauern

Valldemossa ist ein kleiner, heimeliger Ort, wenn nicht gerade Busladungen von Touristen wie Heuschrecken über das Dorf herfallen. Auch der amerikanische Schauspieler Michael Douglas ist dem Charme des mallorquinischen Bergdorfes verfallen und unterstützt es finanziell. Vor-, Nach- und Nebensaison eignen sich hervorragend, um das ursprüngliche Valldemossa mitsamt Kloster kennen zu lernen. Die einzelnen Zellen im Kartäuser-Kloster gehören verschiedenen Personen und Einrichtungen. Lediglich die Zellen zwei und vier beherbergen Utensilien aus der Zeit von Chopin und Sand, wie Chopins Klavier, Briefwechsel mit Freunden aus der Heimat Paris oder Kompositionen. Ein paar Räume weiter ist eine kleine, aber feine Gemäldeausstellung anzutreffen und wer sich Richtung Ausgang begibt, sollte auch einen Blick auf die Reste der klösterlichen Bibliothek werfen. Für den Eintrittpreis von acht Euro für das Kloster kann auch der angrenzende Palast von König Jaume I. erkundet werden. Mit etwas Glück kommt der Besucher in den Live-Genuss von Chopins Klavierkonzert, dass stündlich im Theatersaal des Palastes erklingt. Spätestens jetzt versprüht Chopins Musik eine verträumte und einfühlsame Stimmung und das Bedürfnis, einen Winter in Valldemossa zu verbringen.

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