An einer Flussschleife der Etsch gelegen befindet sich die Stadt Verona an den letzten Ausläufern der Alpen im Übergangsbereich zur Po-Ebene (ital. pianura Padana). Ab dem ersten Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Römer dieses Gebiet und bauten die rudimentäre Siedlung nach ihren Bedürfnissen aus. So trägt Verona auch heute noch wesentliche Züge einer typisch römischen Stadt, welche nun beschrieben werden sollen. Auch in literarischer Hinsicht war und ist Verona nicht ohne Bedeutung. So stammte der berühmte Schreiber Catull aus dieser Region.

Das Straßenbild

Wie in den meisten römischen Städten, so wurden auch in Verona mit ihren zahlreichen Seitengassen zwei große Hauptstraßen angelegt: eine mit West-Ost-Verlauf (lat. decumanus maximus) eine weitere mit Nord-Süd-Richtung (lat. cardo). Beide kreuzten sich in Verona an einem zentralen Punkt des Stadtlebens, am Forum, um den "Stadtverkehr" für Händler und Reisende zu erleichtern. Heutzutage kann man die Ausmaße des antiken Marktplatzes noch an der Piazza delle Erbe erahnen. Den Eingang zur Stadt fand man über die Stadttore. Die Porta Borsari am decumanus maximus (heute Corso Porta Borsari) stammt aus dem 1. Jh. n. Chr. Erhalten ist nur mehr die Frontfassade aus dem 3. Jh. n. Chr. In späterer Zeit wurde diese Passage zum Zollgebäude umfunktioniert (bursa/borsa - der Geldbeutel). Das entsprechende Gegenstück an der cardo (heute via Cappello) ist die Porta Leoni.

Die Arena

Die Arena von Verona ist eines der größten erhaltenen römischen Amphitheater. Erbaut wurde sie ab ca. 30 n. Chr. unter Kaiser Tiberius, Nachfolger des Augustus. Sie lag zur römischen Zeit unweit außerhalb der Stadt und bot Platz für mehr als 29.000 Menschen. In ihr fanden blutrünstige Gladiatorenkämpfe und andere Spiele statt. Im Mittelalter wurde ihr Mauerwerk für andere Bauten abgetragen und zerfiel - Prostituierte boten sogar ihren Dienst in den hintersten Gewölben der Außenfassade an. Erst zu Beginn des 20. Jhs. begann man wieder die Arena als Kulisse für diverse Spektakel zu schätzen. Heute bietet die Arena di Verona in regelmäßigen Abständen beliebte Opernaufführungen an, darunter Aida, Don Giovanni oder Carmen.

Das römische Theater und das archäologische Museum

Überquert man die Etsch unweit der beliebten Einkaufsmeile über die Ponte Pietra, so gelangt man zum archäologischen Areal von Verona auf dem Hügel von San Pietro, dem letzten Ausläufer der Alpen. Der Kunstgönner Andrea Monga begann dort ab der Mitte des 19. Jh. mit der Konservierung und Sammlung römischer Relikte. Das Museum wird in einem ehemaligen Kloster beherbergt, welches nun voll ausgerüstet dem Besucher zahlreiche Grabsteine, Statuen, lateinische Inschriften oder Weihaltäre bietet. Am Fuße des Areals liegt eingebettet das römische Theater. Es stammt aus der Zeit um 20 v. Chr. und ist demnach ca. zehn Jahre älter als die Arena. Eine gelungene Kleinrekonstruktion des Theaters mit seinem Bühnenbild (scena) befindet sich im Kloster. Ein Besuch lohnt sich allemal, da der Ausblick über die Stadt in unvergesslicher Erinnerung bleibt.

Weiterführende Literatur:

- Maria Pia Girolami, Maria Fumo: Verona. Eine Stadt zum Träumen, Edizioni Kina Italia, Verona 2011.

- Pippke Walter, Leinberger Ida: Gardasee, Verona, Trentino. Kunst und Geschichte im Zentrum des Alpenbogens, DuMont, Köln 1998.