
- Marvel und seine Filme - Gerd Altmann/Pixelio
Lange Zeit waren nur die Superhelden aus den DC-Comics auf der Leinwand präsent. Christopher Reeve verkörperte seit dem ersten „Superman“-Kinofilm (1978) und drei weiteren Fortsetzungen die Rolle des Clark Kent alias Superman bravurös. Tim Burton brachte 1989 „Batman“ in die Kinos, der ein regelrechter Blockbuster war. Um an den Erfolg anzuknüpfen, wurden weitere Fortsetzungen gedreht, bei denen sich eine ganze Riege von Stars die Klinke in die Hand gab. In den 80er und 90er Jahren überließ Marvel den Helden von DC-Comics völlig das Kinogeschäft. Wie es so aussah, traute kein Hollywood-Studio den Marvel-Superhelden zu, Geld an den Kinokassen zu machen.
„X-Men“- Superhelden aus dem Marvel-Comics erobern das Kino
Als es hieß, dass im Jahr 2000 die Comic-Adaption von den X-Men ins Kino kommen sollte, war man zunächst skeptisch. Man befürchtete, dass ein stark beharrten Wolverine in ein gelbes Plastikkostüm gezwängt, der mit seinen Kumpanen auf andere Mutanten losgeht, beim Publikum nicht gut ankommen würde. Doch angespornt durch die Erfolge von „Batman“ trauten sich die Studios „X-Men“ zu finanzieren. Und der anfangs befürchtete Albtraum blieb aus. Dank Bryan Singers fein heraus gearbeiteter Charakterzüge der Helden, die mit ihren Fähigkeiten zu kämpfen hatten, und der spannend und dramaturgisch gut erzählten Story, gelang es mit „X-Men“ der erste Erfolg der Marvel-Comicwelt an den Kinokassen. Und die dezenten Kostüme der Superhelden trugen mit Sicherheit zur Akzeptanz beim Kinopublikum bei.
„Spider-Man“ – ein Blockbuster
Auf dem von „X-Men“ vorgelegten Erfolg kam 2002 eine weitere Figur des Marvel-Universums in die Kinos, „Spider-Man“. Auch hier war die Gefahr groß, dass das Kostüm den Superhelden im Film lächerlich aussehen lassen könnte. Auch die Wahl des für die Rolle des Spider-Man verpflichteten Darstellers, der sehr jugendlich aussehende Hauptdarsteller Tobey Maguire, und die des Regisseurs Sam Raimi, der mit dem Horrorfilm „Tanz der Teufel“ bekannt wurde, versprach nichts Gutes.
Aber das hohe Budget des Films und die Meldung, man müsse die Szene aus dem Film streichen, in der Spider-Man zwischen den Twin Towers ein Netz gesponnen hatte, ließen ein Jahr nach 9/11 aufhorchen. Als dann der erste Trailer in die Kinos kam, in dem sich Spider-Man halsbrecherisch durch die Straßenschluchten Manhattans schwang und dabei noch in seinem super gestylten Kostüm eine gute Figur abgab, wurde das Kinopublikum von der Neugierde gepackt. Es strömte millionenfach in die Kinosäle. „Spider-Man“ wurde ein Blockbuster.
„Fantastic Four“ und „Hulk“ – Vom Comic zum Film
Die Erfolge von „X-Men“ und „Spider-Man“ ebneten weiteren Comicverfilmungen aus dem Marvel-Universum den Weg in die Kinos. Die Story um die Muntantenschule von Prof. X wurde mit „X-Men 2“ (2003) und „X-Men - Der letzte Widerstand“ (2006) fortgesetzt. Bernd Eichinger produzierte „Fantastic Four (2005) mit Jessica Alba („Sin City“), Chris Evans und Julian McMahon (NipTuck, Charmed). Auch hier folgte bald eine Fortsetzung. Im Jahr 2009 folgte ein Spin-Off von X-Men, „X-Men Origins: Wolverine“ in die Kinos und lies auch hier die Kinokassen gehörig klingeln. Auch „Hulk“, verfilmt von Ang Lee, fand 2003 den Weg in die Kinos. 2008 folgte die Fortsetzung „Der unglaubliche Hulk“. Hier führte Loius Leterrier Regie.
Das Marvel-Kino-Jahr 2011 beginnt mit „Thor“
Angefangen mit „Thor“ und „X-Men – Erste Entscheidung“, kamen zwei weitere Filme aus der Marvel-Welt auf die Leinwand. Für die Umsetzung von „Thor“ wurde der für Shakespeare Dramen bekannte Regisseur Kenneth Branagh verpflichtet. Mit Thor brachte man nach Iron Man eine weitere Figur des Superhelden-Teams der „Rächer“ auf die Leinwand. Und mit „X-Men – Erste Entscheidung“, wurde die Entstehung der Freund-/Feindschaft zwischen Professor X und Magneto vor dem Hintergrund der Kuba-Krise in den 60er Jahren gezeigt.
„Captain America – Der Erste Rächer“ von Chris Evans verkörpert
Am 18.08.2011 startet nun „Captain America: Der erste Rächer“ in den deutschen Kinos. Als Captain America alias Steve Rogers wurde Chris Evans verpflichtet, der bereits bei den „Fantastic Four“ die menschliche Fackel spielte. Zunächst hatte Chris Evans Zweifel, die Rolle anzunehmen, denn er sollte sich gleich für sechs Filme verpflichten. Als Regisseur konnte Joe Johnston gewonnen werden, der bereits mit „Rocketeer – Der Raketenmann“ Erfahrung bei der Verfilmung einer Comicadaption sammeln konnte. Mit Captain America wird ein weiteres Mitglied der Rächer (Avengers), eine Superheldengruppe vergleichbar mit den X-Men, auf die Leinwand gebracht.
Die Story von Captain America spielt in der Zeit des 2. Weltkriegs. Sie erzählt von dem Außenseiter Steve Rogers, der alles andere als ein Superheld ist. Auch vom Militär wird er für den Kampf gegen Hitlers Truppen abgelehnt. Dennoch kommt der schmächtige und kränklich aussehende Steve Rogers zu dem geheimen Regierungsprogramm „Rebirth“. Durch ein spezielles Serum wird er zu einem Kräfte-strotzenden-Supersoldaten gemacht. Als Superheld nimmt der den Kampf gegen HYDRA, einem Nazi-Team, auf.
„The Avengers“ von Joss Whedon realisiert
Nach neuesten Informationen soll am 3. Mai 2012 der nächste Marvel-Ableger in die deutschen Kinos kommen, „The Avengers“ (dt. „Die Rächer“). Joss Whedon, Erfinder und Regisseur der Serien „Buffy“ und „Firefly“, ist in dem neuen Marvel-Streifen für die Story und für die Regie verantwortlich. Mit von der Partie sind unter anderem Chris Evans (Captain America), Robert Downey Jr. (Iron Man) und Samuel L. Jackson (Nick Fury).
Den derzeitigen Gerüchten zufolge schließen sich die Superhelden Thor, Iron Man, Capitan Amerika und Hawkeye zusammen, um den außer Kontrolle geratenen Hulk (Mark Ruffalo), Einhalt zu gebieten. Der hinterlistige Loki, Thors Halbbruder, und die außerirdischen Skrulls, die ihre Gestalt verwandeln können, setzen den Rächern (Avengers) zusätzlich zu. „The Avengers“ verspricht 2012 zum Blockbuster zu werden.
"Wolverine", "Thor" und "Iron Man" werden fortgesetzt
Auch eine Fortsetzung des Spin-Offs „Wolverine“ wird gedreht. Die Regie führt James Mangold („Walk The Line“, „Cop Land“). Mit von der Partie ist wieder Hugh Jackman als Logan/Wolverine.
Auch „Thor“ wird fortgesetzt. Für das erste Drehbuch konnte Don Payne gewonnen werden. Dieser war bereits an dem Drehbuch von „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ beteiligt. Beschlossen ist auch die Realisierung von „Iron Man 3“. Und 2012 soll dann auch „Spider-Man 4“ in die Kinos kommen. Wenn dies keine Invasion aus dem Marvel-Universum ist.
Quellen
- Deadline.com
- Imdb.com
- Total Film, Ausgabe 5/2011
Hier geht zu einem weiteren interessanten Artikel über wahre Superhelden.
