Das Leben danach. Ein Buch über den Tod - von Bernard Jakoby

Das Leben danach. - Nymphenburger
Das Leben danach. - Nymphenburger
Was mit uns geschieht, wenn wir sterben. Erkenntnisse des Sterbeforschers Bernard Jakoby.

In allen großen Religionen gibt es die Überzeugung, dass unsere Seele den Tod überlebt. Wenn wir die Seele und deren Überleben ohne den Körper als Realität akzeptieren, stellt sich natürlich die Frage, wohin unsere Seele nach dem Tod wandert und wie diese Welt dann aussieht. Antworten auf diese Fragen gibt der Journalist und Sterbeforscher Bernd Jakoby seit vielen Jahren durch seine Bücher und Seminare. Seine Überzeugungen sind auf den 237 Seiten seines Buches "Das Leben danach. Was mit uns geschieht, wenn wir sterben" sehr dicht zusammengefasst. Erschienen ist das Buch als Hardcoverausgabe im Nymphenburger Verlag 2009.

Bewusstsein existiert unabhängig vom Gehirn

Viele Sterbeforscher gehen davon aus, dass Bewusstsein unabhängig von unserem Gehirn existiert. Demnach haben wir auch nach dem Tod noch ein Ich-Bewusstsein. Dieser Ansicht ist auch Bernard Jakoby: "Ansonsten wäre es für Menschen in Todesnähe nicht möglich - die sich bewusstlos an einem bestimmten Ort wie Krankenhaus, Unfallstelle etc. befanden -, konkrete Beschreibungen von Situationen abzugeben, die sich woanders zugetragen haben und die außerhalb der Reichweite ihres Körpers waren" (S.105).

Der Autor beschreibt, dass das Sterben ein Prozess ist, bei dem sich alle irdische Furcht auflöst und stattdessen die bedingungslose Liebe einkehrt. Mit dieser Vorstellung vom ewigen Leben, von der Transformation der Seele in andere Formen, geschieht auch eine Veränderung der Sichtweise auf das aktuelle Leben. Es nimmt dem Tod den Schrecken und ist eine schöne Vorstellung für jeden Menschen.

Das Leben danach

Forschungsergebnisse zum Thema Tod und Sterben sind in Jakobys Buch für jedermann aufbereitet, wobei der Einfluss fernöstlicher Reinkarnationstheorien und esoterischer Vorstellungen unverkennbar ist. Vieles, was zuerst wissenschaftlich anmutet, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Parawissenschaft, als reine Glaubensfrage oder als Vorstellungswelt des Autors. Beispielsweise gibt es den Hinweis darauf, dass in den USA die Kommunikation mit Toten experimentell nachgewiesen sei. Der wissenschaftliche Nachweis führt allerdings bei genauerem Hinsehen zur Quellenangabe der Bildzeitung. Für Laien ist die wissenschaftliche und damit belegbare Sterbeforschung nicht deutlich genug von pseudowisschenschaftlichen Vorstellungen abgegrenzt, sodass man als Leser nicht ganz klar trennen kann, wann es sich um eine Behauptung handelt und wann um eine nachgewiesene Tatsache.

Was mit uns geschieht, wenn wir sterben

In seinem Buch "Das Leben danach" setzt sich der Autor in zehn Kapiteln mit allen wichtigen Themen auseinander, die den Tod und das Sterben betreffen. Das Buch ist gut verständlich aufgebaut und informiert den Leser vor jedem Kapitel über den Kapitelinhalt. Der Leser erfährt etwas über Nahtoderfahrungen und deren Bedeutung für das Leben sowie über den körperlichen Vorgang des Todes und das Leben im Jenseits. So manche Behauptung des Autors sollte dabei jeder Leser für sich persönlich hinterfragen. Beispielsweise, wenn die Verweigerung von Organspenden mit einem Weiterleben nach dem Tod begründet und durch den Erfahrungsbericht eines Mädchens belegt wird, dessen Beine durch ein Ereignis aus dem Vorleben eingedrückt seien. Oder wenn der Autor zum Thema Suizid behauptet, dass so manch einer seinen Zustand der inneren Zerrissenheit mit ins Jenseits hinübernimmt und dabei auf der untersten Astralebene stecken bleibt.

Fazit: viele Denkanstöße über den Tod und das Leben

Insgesamt hat der Journalist Bernard Jakoby, sich dem Thema Tod und Sterben auf eine interessante und spannende Art und Weise gewidmet. Vielleicht gelingt dies gerade aus der persönlichen Betroffenheit heraus, weil er einerseits selbst medial veranlagt ist und andererseits dem Thema seit dem Tod seiner Eltern eine besondere Bedeutung zumisst. Jakoby versteht es, den Leser zu fesseln und ihn zum Nachdenken über unangenehme Themen wie Organspende und Suizid zu veranlassen. Hier kommt nicht nur die wissenschaftliche Seite zu Wort sondern auch Berichte von Betroffenen oder Darstellungen medial veranlagter Menschen und deren Bezug zur geistigen Welt.

Wer einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Sterbeforschung sucht, sollte allerdings ergänzende Literatur hinzuziehen. Bernard Jakoby gibt mit seinem Buch viele Denkanstöße, letztendlich muss aber jeder Leser für sich selbst die Entscheidung treffen, welche Thesen über den Tod und das Sterben er als persönliche "Wahrheit" akzeptiert und welche Schlussfolgerungen für das irdische Leben er daraus zieht.

Bernard Jakoby: Das Leben danach. Was mit uns geschieht, wenn wir sterben. Nymphenburger, 2. Sonderauflage 2009. ISBN: 9783485012157.

Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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