
- Der Kräutergarten des Museumsdorfs Altwindeck - Förderverein Heimatmuseum Altwindeck e.V.
Das Windecker Ländchen liegt im östlichen Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die Flächengemeinde Windeck existiert in ihrer heutigen Form seit 1969, als 66 Ortschaften zusammengelegt wurden. Namensgeber für die Kommune war die Burgruine Windeck, die sich im Ortsteil Altwindeck, dem früheren eigentlichen Windeck, befindet. Das örtliche Heimatmuseum, das Museumsdorf Altwindeck, besteht aus einem Hauptgebäude, zwei original Fachwerkhäusern mit Bauerngarten, zwei Scheunen und zwei Mühlen.
Das Hauptgebäude in der alten Schule
Auf zwei Ebenen findet man Ausstellungsstücke aus allen Bereichen des ländlichen Lebens und Miteinanders ab der Zeit um das Jahr 1700, beginnend mit Funden von der Burg Windeck. Alte Möbel, Geschirr und Küchenutensilien, Lampen sowie Spielzeug für Kinder zeugen von einem teilweise bescheidenen und schlichten Dasein, das die überwiegend als Bauern tätigen Bewohner einst fristeten.
Des Weiteren werden in einem separaten Raum mechanische Uhren, von der Taschenuhr bis zur großen Standuhr, gezeigt. Eine Uhrmacherwerkstatt mit entsprechendem Werkzeug wurde liebevoll eingerichtet.
Die stark katholische Ausprägung des Windecker Ländchens spiegelt sich in Gegenständen aus der Liturgie wieder, wie Monstranze oder Kelche, hinzu kommen zahlreiche Gesangs- und Gebetsbücher aus Privatbesitz.
Welch immenser Aufwand früher von Nöten war, um mit den Mitmenschen per Telefon oder per Brief zu kommunizieren, kann man in einem Raum erkunden, in dem sich außerdem ein Bahnschalter aus der guten alten Dampflokomotivenzeit mit alten Fahrplänen befindet.
Die Präsentation verschiedener Berufe und der dazugehörigen typischen Werkzeuge wie Kaufmann, Bäcker, Friseur, Schmied, Schuster und Sattler vervollständigt die Reise in die Vergangenheit im Haupthaus des Museums. Da sich darin bis 1971 die Windecker Volksschule befand, dürfen selbstverständlich Schulbänke mit Tintenfässchen, Lehrerpult, Schiefertafel und Rechenmaschine von anno dazumal nicht fehlen.
Die Fachwerkhäuser aus Gerressen und Eitorf-Merten
Die beiden Häuser aus dem 17. Jahrhundert aus der unmittelbaren Umgebung Altwindecks wurden an ihrem ursprünglichen Standort Stück für Stück abgebaut. An ihrem neuen Platz strahlen sie Leben und Arbeiten vergangener Tage aus. Im Haus Gerresen befinden sich Wohnstube, Küche mit Backes, Schlafkammer, Stall und Scheune unter einem Dach. Haus Eitorf-Merten dagegen ist ein reines Wohnhaus mit Küche und Stube auf der unteren Etage sowie Schlafraum im Obergeschoss. Alle Räume der beiden Gebäude sind natürlich frei zugänglich.
Der Bauerngarten
Der im traditionellen Stil angelegte kleine Garten auf dem Gelände des Museumsdorfes beherbergt neben Blumen auch Kräuter, Nutz- und Heilpflanzen.
Scheunen, Göpelmühle und Wassermühle
Das Thema „Holzverarbeitung“ wird in den beiden Scheunen gezeigt. Im Fachwerkbau aus Röcklingen findet sich eine funktionstüchtige Schreinerei und darüber hinaus Feuerwehr-Gerätschaften und ein in die Jahre gekommener Leichenwagen, der einmal von Pferden gezogen wurde. Im Jahr 2008 gelangte als bislang letzte Errungenschaft eine alte Scheune aus Gutmühle mit einem historischen Sägewerk ins Museumsdorf Windeck.
Zwei Mühlen mit unterschiedlichen Techniken komplettieren das Besichtigungsangebot des Museums. Die Göpelmühle, bei der ein großes Rad durch den Einsatz von Eseln oder Pferden in Bewegung versetzt wurde, war bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts ebenso für die Mehlproduktion unabdingbar wie die Wassermühle, deren Mühlrad durch den Altwindecker Bach angetrieben wird.
Der Förderverein Heimatmuseum Altwindeck e.V. als Betreiber des Museumsdorfes Altwindeck erhielt im Jahr 2009 für den unentgeltlichen Einsatz seiner Mitglieder den Ehrenamtspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Ohne dieses tatkräftige Mitwirken vieler Vereinsmitglieder wären wohl viele Schätze aus der Ferne für immer im Verborgenen geblieben.
Daten und Fakten zum Museumsdorf Altwindeck
Adresse: Im Thal Windeck 17, 51570 Windeck-Altwindeck, Telefon 02292-3888
Öffnungszeiten: vom 1. Februar bis 31. März sonn- und feiertags, 14:00 bis 18:00 Uhr, vom 1. April bis 30. November samstags, sonn- und feiertags, 14:00-18:00 Uhr
Quelle: Förderverein Heimatmuseum Altwindeck e.V.
