Das Rock Hard Festival wird erwachsen – Heavy Metal Ruhrpott

Logo Rock Hard Festival - Rock Hard
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2010 geht das Rock Hard Festival im Amphitheater in Gelsenkirchen in die achte Runde. Ein Festival von Fans für Fans - und das ganz wörtlich.

Das Rock Hard Magazin, mit Redaktionssitz in Dortmund, ist die „Bibel“ für alle deutschen Metalheads, und neben dem Metal Hammer (aus dem Hause Springer) die Zeitschrift im Bereich Metal, die definitiv als Szeneorgan angesehen werden kann. Das Rock Hard existiert mittlerweile seit 27 Jahren. Die Redaktion besteht im Kern auch seit Jahrzehnten aus den gleichen Personen.

Seit 2003 organisieren die Dortmunder zusätzlich zur Zeitschrift ein Festival, auf dem in erster Linie Bands spielen, die sich die Redaktion (allesamt leidenschaftliche Fans) selber wünscht. „Alle Leute in der Redaktion sind daran beteiligt“, sagt Chefredakteur Götz Kühnemund im WDR-Rockpalast Interview. „Wir setzen uns immer direkt nach dem letzten Festival zusammen und haben dann einen Wunschzettel, der dann abgearbeitet wird.“ So wird garantiert, dass auch die Redaktion – trotz viel Arbeit – auf ihre Kosten kommt.

Das Rock Hard Festival – Klasse statt Masse

Das erstmals 2003 als Jubiläumsfestival organisierte Rock Hard Festival, fand dieses Jahr bereits zum siebten Mal statt. Regelmäßig ausverkauft und mit einer sehr speziellen Bandauswahl zielt das Rock Hard mit diesem Event nicht auf ein Massenpublikum ab, sondern bedient in erster Linie eingefleischte Metalfans, die im Kern auch der Leserschaft der monatlich erscheinenden Zeitschrift entsprechen. „Wir versuchen stilistisch alles abzudecken, was auch das Rock Hard abdeckt, also von Black Metal bis zu Hard Rock“, so Kühnemund. In diesem Jahr hatte das Rock Hard allerdings eine kleine Besonderheit im Line-Up. Die drei Headliner stammen allesamt aus Deutschland: die Thrash Metal Lokalmatadore Kreator aus Essen, Rage aus Herne und Accept (ohne Udo) aus Solingen stammen allesamt aus dem Einzugsgebiet des Ruhrpotts und sind somit nicht nur musikalisch, sondern auch regional mit dem Rock Hard verbunden. In einer Reportage aus den Achtzigern namens „Thrash Altenessen“ wird über Kreator und das Phänomen des Heavy-Metal im Ruhrpott bereits Ursachenforschung betrieben. Und auch ein neues Buch mit dem titel „Kumpel in Kutten – Heavy Metal im Ruhrgebiet“ greift dieses Thema wieder auf.

Ohnehin kann man das Ruhrgebiet getrost als Schmelztiegel des deutschen Metal bezeichnen, was auch der WDR in seinem Bericht über das Rock Hard Festival treffend herausarbeitet.

Die Rock Hard Familie

Das Festival hat mit seinen 7500 Besuchern vermutlich seine endgültige Grenze erreicht und liegt damit bei rund einem Zehntel der Besucherzahlen, die beispielsweise das Wacken-Festival jährlich empfängt. Das Festival wird seitens der Redaktion immer wieder als Familientreffen dargestellt und so soll der private Charakter beibehalten werden. Beim Rock Hard Festival ist man unter sich. „Wir danken euch für den tollen Support und für drei Tage, die trotz aller Trauer gigantisch waren“, heißt es im Editorial des Rock Hard Nr.278 im Juli.

Doch auch Trauer, da kurz vor dem Festival gleich zwei Meldungen das metallische Paralleluniversum erschütterten: Der Tod von Ronnie James Dio (Rock-Legende und Ex-Black Sabbath Sänger) sowie Pete Steele (Sänger und Bassist von Type O Negative). Dies hatte viele der langjährigen Fans schockiert und das Event überschattet. „Wir bleiben eine große Familie und werden uns die Erinnerung an Ronnie und Pete für immer bewahren.“ So haben auch traurige Ereignisse im Rahmen des Festivals Gemeinschaft stiftenden Charakter und schweißen die ohnehin als sehr loyale Fanbase bekannte Metal-Familie enger zusammen.

Quo Vadis, Rock Hard Festival?

Nach acht Jahren kann man behaupten, dass sich das Rock Hard Festival als fester Bestandteil des jährlichen Festival-Kalenders etabliert hat. Und alle sind rundum glücklich: Die Veranstalter schreiben schwarze Zahlen, die Fans kommen gerne wieder und die Preise sind nach wie vor fanfreundlich. Es spricht also nichts dagegen, dass diese Erfolgsgeschichte so weiter geht. Das Rock Hard Festival ist erwachsen geworden und wird auch nächstes Jahr für Furore sorgen.

Der Wortinspektor, Alexander Brendel

Alexander Brendel - Worte unter der Lupe Der Wortinspektor ist Alexander Brendel. Und umgekehrt. Ich nehme die Worte genau unter die Lupe und bringe sie ...

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