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Seit einigen Jahren schon sind sie ein fixer Bestandteil im Sortiment einer jeder guten Buchhandlung und zieren schier endlose Regale eines jeden Comic-Shops. Aber was ist der Grund, warum sich diese Comics einer solchen Beliebtheit erfreuen?
Definition
Das Wort Manga bedeutet übersetzt "zwangloses/ungezügeltes Bild". Im deutsch-sprachigen Raum und anderen Ländern werden damit speziell aus Japan stammenden Comics bezeichnet, während in Japan selbst alle Comics damit gemeint sind. Außerdem gibt es regionale Namensunterschiede. So sagt man in China Manhua und in Korea Manhwa. Zeichner eines Mangas werden Mangaka genannt.
Geschichte der Mangas
Ursprung der Mangas kann man in verschiedene Drucken der Heian-Epoche (794-1185) sehen. Abgebildet waren Tiere, Jagd- und Kampfszenen aber auch erotische Zeichnungen.
Wenn man jedoch den Comic bzw. Manga als eine Bildabfolge, die eine Geschichte erzählt, definiert dann findet man derartiges erst in der Meiji-Epoche (1168-1912). Ab 1914 veröffentlichte der Verlag Kodansha ein Monatsheft für Jugendliche genannt "Shonen Club" (Shonen=Junge). Es enthielt einerseits redaktionelle Artikel aber auch Mangageschichten. Gleich darauf erfolgte eine selektive Spezialisierung auf die Zielgruppe. So erschien kurze Zeit später das weibliche Pendant zu "Shonen Club", nämlich das "Shojo Club" (Shojo=Mädchen). Entscheidend für die Verbreitung der Mangas waren auch die in Tageszeitungen abgedruckten Comic-Strips.
Im zweiten Weltkrieg wurden Mangas auch als Kriegspropaganda eingesetzt. Nach dessen Ende gründeten sich einige Kleinverlage. Für solchen zeichnete nebenberuflich der Arzt Osamu Tezuka, der den modernen japanischen Comic enorm geprägt hat.
1947 erschien "Manga Shonen", das erste japanische Magazin, das nur Mangas enthielt. Von nun an begannen die Auflagenzahlen und die kulturelle Bedeutung zu steigen.
Heutzutage bewegt sich der prozentuale Anteil der Mangas an sämtlichen verkauften Druckwerken Japans zwischen 36-40 %.
Mangas im deutschen Raum
Der Siegeszug der deutschen Mangas begann zu Beginn der 90er des letzten Jahrhunderts. Ausschlaggebend dafür war die Ausstrahlung und Erfolg der Fernsehserie "Sailormoon". Diese war zwar hauptsächlich für das weibliche Publikum zugeschnitten, jedoch wagten es von nun an verschiedene Verlage (z.B.: Carlsen, EMA, Panini) sich der japanischen Comics anzunehmen. So erfreute sich die Mangaserie "DragonBall" gerade bei männlichen Lesern äußerster Beliebtheit.
Auch wenn es nicht so rasant ablief wie in Japan, hat sich auch bei uns inzwischen eine eigene Mangakultur gebildet. Sogar die ungewohnte japanische Leserichtung – von hinten nach vorne – die man beibehielt, wurde positiv aufgenommen.
Manga im Fernsehen und Kino
Neben den Mangas gibt es auch eine immense Anzahl an Mangas die in Fernsehserien und Filmen umgesetzt wurden. Diese nennt man Anime. Nicht selten ist eine TV-Ausstrahlung verbunden mit einer Angebotswelle an
Merchandiseprodukten. Beispiele dafür sind: DragonBall, Yu-Gi-OH, Pokemon oder Beyblade.
Stilelemente und Merkmale
Auffallend ist die Verteilung der einzelnen Panels. Diese sind nicht immer geordnet nebeneinander stehend oder deutlich abgegrenzt, sonder können auch direkt ineinander verschoben sein. Auch die Größe variiert stark und oft. Fakt ist, dass Neueinsteiger sich anfangs schwer tun und das Lesen von Mangas erst "lernen" müssen, abgesehen von der bereits erwähnten, ungewohnten Leserichtung.
Mangas zu zeichnen ist sehr zeitintensiv und harte Arbeit. Meist hat ein Mangaka mehrere Assistenten mit denen er an einem Werk arbeitet. Jeder hat ein Gebiet auf dem er besonders gut ist (z.B: Hintergrundzeichnungen, Gegenstände,....) Manchmal leben diese sogar in Wohngemeinschaften zusammen, um sich gleich nach dem Aufstehen an die Arbeit zu machen.
Der Einsatz von kunstvollen, detailreichen und präzise Bilder und dem emotionsgeladenen Zeichenstil ist ein typischer und wichtiger Faktor der Mangas. Oft tritt hier der Text in den Hintergrund. Beispiel: "Speedlines" . (siehe Bild unten).
In Japan gelten große Augen als Schönheitsmerkmal. Dies sieht man auch deutlich in den Comics.
Die verschiedenen Genre und einige Stilbegriffe:
Die Bezeichnung sind japanisch und englisch gemischt.
- Shojo: Manga für Mädchen
- Shojo-Ai: Mangas mit lesbischen Inhalt
- Shonen: Mangas für Jungen
- Shonen-Ai: Mangas mit homosexuellen Inhalt
- Romance: Mangas mit romantischen Inhalt
- Fantasy: Fantasygeschichten (Elfen, Feen, Riesen, Zauberer,...)
- Sci-Fi: Science fiction Geschichten (Weltall, Raumschiffe, Roboter,...)
- Hentai: Mangas mit pornografischem Inhalt
- Ecchi: Mangas mit sexuellen Anspielungen, aber nicht pornografisch
- Seinen: Mangas für Männer im Alter von 18-30 Jahren
- Horror: Gruselgeschichten
- Adventure/Action: Abenteuergeschichten
