
- Dorfkirche in Gnewikow - Harald Rossa
Die Bezeichnung Ruppiner Land steht für zweierlei. Zum einen meint sie den historischen Raum der Grafschaft Ruppin im Kurfürstentum Brandenburg. Zum anderen steht der Begriff heute für eine Fremdenverkehrsregion. Diese umfasst den Ostteil des heutigen Landkreises Ostprignitz-Ruppin und den ganzen Landkreis Oberhavel und ist so ein wenig größer als die historische Grafschaft.
Die Fremdenverkehrsregion Ruppiner Land
Die Fremdenverkehrswerber behaupten, das Ruppiner Land sei eine der schönsten und abwechslungsreichsten Regionen des Landes Brandenburg. Das kann der Besucher überprüfen, es ist wohl ziemlich zutreffend. Das Gebiet grenzt im Norden an die Müritz in Mecklenburg, im Osten an die Uckermark und den Barnim mit der Schorfheide, im Süden an die Bundeshauptstadt Berlin und das Havelland sowie im Westen an die Prignitz.
Viele Naturlandschaften im Ruppiner Land wurden schon vor Jahrzehnten unter Schutz gestellt und konnten so ihre ursprüngliche Vielfalt erhalten. Zahlreiche große und kleine Seen, Fließgewässer, Wälder und Wiesen prägen die nur dünn besiedelte Landschaft. Fischotter, Kranich, Seeadler und viele andere inzwischen seltene Tierarten kann man hier beobachten. Ungefähr 2.000 km Wasserwege durchziehen die Landschaften des Ruppiner Landes, das als wasserreichstes Gebiet Brandenburgs bezeichnet wird.
Die weite Landschaft mit nur wenigen Siedlungen bietet Naturliebhabern, Wanderern, Wassersportlern und Radlern gute Bedingungen. Geboten werden, vor allem in Richtung Havelland, weite Ebenen und im Raum Rheinsberg doch eher hügeliges Gelände einer Grund- und Endmoränenlandschaft. Hier im Norden sind auch die vielen Seen zu Haus. Weiter südlich sind die Flüsse Havel und Rhin sowie das darum geschaffene Netz von Kanälen ein tolles Revier für Wasserwanderer.
Ausgewählte Orte im Ruppiner Land
Die Stadt Neuruppin mit dem Stadtteil Alt-Ruppin war das Zentrum der Grafschaft Ruppin und ist heute die Kreisstadt für Ostprignitz-Ruppin. Rheinsberg wurde als Residenz des Kronprinzen Friedrich bekannt und das dortige Schloss ist bis heute ein Anziehungspunkt für Besucher. In Neustadt an der Dosse befindet sich das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt. Daher trägt Neustadt auch den Titel „Stadt der Pferde“. Viele Veranstaltungen des Gestüts locken Besucher von weit und fern, die dann auch gern im Ortsteil Kampehl den berühmten Ritter Kahlbutz besuchen. Auf über 1.000 Jahre Geschichte blickt die Stadt Wittstock, über Jahrhunderte Sitz der Bischöfe von Havelberg, zurück.
Das Schloss bildet den Mittelpunkt von Oranienburg, der Kreisstadt von Oberhavel. Rund um das Schloss findet 2009 die Landesgartenschau Brandenburg statt. Das denkmalgeschützte Liebenwalde war eine typische Ackerbürgerstadt in der Mark Brandenburg. Reste der Burg, der Marktplatz mit Rathaus und die 1833 bis 1835 entstandene Pfarrkirche zeugen davon. Am Rande der Schorfheide liegt inmitten einer idyllischen Wald- und Tonstichlandschaft Zehdenick. Im 19. Jh. war die Gegend um die Stadt der größte Ziegeleistandort in Europa. Der Ziegeleipark Mildenberg und die durch das Ruppiner Land führende Deutsche Tonstraße berichten von dieser Vergangenheit.
Die Havelstadt Fürstenberg ist ein Tor zur Mecklenburger Seenplatte. Sehenswert sind die Kirche, das Schloss und der Stadtpark. In Gransee hat vieles einer mittelalterlichen Stadt die Zeiten überdauert. Die Stadtmauer mit Stadttor und begehbarem Pulverturm ist fast vollständig erhalten. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Ruppiner Tor. Es ist ein Beispiel spätmittelalterlicher Stadtbefestigungen. Nördlich vom Ruppiner Tor befindet sich der Pulverturm. Auf dem Kirchplatz steht das größte und höchste Bauwerk der Altstadt, die Pfarrkirche St. Marien. Und nicht weit entfernt bringt die Bundesregierung wichtige Gäste gern im Schloss Meseberg unter. Und gelegentlich gönnt sich auch das Bundeskabinett einen Arbeitstag in dieser schönen Umgebung.
Lage und Anfahrt in das Ruppiner Land
Mit dem Auto aus Richtung Berlin und Hamburg ist der Südwesten des Ruppiner Landes über die A24 zu erreichen. Der östliche Teil wird durch die Bundesstraße B 96 erschlossen. In Ost-West-Richtung verläuft die Bundesstraße B 167 durch das Ruppiner Land.
Der Regionalexpress RE 6 verbindet Wittstock und Neuruppin mit Berlin. Durch Neustadt/Dosse führt die Bahnlinie Berlin-Hamburg. Hier halten die Regionalexpresszüge RE 4. Oranienburg, Gransee und Fürstenberg/Havel liegen an der Bahnlinie Berlin-Rostock/Stralsund und werden vom RE 5 bedient.
Etliche Wasserwege durchziehen das Ruppiner Land. Sie sind im Westen mit der Elbe, im Süden mit der Spree, im Osten mit der Oder und im Norden mit der Mecklenburgischen Seenplatte verbunden.
Literatur zum Ruppiner Land
„Die Grafschaft Ruppin" von Theodor Fontane erschien1862 und war der erste Band seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Er ist noch immer lesenswert.
