Stephenie Meyer - Das Phänomen Twilight als Film und Buch

Stephenie Meyer Autorin von Twilight - Comunidad Crepusculo
Stephenie Meyer Autorin von Twilight - Comunidad Crepusculo
Twilight - der Hype um und die Bis(s)-Reihe, was steckt wirklich drin?

Man kann diese Frau nur beneiden. Ein Traum, glaubt man der Biografie auf Wikipedia, am 13. Juni 2003 brachte sie auf die Idee und schon im Oktober 2005, keine 18Monate später, erschien ihr erster internationaler Bestseller: TWILIGHT. Mit dem wenig originellen deutschen Titel BIS(S) ZUM MORGENGRAUEN. Danach folgten weitere 3Teile der Twilight Serie im Jahrestakt. Und machten Mrs. Meyer unzweifelhaft zu einer Nachfolgerin von Joanne K. Rowling, zumindest was den Bekanntheitsgrad angeht.

Wie zur Hölle hat sie das alles so schnell geschafft? In grob geschätzten 4 Jahren 2200Seiten (das Werk Host [dt. Titel Seelen] und Midnight Sun nicht mitgerechnet) zu füllen erscheint erstmal nicht viel, gerade mal anderthalb Seiten pro Tag um genau zu sein – addiert man dann aber noch das Erfinden der Geschichte, die Recherche und das Entwickeln der einzelnen Figuren hinzu und wirft noch die Erziehung dreier Söhne mit ein… dann kommt man wieder zurück zur Ausgangsfrage.

Nun aber zu ihrem ersten Werk, das nicht nur die Kinokassen weltweit zum Klingeln brachte:

TWILIGHT

oder auch (selbst das Schreiben kostet Überwindung): BIS(S) ZUM MORGENGRAUEN

Wie immer wenn Bücher oder Filme ins Unermessliche gehypt werden und es, neben unzähligen denkbaren und undenkbaren Merchandise-Artikeln, grob geschätzte 10verschiedene Umschlagversionen für jede Altersstufe gibt, sträuben sich viele Geld für diesen Massenwahnsinn auszugeben. Normalerweise gibt man dann doch irgendwann der Neugier nach – schließlich muss man ja wissen weswegen alle so aus dem Häuschen sind. Wenn man sich dann also verhalten und möglichst inkognito das erste Buch besorgt hat, erfährt man eine Überraschung. Im Gegensatz zu dem kitschig wirkenden deutschen Titel des ersten Buches, stößt man auf eine wirklich angenehme Sprache und eine Leseobsessionen deutliche fördernde Geschichte. Natürlich erinnert der Stoff an die oft wiedergekäute Cinderella-Story - wenn auch mit Abwandlungen. So kommt Bella zwar aus einfachen Verhältnissen, muss sich aber zumindest nicht mit verzogenen Stiefschwestern herumärgern oder tagein tagaus schwere Hausarbeiten erledigen. Obwohl… Kochen, Wäsche waschen und Putzen fällt durchaus in ihren Aufgabenbereich. Als Ausgleich dafür bekommt sie aber auch den Prinzen…äh Vampir. Einen Vampir der Gedankenlesen kann, außer den ihren natürlich, wunderschön ist, im Sonnenlicht, statt zu verbrennen, funkelt wie ein Kristallleuchter und dazu noch jede Menge Vorteile gegenüber einem normalen Prinzen hat. Stephenie Meyer hat diesen Stoff so aufbereitet, dass man durchaus Qualen erleiden muss wenn der erste Teil ausgelesen, der zweite aber noch nicht gekauft ist.

Zwar gibt es bereits eine riesige Fangemeinde aber durch den Hype um die Filme, die nicht ganz den fesselnden Büchern entsprechen, gibt es auch jede Menge Menschen die sich wohl nicht freiwillig mit diesem Buch in der Hand sehen lassen würden. Schade eigentlich, denn Stephenie Meyer hat eine wunderbare Welt erschaffen, in der sich ein Besuch durchaus lohnt.

Das Buch als Film

Ganz anders sieht da der erste Film der Bis(s)- Reihe aus. Die 434Seiten der Originalversion in einen Film zu packen ist gründlich schief gegangen. Viele Schlüsselszenen fielen scheinbar dem Cutter zum Opfer, das Ergebnis ist eine Collage-artige Aneinanderreihung melodramatisch trübgehaltener Bilder. Ganz zu schweigen von dem übertriebenen Make Up, das den Vampirdarstellern verpasst wurde. Ernsthaft, Edward wirkt wie ein schlecht geschminkter Clown mit der Puderblässe und dem Lippenstift, dessen Farbe ihm so gar nicht steht. Und im Gegensatz zu der charakterstarken Figur Bella des Buches, schneidet die Film-Bella ziemlich schwach ab.

Die Empfehlung hier kann also nur heißen: Lesen Sie die Bücher sonst verpassen Sie etwas, die Filme sollte man sich aber lieber sparen.

Und für alle Vampirfans:

J. R. Ward Blackdagger

Jessika Mueller, Jessika Mueller

Jessika Mueller - studiert Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Leipzigseit 2007 Lehrerin für autogenes Training und ...

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