
- Das Pareto-Prinzip hilft beim Zeitmanagement - Mike Frajese / pixelio.de
Die 80:20-Regel von Vilfredo Federico Pareto beschreibt, dass in einer Menge ein kleiner Teil sehr viel zum Gesamtwert der Menge beitragen kann, während der überwiegende Teil nur sehr wenig zum Gesamtwert beiträgt. Pareto entdeckte dieses Phänomen zum ersten Mal Anfang des 20. Jahrhunderts, als er in Italien herausfand, dass 20 Prozent der Familien über 80 Prozent des Volksvermögens verfügen. Obwohl das 80-zu-20-Zahlenverhältnis nicht immer und überall exakt so zutrifft, ist die darin ausgedrückte Gesetzmäßigkeit beachtlich!
Effektivität und Zeitaufwand
Vor allem lässt sich das Pareto-Prinzip auf das Arbeits- und Zeitmanagement anwenden. Will man die oft sehr bemessene Arbeitszeit optimal nutzen, ist es hilfreich zu wissen, dass üblicherweise 20 Prozent der Tätigkeiten und Aufgaben so entscheidend sind, dass damit bereits 80 Prozent des gesamten Arbeitserfolges erzielbar sind. Die übrigen 80 Prozent der Zeit erbringen dagegen lediglich noch 20 Prozent des Ergebnisses. Das Verhältnis von Ertrag und Aufwand beträgt unter diesem Blickwinkel 80 zu 20. Dabei gilt diese Regel nicht nur bei der Verteilung der Zeit. Die Effektivität einer Tätigkeit ist danach nicht unbedingt am Zeitverbrauch festzumachen, die man zur Erledigung der Tätigkeit beziehungsweise Durchführung der Aktivität benötigt.
Das Pareto-Prinzip für besseres Zeitmanagement
Das Pareto-Prinzip ist eine sehr gute Methode, um Aufgaben zu priorisieren und Prioritäten zu setzen, Probleme bei der Zeitplanung frühzeitig zu erkennen und konkrete Arbeitsplanungen vorzunehmen. Dabei ist entscheidend, dass das eigene Leistungsvermögen und der eigene Leistungsstand richtig eingeschätzt werden, das Arbeitsziel klar formuliert und vorher Wichtiges von Unwichtigem getrennt ist.
Perfektionisten aufgepasst!
Nach der Pareto-Regel ist Perfektion unwirtschaftlich und verbraucht viel Zeit. Anstatt sich mit Arbeit aufzuhalten, die keinen angemessenen Mehrwert schafft, sollte vielmehr der eigene Perfektionismus begrenzt werden, um Zeit für das Wesentliche zu haben. Günstiger ist es demzufolge oft, wenn man sich für weitere 80-Prozent-Ergebnisse anstrengt, anstatt Energie in die jeweils noch zur Perfektion fehlenden 20 Prozent zu stecken.
Aber Achtung, das bedeutet nicht, dass es keine Arbeiten gibt, die nicht absolut hundertprozentig erfüllt werden müssen. Beim Hausbau etwa ist es kontraproduktiv, wenn die Arbeit beendet wird, obwohl erst 80 Prozent des Mauerwerks stehen.
Beispiele des Pareto-Prinzips aus der Wirtschaft
- Bei der Produktion von Gütern sind 20 Prozent der Produktionsfehler für 80 Prozent des Ausschusses verantwortlich.
- Im Verkauf machen zwei von zehn Verkäufern 80 Prozent des Umsatzes.
- Im Versandhandel werden 80 Prozent der Kunden mit einem Arbeitsaufwand von 20 Prozent bedient. Die weitaus meiste Arbeit verursachen die wenigen Kunden, die sich beschweren und Lieferungen beanstanden.
- Bei Besprechungen kommt es meistens in 20 Prozent der Zeit zu 80 Prozent der Beschlüsse.
- Bei der Schreibtischarbeit werden mit 20 Prozent der Zeit ungefähr 80 Prozent der Aufgaben bewältigt.
- 20 Prozent der Kunden oder Waren bringen 80 Prozent des Umsatzes.
Beispiele aus dem Alltag:
- Nur 20 Prozent der Kleidung, die wir besitzen, wird gewöhnlich getragen.
- In der Wohnung weisen 20 Prozent des Teppichs 80 Prozent der gesamten Abnutzung auf.
- 20 Prozent der Freizeitbeschäftigungen bescheren 80 Prozent der gewünschten Erholung.
- 20 Prozent der Telefonate übermitteln 80 Prozent der weiterzugebenden Information.
- 20 Prozent der Zeitungen enthalten 80 Prozent der Nachrichten.
- 20 Prozent der Nahrung liefern 80 Prozent der Nährstoffe.
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