
- Weißwein- und Rotweinglas - Sylvia Schöbe
Um Wein richtig genießen zu können, sollte man ihn auch in den passenden Gläsern einschenken. Kelchgläser mit Stil eignen sich hierfür am besten. Mit dem Anfassen am Stil wird verhindert, dass die Temperatur des Weines beeinflusst wird. Außerdem werden Fingerabdrücke am Glas vermieden, was durchaus recht unästhetisch wirken kann.
Römergläser sind ungeeignet
Römergläser sehen zwar schön aus. Um die Qualität des Weines anhand der Farbe zu bestimmen, sind sie jedoch völlig ungeeignet. Der Stil ist meist blau oder grün. Diese Farben reflektieren stark und spiegeln sich im Wein wider. Da nützt es auch nichts, wenn der Kelch transparent ist.
Dünnes oder dickes Weinglas
Ein gutes Weinglas muss außerdem dünn sein. Das ist wichtig für ein tolles Geschmackserlebnis. Denn auf diese Weise spürt man die Temperatur des Weines sofort auf den Lippen, was wiederum die Geschmacksknospen auf der Zunge anregt. Ein dickes Glas würde dagegen die Temperatur des Getränks negativ beeinflussen. Denn die Wärme des Glases kann sich stärker auf den Wein übertragen. Bei einem dünnen Gefäß kann die empfohlene Trinktemperatur des Weines unverfälscht wahrgenommen werden.
Das passende Glas für Weißwein
Um die Farbe des edlen Tropfens beurteilen zu können, sollte man ein farbloses, ungeschliffenes Glas wählen. Gerade beim Weißwein ist es wichtig zu überprüfen, ob er klar und nicht trüb ist.
Die beste Trinktemperatur für Weißwein liegt bei kühlen 8 - 10 °C. Man gießt ihn deshalb in kleinere Gläser. So kann man öfter nachschenken, und der Wein erwärmt sich nicht im Glas. Außerdem hat ein kleines Glas den Vorteil, den Alkoholkonsum besser kontrollieren zu können. Das ist besonders bei süßen Dessertweinen wichtig, da sie relativ hochprozentig sind.
Ideal ist ein apfelförmiges Glas mit einer Öffnung, die leicht verengt ist. Das Bukett verfliegt somit nicht, sondern verbleibt im Glas und kann deutlicher erschnuppert werden.
Das passende Glas für Rotwein
Rotwein schmeckt dagegen bei 16 - 18 °C am besten. Sein volles Aroma kommt nur in großvolumigen Gläsern zur Geltung. In einem bauchigen Glas hat der Wein mehr Kontakt mit der Luft. Er kann sozusagen "atmen". Der Duft und der Geschmack können sich erst dadurch richtig entfalten.
Gerbstoffarme Rotweine wie der Dornfelder oder der Portugieser können allerdings auch aus kleineren Gefäßen getrunken werden. Sie haben keinen großartigen Austausch mit der Luft notwendig. Das Öffnen der Flasche reicht bereits aus, um das typische Aroma und einen ausgewogenen Geschmack zu entwickeln.
Der richtige Standort des Weinglases
Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Trinkgefäß gut gereinigt ist. Es sollte weder Spülmittel noch der Geruch des Küchenschrankes daran haften. Dies würde dem Aroma des Weines schaden. Weingläser sollten daher aufrecht stehend, an einem staub- und geruchsfreien Ort untergebracht werden.
