Das Neujahrsfest der Bäume ist am 15. Schevat. Wie jedes Fest, so beginnt auch dieses mit dem Dunkelwerden am Vorabend. Das Fest ist mit den ersten Anzeichen des Frühlings verbunden, seine Lage Anfang Februar bis Anfang März lässt in Deutschland allerdings wenig an das Frühjahr denken, während in Israel durchaus die ersten Knospen zu sehen sind und auch auf Mallorca die Mandelblüte beginnt. Der Neujahrstag der Bäume wird auch als himmlischer Gerichtstag über die Bäume sowie als der Tag, welcher die Blüte des Landes Israel zum Ausdruck bringt, bezeichnet.
Was heißt Neujahrstag der Bäume?
Der 15. Schevat ist der Tag, an welchem alle Bäume und Zierpflanzen Geburtstag haben. Das Alter eines Baumes ist in seinen ersten Lebensjahren nach der Pflanzung von Bedeutung, da seine Früchte in den ersten drei Jahren nicht gegessen werden dürfen. Im vierten Jahr sollen die Früchte in Jerusalem verzehrt werden. Die entsprechenden Gesetze können der Halacha gemäß nur im Land Israel erfüllt werden, dennoch ist die Einhaltung der Nichtverwendung der Früchte während der ersten drei Jahre üblich. Sie hat religiöse Gründe, nebenbei verbessert es auch den Ertrag der meisten Bäume, wenn die Früchte während der ersten drei Jahre am Baume hängen gelassen werden. Neben der Regelung, ab wann Früchte gegessen werden dürfen, spielt das Alter auch für die traditionelle religiöse Versteuerung eine Rolle, diese gilt aber auch faktisch nur innerhalb Israels.
Welche Traditionen sind mit dem Neujahrsfest der Bäume verbunden?
Viele Gemeinden feiern am Tu be Schevat (15. Schevat) einen Sederabend, an welchem Früchte verzehrt werden. Die Weine symbolisieren im Übergang vom Weißwein über einen hellen und einen dunklen Rosé zum Rotwein den Wechsel der Jahreszeiten. Üblicherweise werden während des Seders zumindest die sieben für Israel typischen Sorten verzehrt. Dabei werden teilweise verarbeitete Produkte verwendet, so dass die Gerste durch Bier und der Weizen durch Brot vertreten ist. Eine weitere Tradition besteht im Essen von mindestens einer während des Jahres, es gilt selbstverständlich der jüdisches Jahresbeginn Rosch ha Schana am ersten Tischri, noch nicht verzehrten Frucht. Beliebt ist auch der Verzehr von mindestens fünfzig Früchten im Laufe des Tages, dabei zählen Säfte natürlich mit und auch Kaffee ist eine Frucht der Kaffeekirsche. Eine weitere Tradition besteht im Pflanzen eines Baumes.
Gibt es religiöse Vorschriften für das Neujahrsfest der Bäume?
Das Neujahrsfest der Bäume wird in der Torah nicht ausdrücklich befohlen, auch der Talmud ordnet es nicht verbindlich an, sondern erwähnt den Feiertag eher beiläufig. Entsprechend begründet der Tag kein Arbeitsverbot und der Gottesdienst ist, sofern die Gemeinde an Werktagen einen solchen anbietet, der des Werktages. Das Hallel wird am Neujahrstag der Bäume weder im öffentlichen Gottesdienst noch in der Synagoge eingefügt. Der einzige Unterschied zum normalen Werktagsgottesdienst ist das Weglassen des Tachanuns, einer Bewusstwerdung von Verfehlungen. Wenn der 15. Schevat auf einen Schabbat fällt, unterscheidet sich der Gottesdienst nicht vom normalen Schabbatgottesdienst, beim Kiddusch werden in vielen Gemeinden Früchte gereicht.
Quellen:
Abschnitt zum Neujahrstag der Bäume in Lau, Israel M. Wie Juden leben, Gütersloh 1988
Neujahrsfest der Bäume auf talmud.de
