
- Maskottchen der Moorstation Nicklheim - Siegfried Bellach / pixelio
Die Wendelsteinbahn in Brannenburg im Landkreis Rosenheim ist eine bekannte Touristenattraktion. Die herrliche Bergwelt mit dem Wilden und dem Zahmen Kaiser ist eine Herausforderung und ein spannendes Erlebnis für Bergwanderer. In dieser Gegend kommen jedoch auch Spaziergänger und Entspannungsliebende auf ihre Kosten. Seit die Bundeswehr abgezogen ist, hat sie in Brannenburg ein wunderschönes Waldgebiet freigegeben, das Jung und Alt zum Spazierengehen einlädt.
Brannenburg für Spaziergänger
Das Gemeindewappen sowie der Name deuten daraufhin, dass durch Brandrodung Platz für die Ansiedlung geschaffen wurde. Von der Autobahnausfahrt Brannenburg kommend, gelangt man auf dem Weg zum Wendelstein an dem Nagelfluh-Massiv "Biber" vorbei, wo 1626 der Eremit Hanns Schell eine Klause errichtet hatte. Man kann das Kirchlein der Maria Magdalena über eine steinerne Treppe oder über felsigen Untergrund erreichen. Am Namenstag der Schutzpatronin werden Wallfahrten durchgeführt, die danach mit Speis und Trank und musikalischer Untermalung durch die Blaskapelle Brannenburg ausklingen. Auf dem Ponyreithof St. Margarethen können Jung und Alt auf den gerade für ungeübte Reiter sehr gut geeigneten Island- und Fjordpferden ihr Glück im Sattel erleben.
Kufstein in Österreich
Ein Katzensprung von Brannenburg entfernt liegt Kufstein (Autobahnausfahrt) mit einer der imposantesten mittelalterlichen Festungen Tirols. Den ebenfalls dicht an der deutschen Grenze befindlichen Hechtsee kann man in einem gemütlichen Spaziergang umrunden, der Badebetrieb lockt viele Wasserraten an. Weitere interessante, "straßentechnisch gebührenfreie" Ziele sind der malerisch gelegene Walchsee (nicht zu verwechseln mit dem oberbayerischen "Walchensee") und Kössen mit seinen Paraglidern.
Tipp:
In Österreich ist das Benzin nach wie vor ungefähr 20 Cent billiger als in Deutschland.
Moorstation in Raubling
Zwei Projekte stehen in Verbindung mit der Eröffnung der Moorstation Nicklheim, ein Stadtteil von Raubling, im Jahre 2010. Da ist einmal das INTERREG-Projekt "Moorallianz in den Alpen" zu erwähnen, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung der Moore für die Umwelt und das Klima zu schärfen. Das LIFE-Naturprojekt "Rosenheimer Stammbeckenmoore" hat die Renaturierung der 400 Hektar Hochmoore im Landkreis Rosenheim in die Wege geleitet. Die Wiedervernässung des Moorgebiets, das früher dem Torfabbau diente, spielt eine wichtige Rolle in Bezug auf den Schutz der umliegenden Gemeinden vor Hochwasser und Moorbrand. Einen tollen Ausblick über das pädagogisch wertvolle Naturparadies, in dem sich wieder seltene Tierarten wie Schellente, Zwergtaucher und Schwarzstörche angesiedelt haben, hat man von dem fast fünf Meter hohen Aussichtsturm.
Rosenheim hat sich im Laufe der Jahre zum Schmuckstück gemausert
Im vergangenen Jahr fand die Landesgartenschau in Rosenheim statt. Inzwischen ist der Mangfallpark wieder freigegeben, und jetzt können Einheimische und Besucher eintrittsfrei von den blumigen Bemühungen der mit der Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 involvierten Unternehmen profitieren. Ein Spaziergang auf den fünf Kilometer langen Uferwegen an Inn und Mangfall ist wirklich ein Erlebnis. Kulturell kommt man in Rosenheim ebenfalls auf seine Kosten. Der Lokschuppen, der früher Lokomotiven beherbergte, ist seit 1988 ein geschmackvolles, architektonisches Halbrund, in dem seit Jahren Ausstellungen vom Feinsten organisiert werden. Bis 6. November 2011 läuft die diesjährige Ausstellung über die Indianerkulturen Nordamerikas. Sein Wissen kann man vertiefen über frühere und noch existierende indianische Kulturen. Vielfach sind wertvolle, historische Originalexponate zu sehen, wie zum Beispiel. ein bemaltes Bisonfell. Pädagogisch wertvoll für Kinder und ein Vergnügen für Erwachsene ist beispielsweise der anschaulich dargestellte "Indianer-Parcours". Ab 23. März bis 4. November 2012 steht eine Tiefseeausstellung auf dem Programm des verkehrsgünstig gelegenen Lokschuppens. Von der Entstehung der Ozeane vor 4,6 Millionen Jahre bis in die Zukunft der modernen Meeresforschung wird man auch wertvolle Informationen darüber erhalten, welchen Einfluss die Meere auf die Entwicklung des Klimas haben.
Nußdorfer Mühlenweg
Nicht weit vom malerischen Luftkurort Brannenburg entfernt liegt Nußdorf am Inn, etwa 20 Kilometer südlich von Rosenheim. Hier siedelten Kelten und Römer, wie Archäologen herausfanden. Die Besonderheit dieses Ortes ist die Freiluftausstellung eines Wasserkanals. Über 550 Jahre alt ist dieser zwei Kilometer lange, künstlich erzeugte Mühlkanal, der vom Steinbach abgeleitet worden war, um verschiedene Gewerke zu betreiben. 1870 arbeiteten fünfzehn Gewerke mit der Wasserkraft, so gab es Getreide, Öl- und Dreschmühlen. Ab 1895 nutzte ein Sägewerksbetreiber die Wasserkraft zur Erzeugung von Strom, mit dem er das gesamte Dorf versorgte. Texttafeln bieten dem interessierten Spaziergänger wertvolle Informationen zum Thema Mühlenbetrieb, während er an Mühlenrädern, alten Öl- und Getreidemühlen und einem ehemaligen Sägewerk vorbei schlendert.
Quellen:
- Image-Broschüre Lokschuppen
- Website Bayerischer Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhalten e.V.
- Website Rund um Rosenheim
