Allgemein ist bekannt, dass im zweiten Weltkrieg zahllose Grausamkeiten der Nationalsozialisten begangen wurden. Die meisten Betrachtungen hierbei liegen in den zahlreichen Konzentrationslagern. Doch auch in den von Deutschland besetzten Gebiete wurden massive Verstöße gegen die Menschlichkeit begangen. Diese traten vor allem im Osten auf, doch auch im besetzten Frankreich wurden unzählige Greueltaten verübt, wie etwa am 10.Juni 1944 in der bei Limoges gelegenen Stadt Oradour-sur-Glane. Besonders tieffühlend ist der Bericht eines französischen Generals, welcher beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess verlesen wurde.

Nicht nur Osteuropa war von absurden Unmenschlichkeiten betroffen

Nachdem die SS an jenem Ort ankam, versammelten sie die Bevölkerung auf dem Marktplatz. Wer nicht zum Platz kommen konnte, wurde gleich in seinem Haus erschossen. Die Männer des Dorfes wurden "in eine Scheune eingesperrt. Die Frauen und Kinder wurden in die Kirche geführt und dort eingeschlossen. Bald darauf krachten MG-Salven, und das ganze Dorf sowie die umliegenden Bauernhöfe wurden in Brand gesteckt. [...] Während dieser Zeit lebten die Frauen und Kinder [...] in höchster Angst. Um 17.00 Uhr drangen deutsche Soldaten in die Kirche ein und stellten auf der Kommunionbank ein Erstickungsgerät auf, das aus einer Art Kiste bestand, aus der brennende Zündschnüre hervorragten.

In kurzer Zeit wurde die Luft nicht mehr atembar; jemandem gelang es jedoch, die Sakristeitür aufzureißen, wodurch es möglich wurde, die von der Erstickung betroffenen Frauen und Kinder wieder zu beleben. Die deutschen Soldaten begannen dann durch die Kirchenfenster zu schießen, sie drangen in die Kirche ein, um die letzten Überlebenden durch Maschinenpistolenschüsse zu erledigen und schütteten einen leicht entzündbaren Stoff auf den Boden. [...]

Gegen 18.00 Uhr hielten die deutschen Soldaten die in der Nähe vorbeifahrende Lokalbahn an und ließen die nach Oradour fahrenden Reisenden aussteigen. Sie streckten sie durch Maschinenpistolen nieder und warfen die Leichen in die Feuersbrunst."

Auf die Scheunen mit den eingeschlossenen Männern wurde mit Maschinengewehren geschossen und die Körper auf einem Berg zusammen geworfen und angezündet.

Unter den Toten waren 245 Frauen und 207 Kinder

Insgesamt starben 642 bei diesem Massaker. Überleben konnten nur wenige. Als Motiv nannten die Nationalsozialisten, dass das Massaker eine Vergeltungsmaßnahme für zuvor angegriffene deutsche Truppen war.

Diese Abartigkeit war leider keine Ausnahme. Auch beispielsweise in Lidice oder im griechischen Dorf Distomon wurde als Vergeltungsmaßnahme für ermordete Deutsche die komplette Ortschaft liquidiert.

Gegen einige verantwortliche Offiziere und Soldaten wurden zwar in Bordeaux 1953 ermittelt, doch gegen die Deutschen wurde keine Anklage erhoben. Bis auf einen SS-Offizier, der in Deutschland verurteilt wurde, hatte kein weiterer Beteiligter eine Strafe verbüßen müssen.