
- Armutsatlas - Klaus-Peter Wolf/PIXELIO
Das Projekt Armutsatlas hat sich die Aufgabe gestellt, Armutsquoten unterhalb der Größe von Bundesländern auszuweisen. Dabei liegt die besondere Schwierigkeit darin, eine geeignete Raumeinheit für den Armutsatlas zu finden, die genügend große Stichproben umfasst. Um aussagekräftige Ergebnisse zu gewinnen, muss die Stichprobe für den Armutsatlas so groß sein, dass der Standardfehler nicht zu bestimmend wird. Ideal für den Armutsatlas wäre eine Bevölkerungszahl von etwa einer halben Million Einwohnern - und damit ca. 5.000 Personen in der Stichprobe. Bei der Berechnung von Armutsquoten lassen sich mit einer Stichprobengröße von 5.000 Stichproben gute Ergebnisse erzielten.
Die Armutsquote im Armutsatlas
Nach der Definition im Armutsatlas spricht man dann von Armut, wenn eine Person ein sozio-kulturelles Existenzminimum nicht erreicht oder anders ausgedrückt: wenn sie keine angemessene Teilhabe an der Gesellschaft hat und so ausgegrenzt ist.
Der zweite und dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung orientiert sich an einem relativen Einkommensbegriff, bei dem die Armutsgrenze auf 60 Prozent eines mittleren Einkommens (Medianeinkommen) festgelegt wird. Der Armutsatlas folgt dieser allgemein anerkannten Definition von Armutsgrenze, die auch innerhalb der Europäischen Union als verbindlicher Indikator zur Armutsmessung gilt.
Der Armutsatlas zur Verteilung von Armut in Deutschland
Betrachtet man die im Armutsatlas aufgeführten Armutsquoten der sechzehn Bundesländer etwas genauer, so springt zunächst der Ost-West-Unterschied ins Auge. Typisch sind für die ostdeutschen Bundesländer insgesamt hohe Armutsquoten, die im Armutsatlas durch unterschiedliche Rotfärbungen dargestellt werden. Demgegenüber zeigt der Armutsatlas für Westdeutschland insgesamt deutlich niedrigere Armutsquoten, wobei die Spannweite der Armutsquoten größer ist als in Ostdeutschland.
Dreiteilung Deutschlands im Armutsatlas
Anstelle der üblichen West-Ost-Betrachtung wird im Armutsatlas eher von einer Dreiteilung Deutschlands gesprochen: Westdeutschland teilt sich im Armutsatlas auf in den süddeutschen Bereich mit den Ländern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sowie den nordwestdeutschen Bereich mit den Ländern zwischen Saarland und Schleswig-Holstein. Der süddeutsche Bereich zeigt im Armutsatlas eine Armutsquote von knapp 11 Prozent. Nordwestdeutschland liegt im Armutsatlas mit fast 15 Prozent deutlich über dem süddeutschen Bereich und etwa in der Mitte zwischen der Armutsquote Ostdeutschlands mit fast 20 Prozent und dem süddeutschen Bereich.
Die ostdeutsche Quote ist im Armutsatlas mit fast 20 Prozent beinahe doppelt so hoch wie diejenige des süddeutschen Bereichs mit knapp 11 Prozent.
Details im Armutsatlas
Der Armutsatlas enthält zahlreiche Details, Tabellen, Karten und Übersichten zum aktuellen Stand der Armut und der Armutsverteilung in Deutschland. Zudem versucht der Armutsatlas, die Ursachen für die unterschiedliche Verteilung von Armut (0271 - Armes reiches Deutschland) in Deutschland aufzuzeigen.
Der Armutsatlas steht allen Interessierten als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.
Darüber hinaus hat der Paritätische Gesamtverband auf den Seiten von Armutsatlas.de eine Datenbank eingerichtet, in der über den Inhalt des Armutsatlasses hinaus die Möglichkeit der Abfrage auf Kreisebene angeboten wird.
