
- Logo der SPSG zum Luisenjahr 2010 - SPSG
2010 jährt sich zum 200. Mal der Todestag der preußischen Königin Luise. Das gab den Anlass für ein Luisenjahr. Nun steht das Ausstellungsprogramm der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für das Luisenjahr 2010. Drei Ausstellungen werden der schönen Gattin von Friedrich Wilhelm III. gewidmet. Unter dem Titel „Miss Preußen 2010“ wird die Werbetrommel gerührt.
Die heutige Sicht auf Luise
Weiblichkeit, Schönheit und Macht sind schon seit Jahrtausenden bis in unsere Zeit der Stoff, der die Menschheit fasziniert. Aus dieser Mixtur wurden und werden zahlreicher Mythen geschaffen. Und so wurde nach dem frühen Tod der preußischen Königin Luise erstmals mit medialen Mitteln der Mythos Luise (1776-1810) geschaffen. So sehen es die Ausstellungsmacher der SPSG. Und dieser Mythos um Luise war eine der erfolgreichen Maßnahmen, mit denen Friedrich Wilhelm III. die Mobilisierung seines Volkes in den Befreiungskriegen ab 1813 gelang.
Der Mythos um Luise lebt noch heute. Am 19. Juli 1810 starb Luise im mecklenburgischen Hohenzieritz, Den 200. Todestag der populärsten Frau der preußischen Geschichte begeht die SPSG mit drei Ausstellungen im Schloss Charlottenburg, im ländlichen Paretz und auf der Berliner Pfaueninsel. Diese Orte sind authentischen Schauplätzen ihres Lebens als Kronprinzessin und Königin von Preußen. Und in Charlottenburg wurde für sie ein Mausoleum gebaut.
Schloss Charlottenburg: „Luise. Leben und Mythos einer Königin“
Schönheit und Anmut, ihre Natürlichkeit und ihr harmonisches Familienleben machten Luise schon zu Lebzeiten zur Legende. Sie setzte sich für einschneidende politische Reformen ein. Sie stand gegen Napoleon. So wurde sie zur Hoffnungsträgerin in Preußens „schwerer Zeit" am Anfang des 19. Jahrhunderts.
Nach ihrem frühen Tod mit 34 Jahren entwickelte sich ein Mythos um ihre Person. Der war in Deutschland ohne Beispiel und erreichte seinen Höhepunkt im Kaiserreich unter der Herrschaft ihres Sohnes Wilhelm I. nach 1871.
Die Ausstellung im Schloss Charlottenburg präsentiert über 200 Gemälde, Skulpturen und historische Dokumente. Darunter befinden sich Meisterwerke von Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch. Mit diesen Werken ist eine Annäherung an das Leben und Nachleben der Königin möglich.
Schließlich ist im Schlosspark von Charlottenburg die Hohenzollerngruft fast schon als ein Wallfahrtsort zu bezeichnen. Diese Anlage wurde umfassend renoviert und ist zum Luisenjahr wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ort: Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel und Mausoleum
Zeit: 6. März bis 30. Mai 2010
Pfaueninsel: „Luise. Die Inselwelt der Königin.“
Die romantische Pfaueninsel, heute ein UNESCO-Welterbe, in der Havel war einer der Lieblingsaufenthaltsorte der Königin Luise und ihrer Familie. Dort konnte das preußische Herrscherpaar das Leben in freier Natur ungestört genießen.
2010 macht SPSG die von Peter Joseph Lenné gestaltete Parklandschaft zum Schauplatz eines innovativen Ausstellungsprojektes: Internationale Künstlerinnen und Künstler setzen sich unter der Federführung von Michael Lukas aus München mit der Historie, der Atmosphäre des Ortes und der Person der Königin auseinander. Und nähern sich so auf ganz eigene Weisen dem Mythos Luise. Bei dem Projekt wirken aktiv mit: Sylvie Bussières aus Kanada, Christian Engelmann, Joan Fontcuberta aus Spanien, Michael Lukas, Robert Stieve und Martin Weimar. Möglich wurde dieses Projekt durch eine Förderung der Kulturstiftung des Bundes.
Und es gibt auf der Pfaueninsel neues zu Sehen. Neben dem Schloss und der Meierei öffnen im Luisenjahr 2010 erstmals Gebäude ihre Pforten, die bisher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren: Darunter sind die Gärtnerei, der Fregattenhafen und der Beelitzer Jagdschirm.
Ort: Pfaueninsel, Parkgebäude und Meierei
Zeit: 1. Mai bis 31. Oktober 2010
Paretz: „Luise. Die Kleider der Königin.“
Königin Luise wurde wegen ihrer Schönheit gerühmt. Sie war sich wohl ihrer Wirkung durchaus bewusst. Mit anmutigen Empire-Kleidern, die an Formen der Antike angelehnt waren, unterstrich sie ihre körperlichen Vorzüge auf natürliche, sinnliche und bisweilen freizügige Weise.
Das bescheidene Schloss Paretz war der Sommersitz der königlichen Familie. Und wohl der liebste Aufenthaltsort der Königin.
Die Ausstellung im Schloss Paretz zeigt Kostümen und Accessoires aus dem Besitz der Monarchin. Daneben ist eine Auswahl bedeutender Porträts und weiterer Zeitzeugnisse in Form von Skulpturen, grafischen Blättern und Briefen zu sehen. Der intime Rahmen in den königlichen Wohnräumen mit den kostbaren Tapeten lässt die Faszination Luise lebendig werden. Und zugleich wird ein Panorama der Mode jener Epoche geboten.
Ort: Paretz, Schloss Paretz und Schlossremise
Zeit: 31. Juli bis 31. Oktober 2010
Wiedergabe des Logo und der Gemäldeausschnitte mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Der Internetauftritt der SPSG verrät noch einiges mehr über Luise und um das Luisenjahr.
