Am 30. Januar 1933 nahm das wohl dunkelste Kapitel der neueren Weltgeschichte mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten seinen Anfang. Nur wenige Wochen später wurde eines der ersten sogenannten Konzentrationslager im oberbayerischen Dachau gegründet. Ursprünglich sollte es zur Internierung politischer Gefangener dienen, doch schon ab 1935 wurden auch Homosexuelle, Andersgläubige (vor allem Zeugen Jehovas) und Emigranten inhaftiert.

Bedrückender Erinnerungsort - das Konzentrationslager Dachau

Nur wenige Kilometer von München entfernt liegt das KZ Dachau. Im Münchener Bürgerbräu-Keller sollte bereits zehn Jahre zuvor beim sogenannten Hitler-Putsch das Ende der Weimarer Republik erzwungen werden. Zwar wurden Hitler und seine Kumpanen im folgenden Prozess bestraft, wenn auch sehr milde, aber für den Aufstieg des Hakenkreuzes über Europa und die Welt bedeutete dies lediglich eine Verzögerung von knapp zehn Jahren. Dachau war somit von Anbeginn an Teil des perfiden Terrorsystems der Nationalsozialisten.

Verschärfung der Haftbedingungen analog zu Heinrich Himmlers Aufstieg im 3. Reich

Heinrich Himmler gilt als Hauptverantwortlicher für den KZ-Terror der Nationalsozialisten. Zwar existierte das KZ Dachau bereits seit drei Jahren, als Himmler 1936 zum Chef der Deutschen Polizei ernannt wird, jedoch ist der Ausbau des Lagersystems und die Verschärfung der Haftbedingungen sowie die Tatsache, dass ab 1938, nach dem sogenannten "Anschluss" von Österreich und dem Sudetenland, über 10.000 deutsche und österreichische Juden nach Dachau deportiert wurden, untrennbar mit Himmlers KZ-Politik verknüpft.

Der "totale Krieg", die "Endlösung der Judenfrage" und Zwangsarbeit auch im KZ Dachau

Mit der Ausrufung des "totalen Krieges" durch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels in seiner berüchtigten Rede im Berliner Sportpalast vom Februar 1943 sowie der Wannsee-Konferenz von 1942, in der die "Endlösung der Judenfrage" - ein furchtbarer Euphemismus für die geplante Tötung aller Juden in Europa - nimmt die Radikalisierung der Behandlung der KZ-Insassen auch in Dachau zu. Zwar ist Dachau kein "Vernichtungslager" wie etwa Bergen-Belsen, Auschwitz oder Treblinka, doch werden auch in Dachau Massenerschießungen von sowjetischen Kriegsgefangenen vorgenommen und das systematische Töten durch unmenschliche Zwangsarbeit in bis zu 150 Außenlagern durchgeführt. Auch gibt es eine Gaskammer, die sich im zweiten Krematorium befindet. Diese wurde jedoch nachweislich nicht zur systematischen Massentötung genutzt, möglich, nicht belegbar sind auch vereinzelte Versuche an Häftlingen mit Kampfgasen.

Katastrophale Bedingungen und die Befreiung durch amerikanische Truppen

Durch immer mehr Gefangene, die Zahl ist Ende 1944 auf über 63.000 Menschen angewachsen, werden die Lebensbedingungen immer schlimmer. Da der Gesundheitszustand der Häftlinge, die ohnehin letztlich durch Arbeit "vernichtet" werden sollen, den Lageraufsehern und dem Kommandanten egal ist, werden auch Typhusepidemien in Kauf genommen. Im zynischen Weltbild der Nationalsozialisten bedeutete diese doch lediglich einen Ausfall von Arbeitskraft. Am 29. April 1945 befreien Soldaten der US-Armee das KZ Dachau. Zuvor wurden noch Tausende von Häftlingen auf Todesmärsche Richtung Osten geschickt.

Bedrückende Atmosphäre in der KZ-Gedenkstätte Dachau

In der auf hervorragende Weise dokumentierten Gedenkstätte Dachau folgt der Besucher dem sogenannten "Weg der Häftlinge" vom Eingangstor mit dem an Zynismus nicht zu überbietenden "Leitspruch" "Arbeit macht frei" bis hin zum Krematorium. Auf diesem Weg sieht man den Lagerplatz, das Häftlingsbad, den Strafbunker mit über 130 Einzelzellen, in denen durch die SS auch verhört und gefoltert wurde, die Barracken, sowie die Lagerstraße, die durch ihre an und für sich wunderbar friedliche Baumallee umso bedrückender wirkt. Fünf religiöse Gedenkstätten wurden nach 1945 auf dem KZ-Gelände errichtet: jeweils eine katholische, evangelische, russisch-orthodoxe und jüdische, dazu kommt noch das Karmelitinen-Kloster "Heilig Blut". Die Atmosphäre auf dem gut 3-stündigen Rundgang durch die Gedenkstätte könnte kaum bedrückender und damit auch kaum nachhaltiger wirkend sein und sei an dieser Stelle jedem geschichtsbewussten Menschen wärmstens empfohlen.

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nformationen zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Kontaktdaten KZ-Gedenkstätte Dachau

  • Alte Römerstraße 75 D – 85221 Dachau Deutschland Telefon: +49 (0) 8131 / 66 99 70 Telefax: +49 (0) 8131 / 2235
Öffnungszeiten KZ-Gedenkstätte Dachau

  • Dienstag bis Sonntag von 9 - 17 Uhr
  • an Montagen, sowie an Heilig Abend (24. Dezember) ist die Gedenkstätte geschlossen
  • zusätzlich ist die Gedenkstätte an allen gesetzlichen Feiertagen in Bayern geschlossen
Eintrittspreise

  • der Eintritt auf das Gelände der Gedenkstätte ist frei
  • Voranmeldung ist nicht nötig
  • die Parkplätze bei der Gedenkstätte kosten für PKW und Motorräder 3 Euro, für Wohnmobile fallen 5 Euro an
Anfahrt

  • S-Bahn: S2 in Richtung Dachau/Petershausen bis Halt Dachau Bahnhof, von dort Bus-Linie 726 Richtung Saubachsiedlung bis Halt KZ-Gedenkstätte
  • Auto: Stadtteil Dachau-Ost, von dort sehr gute Beschilderung zur Gedenkstätte
Quelle: Homepage der Gedenkstätte Dachau.