Das Leben der Mauerhasen - Dokumentarfilm

Das Leben der Hasen zwischen den Mauern - © Grey59 / pixelio.de
Das Leben der Hasen zwischen den Mauern - © Grey59 / pixelio.de
Viele Jahre bevölkerten sie das innerdeutsche Grenzgebiet in Berlin, dann wurden die Mauerhasen zum Abschuss freigegeben.

Mit der deutschen Teilung und dem Mauerbau 1961 entstanden nicht nur zwei getrennte deutsche Staaten, sondern auch ein „Tier-Staat“ in dem grünen Grenzstreifen, der West-Berlin einschloss. Eingeschlossen waren hier auch die Kaninchen, deren einstige Heimat, der Potsdamer Platz, plötzlich zwischen zwei Mauern lag. Zwischen den Panzersperren hatten die Hasenfamilien die Eingänge zu ihren unterirdischen Höhlen angelegt. Das mit saftigem Gras bewachsene Grenzgebiet bot den Kaninchen einen idealen Lebensraum, der die Rammler vor natürlichen Feinden schützte und genügend Nahrung bot. So verwunderte es auch nicht, dass sich die Anzahl der Karnickel rasch erhöhte.

Der Dokumentarfilm "Mauerhasen" zeigt das Leben der Kaninchen und zieht Parallelen

In dem Dokumentarfilm "Mauerhasen" von Bartek Konopka und Piotr Rosolowski (Originaltitel: Królik po berlinsku) wird das Leben der Mauerhasen auf besondere Art beleuchtet. Von der Umzäunung des Grenzgebiets über dessen Ausweitung bis hin zum Abriss der gesamten Anlage wird hier die deutsch-deutsche Geschichte aus tierischer Sicht neu dargestellt.

Die Parallelen zu den Menschen in der DDR und West-Berlin sind erschreckend deutlich und ebenso verblüffend. Lange Zeit fühlten sich die Hasen in ihrem gesicherten Bereich wohl und fanden sich über die Jahre mit ihrem Schicksal ab, das es scheinbar gut mit Ihnen meinte. In friedlicher Koexistenz lebten die Kaninchen mit ihrem Familien zusammen zwischen den Grenzsoldaten der NVA. Sogar frisches Gras wird für die Vierbeiner immer wieder frisch ausgesät.

Hasen auf der Flucht im Todesstreifen

Doch als plötzlich einige der Hasen, anders als ihre Artgenossen, neugierig auf die Welt hinter der Mauer wurden und sich Tunnel unter der Mauer hindurch gruben, schlug die Stimmung um. Die Mauern wurden verstärkt, Schlupflöcher dicht gemacht. Die Wiese wurde mit giftigen Chemikalien besprüht und zur Jagd freigegeben. Das einst Schutz bietende Grenzgebiet wurde in einen grauen Todesstreifen verwandelt, in dem die Mauerhasen ständig auf der Flucht waren und viele von ihnen ums Leben kamen.

Bis 1989 lebten die Hasen in ständiger Angst bis am 29. November auf einmal neue Unruhen aufkamen. Von allen Seiten bröckelten die Mauern und entließen auch die letzten Mauerhasen in die Freiheit.

Aber auch die neu gewonnene Freiheit schien den Hasen keinen neuen Platz im Leben von Berlin zu bieten. Sie mussten sich einen neuen Platz suchen, doch wurden von überall verjagt und als Schädlinge angesehen. Oft wanderten sie auch auf die Teller der Berliner Bevölkerung. Zu der Frage, ob der Mauerfall ein Segen oder ein Fluch war, hätten die Hasen mit Sicherheit ihre eigenen, geteilten Meinungen.

Quelle:

Dennis Erben - Nach mehrjähriger Mitarbeit bei regionalen Tages- und Wochenzeitungen, dem Universitätsabschluss in Germanistik und Geschichte ...

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