Das natürliche Gift Solanin in Kartoffeln

Kann man Kartoffelschalen unbedenklich essen?

Kartoffel - wrw
Kartoffel - wrw
Nachtschattengewächse, zu deren Gattung auch die Kartoffel gehört, bilden unter bestimmten Voraussetzungen eine bedenkliche Menge Solanin.

Nachtschattengewächse, zu denen unter anderem die Kartoffel und die Tomate zählen, bilden natürliche Gifte, um sich vor Schädlingen zu schützen. Ein Gift ist das Alkaloid Solanin, das bei Kartoffeln sehr konzentriert in grünen Stellen, in den Keimen der Kartoffel, aber auch in der Schale zu finden ist. Unreife, grüne Tomaten und die grünen Stielansätze weisen ebenfalls eine hohe Konzentration Solanins auf.

Behandlung der Kartoffel

Die Kartoffelsorten, die heutzutage auf dem Markt angeboten werden, weisen unter richtiger Behandlung einen niedrigeren Solaninwert als frühere Sorten auf.

Dunkel, kühl und relativ trocken muss die Kartoffel gelagert werden. Hierbei ergeben sich schon erste Probleme. Im Supermarkt werden die Kartoffeln, in Netzen verpackt, mit Neonlicht bestrahlt. Der Kunde muss schließlich sehen, was er kauft. Leider führt diese Maßnahme zu einem schnellen Anstieg des Solaningehaltes. Die Kartoffel fängt bei falscher Lagerung an zu keimen oder weist grüne Stellen auf. Diese müssen herausgeschnitten oder bei fortgeschrittenem Befall muss die ganze Kartoffel weggeworfen werden. Bereits geschälte rohe Kartoffeln sollten nicht lange an der Luft liegen, sondern schnell im Kochtopf landen, da Solanin auch zur Bekämpfung von Fäulniserregern freigesetzt wird.

Zubereitung der Kartoffel

Der Kartoffelkörper enthält direkt unter der Schale, aber auch im Inneren, unter anderem Stärke, Eiweiß, Kalium, Eisen und Vitamine. Hauptsächlich das Vitamin C, aber auch das Vitamin A und mehrere B-Vitamine. Um zu verhindern, dass sich die wasserlöslichen Vitamine B und C, und die Mineralstoffe durch den Kochvorgang verringern, könnte man die Kartoffeln mit Schale kochen. Das Kochwasser sollte nach dem Kochvorgang weggeschüttet werden, da das Solanin durch Hitze nicht zerstört wird, aber in das Kochwasser übergeht. Vor dem Genuss der Kartoffeln sollte man sie aus gesagten Gründen auf jeden Fall schälen.

Andererseits hält die Schale der Kartoffel auch das wasserlösliche Solanin ab, in das Kochwasser überzugehen. Was also tun? Frühkartoffeln aus neuer Ernte, die keine grünen Stellen aufweisen und richtig gelagert wurden, kann man getrost mit Schale kochen, und dann nach dem Kochvorgang pellen. Ältere Kartoffeln mit dickerer Schale, sollte man zur Sicherheit vorher schälen und als Salzkartoffel zubereiten. Alle grünen Stellen und Keime müssen großzügig herausgeschnitten werden. Um auch in den Genuss der Vitamine zu kommen, sollte man die Kochzeit auf ca. 20 Minuten beschränken und wenig Wasser verwenden. Die Kartoffeln sollten erst in den Topf kommen, wenn das Wasser kocht.

Gesundheitliche Gefahren des Solanins

Hier gibt es unterschiedliche Meinungen über die Grenzbereiche. Ein gesunder erwachsener Mensch müsste schon kiloweise grüne, rohe und ungeschälte Kartoffeln zu sich nehmen, um eine Vergiftung mit tödlichem Ausgang zu bekommen. Leichte, bis mäßig starke Vergiftungserscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall könnten auch leicht mit einer Magen-Darm-Erkrankung verwechselt werden. Bei Kleinkindern muss man aber aufgrund des niedrigen Körpergewichtes unbedingt aufpassen.

Enthalten Bio-Kartoffeln weniger Solanin?

Bio-Kartoffeln werden nicht wie konventionelle Kartoffeln mit Pestiziden gegen Schädlinge behandelt. Deshalb wurden für die Bio-Kartoffeln sehr widerstandsfähige Sorten gezüchtet, die sich gegen angreifende Schädlinge wehren können. Dieser Vorgang hat aber auch für uns Menschen einen entscheidenden Nachteil: Die Kartoffelpflanze könnte mehr von dem natürlichen Gift Solanin produzieren.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Anke Fienbork, Frank Fienbork

Anke Fienbork - Seit meiner Kindheit lese und schreibe ich gerne und viel. Ich bin Mutter von zwei wunderbaren Kindern, die mich auch fast den ganzen Tag ...

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