Das römische Regensburg - Castra Regina

Castra Regina - Regensburg - Gerhard Helminger - pixelio.de
Castra Regina - Regensburg - Gerhard Helminger - pixelio.de
Regensburg wurde 179 nach Christus gegründet und hat bis heute mehrere Zeugnisse seiner römischen Vergangenheit vorzuweisen. Einige Beispiele.

Das Legionslager, aus dem die spätere Stadt Regensburg (mehr zur antiken Geschichte) hervorging, entstand im Zuge der Markomannenkriege um 170 nach Christus, eine Bauinschrift aus dem Jahr 179 gilt als „Geburtsurkunde“ der Stadt. Die über sechstausend Mann starke legio III italica und der kaiserliche Legat der Provinz Rätien (Provinzhauptstadt war Augsburg, das römische Augusta Vindelicum) bewohnten das gewaltige rechteckige Kastell mit 540x450 Meter Länge und 24,6 Hektar Flächeninhalt.

Die Überreste des römischen Legionslagers und des Vicus

Mehrere Male wurde das Lager mitsamt seinem vicus (dem vor dem Kastell angesiedelten Lagerdorf) zerstört, so 233 durch die Alamannen, wahrscheinlich um 288 und noch einmal 357 durch die Juthungen. Jedesmal bestand die Festung mit ihrer Siedlung weiter, wenn auch oft in bescheidenerem Maße als vorher. Sichtbare Überbleibsel sind die porta prätoria, welche erst als Stadttor diente und dann in das Bischöfliche Brauhaus (17. Jahrhundert) integriert wurde. Ausgrabungen wurden konserviert unterhalb des Niedermünsters (nicht frei zugänglich) und von der einst mächtigen Lagermauer mit ihren dreißig Türmen ein sechzig Meter langes und fünf Meter hohes restauriertes Teilstück gegenüber dem Städtischen Museum, das auch die zahlreichen römischen Funde beherbergt. Anfang des 5. Jahrhunderts verließen die letzten regulären römischen Truppen Regensburg und die Gegend.

Ein weiteres Kastell in Kupfmühl

Bereits unter Kaiser Domitian (81 bis 96) errichteten die Römer in Regensburg-Kupfmühl ein Kastell, welches circa fünfhundert Mann, meist berittenen Hilfstruppen, als Unterkunft diente. Um das Lager bildete sich ebenfalls ein vicus von seßhaft gewordenen Veteranen, Handwerkern und Soldatenfamilien. Nach dem Markomanneneinfall 170 verschwanden Kastell und Zivilsiedlung, übrig blieb nur ein Rasthaus mit Pferdewechselstation an der Straße nach Augsburg - Augusta Vindelicum. Das Kastell ist vollkommen unter der Erde verborgen (Ausgrabungen fanden 1924 statt), Funde wurden im Städtischen Museum untergebracht.

Ein rätselhaftes Militärlager in Großprüfening

Noch nicht vollständig untersucht ist ein drittes Lager auf Regensburger Stadtgebiet mit 60x80 m Umfang in Großprüfening, welches etwa 130 bis 150 Mann Besatzung hatte und erst 1978 entdeckt wurde. Über Alter, Geschichte und genaue Funktion müssen erst weitere Ausgrabungen und Untersuchungen abgewartet werden.

Der Römerpark in Prüfening

In Prüfening im Westen der Stadt wurde ein Römerpark aufgebaut, der mehrere Gebäude des zivilen römischen Regensburg rekonstruiert. Restauriert ist unter anderem ein Wirtschaftsgebäude, wahrscheinlich eine Brauerei (obwohl die Römer Bier nicht sonderlich zu schätzen wussten, sie bevorzugten Wein), das sogenannte Römermuseum am Kornweg; es ist allerdings nicht öffentlich zugänglich, da es sich um ein Schutzgebäude aus Glas handelt, aber jederzeit einzusehen. Eine Erweiterung des Parks ist vorausgesehen.

Weiterführende Literatur und Quellen:

  • Wolfgang Pfeiffer (Hg.): Castra Regina - Regensburg zur Römerzeit. Regensburg: 1979.
  • Egon Schallmeyer: Der Limes. Geschichte einer Grenze. München: 2011.
  • Ludwig Wamser (Hg.): Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Mannheim: 2004.

Bild: Gerhard Helminger - pixelio.de

Benedikt Grimmler, B.Grimmler

Benedikt Grimmler - Jahrgang 1980, Kulturwissenschaftler. Geboren im Frankenwald, seit Jahren am Bodensee. Freut sich über Anregungen und ...

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