Das Lehel in München - Stadtteilführung mit Stefan Trinkl

Stadtfühung Lehel München - Mieth
Stadtfühung Lehel München - Mieth
Der Münchner Stadtteil Lehel hat viel erlebt und kann viel von Schriftstellern, Klöstern und Museen erzählen. Stadtteilführer Trinkl war dort unterwegs.

Die heutige Führung hat Prämiere, ist Uraufführung und ausverkauft. Stadtführer Stefan Trinkl bietet seinen begeisterten Zuhörern und Zuschauern diesmal bei schönstem Sonnenschein einen Münchner Rundgang der ganz besonderen Art. Auf einer Stadtkarte Münchens aus dem Jahr 1810 zeigt er den Platz "Lehel", der seinerzeit noch nicht eingemeindet war. Hier in München wird der Name „Lechel“ ausgesprochen. Eins der vier alten Stadttore ist das Isartor, wo Trinkls Führung durch die Epoche des 19. Jahrhunderts startet. An der Isar, dem ehemals reißenden Fluss, befanden sich bereits die Holzlagerstätte, die königliche Marmorsägefabrik, eine Persfabrik (Brennfabrik) und Flosse, die die "Reißende" hochzogen, die im Lehel ihre Fracht, das Holz abluden. Ein idealer Ort zur Entstehung eines Neubaugebiets.

Mit einer Valentin-Geschichte startet die Führung zur ersten Station an der Kanalstrasse

Hierher zog der berühmte Karl Valentin, wurde Lechler, sollte in der Kirche St. Anna seiner Frau das Ja-Wort geben. Das Valentin Museum erinnert heute an den großen Münchner Humoristen. Im Nobelviertel Lehel, dem Grünwald der Jahrhundertwende, gelangt die Gruppe um Stefan Trinkl zur zweiten Station. Am Ort, wo die Besucher Münchens heute die Lukaskirche bestaunen können, gab es das große Holzlager und die Hafenkneipe „Grüner Baum“. Flößer kehrten dort auch ein, nachdem sie im Personenverkehr Menschen auf Flößen von Wien nach München transportiert hatten. Die Geschichte zur Kirche St.-Lukas ereignete sich um 1800. Immer mehr Protestanten zogen nach München, Bürgerzahlen versechsfachten sich auch im Lehel. Und Bürger unterschiedlicher Glaubensrichtungen wollten ihr eigenes Gotteshaus haben. So wurde der große Architekt Albert Schmidt, auch Erbauer der Münchner Börse, des Kustermann-Hauses oder der Synagoge am Lehnbachplatz mit dem, an der Romanik orientierten Bau beauftragt. In der Zeit des Historismus 1896 vollendete er das Gotteshaus.

Häuserfassaden erzählen Geschichten

Am Haus Steinsdorfstrasse 10 gibt der Stadtführer Trinkl seinen Münchenfans ein Rätsel auf. „Wer hat das geschrieben: Der Jäger von Fall, Das Schweigen im Walde?“ Ein Gast der Stadtführung weiß es, „Ludwig Ganghofer, der Heimatschriftsteller, der die heile Welt darstellte und dessen Werke so oft verfilmt worden sind.“ Häuserfassaden erzählen Geschichten, Trinkls Gruppe erreicht das Haus im Neoklassizistischen Stil in der Tierschstrasse 41. Vermieterin Reichert war mit ihrem Mieter zufrieden, da dieser nicht rauchte, nicht trank und keinen Damenbesuch hatte. Adolf Hitler. Die Welt sollte noch Probleme bekommen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wendete sich das Gesicht des Lehel vom Arbeiterviertel zum Nobelviertel Münchens. König Maximilian II. beauftrage den Architekten Friedrich Bürklein mit dem Bau der Prachtstrasse „Maximilianstraße" und dem "Maximilianeum", dem heutigen Sitz des Bayerischen Landtags. König, wie auch Architekt waren mit der Straße uneins, der Architekt des Königs endete in einer Irrenanstalt.

König Maximilian II. war großer Freund der bayerischen Geschichte

Aus dem Wunsch zur Kultivierung der Heimatgeschichte entsprang die Erschaffung des Bayerischen Nationalmuseums, das an seiner Fassade Statuen von Bayerischen Berühmtheiten zeigt. Als immer mehr Exponate kamen, wurde das Haus zu eng, die "Geschichte" musste in die Prinzregentenstraße umziehen. Heute ist das Haus Völkerkundemuseum und beheimatet die Geschichte ferner Länder. Die Geschichte des eigenen Landes findet der Besucher nun im Bayerischen Nationalmuseum. Die Gruppe der Lehelführung wandert entlang den Prachtbauten der Regierung Oberbayerns zum Denkmal Benjamin Tompsons. Diesem Mann hat die Welt den Englischen Garten zu verdanken. Dem Befehl, Militärgärten anzulegen, trat Tompson entgegen, setzte im neuen Volksgarten sogar seine Idee einer Armenspeisung um. (Reichsgraf von Rumford / Rumfordspeisung) In einer kurzen Pause stimmen sich Stadtführer Stefan Trinkl und seine Gruppe auf Stationen der Fernsehwelt und des Barock ein. Denn gleich geht es weiter.

Fotostudio München, All eyes on you

Katti Mieth - Nach dem Studium Wirtschafts-und Gesellschaftskommunikation in Berlin lernte ich die Agenturarbeit kennen, wurde in den 80er Jahren ...

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