Das Schiff des berüchtigten Piraten Blackbeard gefunden

Piratenflagge verbreitete Angst und Schrecken  - Vincenzo Pascale
Piratenflagge verbreitete Angst und Schrecken - Vincenzo Pascale
Das Wrack des einstigen Flaggschiffs des Piraten Blackbeard wurde vor der Küste North Carolinas gefunden. Diverse Funde und Artefakte wurden geborgen.

Mit der Filmreihe „Fluch der Karibik“ hat das Genre des Piratenfilms weltweit wieder Hochkonjunktur. In den Filmen rund um den verschrobenen Piraten Jack Sparrow wird allerlei Seemannsgarn gesponnen. Die Filmemacher haben sich von all den Mythen bedient, die sich irgendwie um die See, um verborgene Schätze und legendäre Persönlichkeiten ranken. In vierten Teil von „Fluch der Karibik – Fremden Gezeiten“ spielt der berüchtigte und gefürchtete Pirat Blackbeard und sein Schiff, die „Queen Anne’s Revenge“, eine wichtige Rolle. Beides sind Mythen, aber beide waren auch real. Blackbeards Leben und Handeln ist historisch belegt. Und vor ein paar Jahren hat man auch das Wrack der „Queen Anne’s Revenge“ entdeckt.

Das Piratenschiff aus „Fluch der Karibik“ war ein Sklavenschiff

Blackbeard hieß ursprünglich Edward Teach (oder auch als Edward Tache oder Tatch in zeitgenössischen Quellen aufgeführt). Bis heute ist jedoch nicht bekannt, woher Blackbeard eigentlich kam. Erwähnt wird er erstmals 1716. Edward Teach diente unter dem Freibeuter Kapitän Benjamin Hornigold und befehligte bald selbst ein Schiff, welches Hornigold gekapert hatte. Es ist überliefert, dass Teach, alias Blackbeard, im Kampf durch „ungewöhnliche Kühnheit“ hervor stach. Später tat sich Blackbeard mit Major Stede Bonnet, einen Plantagenbesitzer von Barbados, zusammen, mit dem zusammen er elf Schiffe aufbrachte. In einem Gefecht vor der Insel St. Vincent enterte er dann das französische Sklavenschiff „La Concorde“, das sein Flaggschiff, die „Queen Anne’s Revenge“, werden sollte.

Die „Queen Anne’s Revenge“ wurde zum Schrecken der Karibik

Bei der „La Concorde“ handelte es sich um ein großes Schiff, das ursprünglich für den Transport von Ware und Sklaven ausgelegt war und nicht unbedingt für eine Seeschlacht. Daher ließ Blackbeard das Schiff mit 40 Kanonen nachträglich ausstatten und taufte es auf „Queen Anne’s Revenge“ (Königin Annes Rache) um. Dieses Schiff wurde das mächtigste und gefürchtete Piratenschiff in der Karibik. Ihr Ruf und der ihres grausamen Kapitäns eilten ihr voraus.

Blackbeard entsprach vollkommen dem Bild, das man heute von einem Piraten hat. Er war von großer und kräftiger Statur, auffällig gekleidet, trug ein scharlachrotes Cape und hatte bunte Seidenschärpen um. Schwer bewaffnet, mit sechs geladenen Steinschlosspistolen und mit Macheten und Dolchen bestückt, zog er in den Kampf. Glimmende Kanonenlunten (Hanfschnüre mit Salpeter und Kalkmilch) steckten an seinem Hut und im Haar. Seinen Namen hatte er wegen seines wilden, dunklen Bartes, der ihm angeblich bis zur Brust herunter reichte. Es ist auch überliefert, dass er ihn zu kleinen Zöpfen geflochten hatte.

Blackbeard war im Gegensatz zu Jack Sparrow grausam

Er war für seine Grausamkeit, Trunkenheit und Unberechenbarkeit bekannt. Es wird erzählt, dass er, als er bei seinen berauschenden Ausschweifungen mit ein paar Männern seiner Mannschaft plötzlich die Kerze in seiner Kabine ausblies, seine Pistolen hervor holte und unterm Tisch ziellos herumzufeuern begann. Dabei traf er das Knie von Mr. Hands, der daraufhin seiner Lebzeit lang als Krüppel gezeichnet war. „Sie werden vergessen, wer ich bin, wenn ich nicht von Zeit zu Zeit einen umlege.“ Mit diesen Worten rechtfertigte er seine Grausamkeit. Seine Gewalt machte auch nicht vor Wehrlosen und Frauen halt. Es wird auch berichtet, dass er seine letzte Ehefrau, und er hatte viele davon, seiner Mannschaft überließ und er dabei zusah, wie sie sie vergewaltigten.

So wie auch Jack Sparrow war Blackbeard dem Rum und anderen alkoholischen Getränken nicht abgeneigt. Bevor er in den Kampf zog, nahm er gerne „einen“ Schluck Hochprozentigen aus der Pulle, wie auch vor seinem letzten Gefecht gegen Kapitänleutnant Maynard, das ihn das Leben kostete. „Ein betrunkenes Schiff ist ein glückliches Schiff.“, soll sein Credo gewesen sein. Und wenn er trank, dann war er regelrecht unberechenbar.

Schatzjäger fanden mit Hilfe einer alten Karte das Schiffswrack

Das Wrack des Flaggschiffs von Blackbeard, die „Queen Anne’s Revenge“, wurde vor ein paar Jahren entdeckt. Maßgeblich beteiligt war der ehemalige Schatzjäger Mike Daniel. Eine alte Landkarte aus dem Jahr 1738 von Beaufort Inlet gab entscheidende Hinweise, das 1718 auf Grund gelaufene Schiff zu finden. Seit der Entdeckung im Jahr 1996 versuchten Taucher und Archäologen Funde aus dem Schiffswrack, das in der Bucht von Beaufort Inlet, North Carolina lag, zu bergen und zu bestimmen. Denn anfangs war gar nicht erwiesen, dass es sich bei dem gefundenen Wrack tatsächlich um das Flaggschiff Blackbeards handelt. Erst zahlreiche Funde und unfangreiche Recherchearbeiten sollten dies nach Jahren bestätigen.

Geborgene Artefakte und Schätze bestätigen die Vermutung

Neben dem Anker, 24 Geschützen und diverse Kanonenkugeln wurden Gegenstände wie Weingläser, Zinnteller, Flaschen und Waffen entdeckt, die durch ihre jeweiligen spezifischen Details darauf schließen lassen, dass das Schiff aus der Zeit von Blackbeard stammt. Unter den Tausenden von Artefakten fanden sich auch eine bronzene spanische Glocke, eine Harnröhrenspritze, mit der man damals Syphilis behandelte, viereckige Flaschen, frühere Molotowcocktails, die der Freibeuter zum Entern von Schiffen benutzt haben soll, und verzierte Schwertgriffe. Auch eine große Anzahl an Schiffsbestandteilen (Nägel, Schiffsplanken, Gewichte) wurden zwischenzeitlich an Land geholt und von dem maritimen Museum North Carolina in Beaufort restauriert und vor dem weiteren Verfall bewahrt. Ein Schatz sowie eine große Menge an Münzen wurden nicht gefunden.

Der Gegenspieler von Jonny Depp wurde enthauptet

Nach den Überlieferungen soll Blackbeard im Kampf mit Kapitänleutnant Robert Maynard erst nach 5 Schüssen und mehr als 20 Schwerthieben zusammengebrochen sein. Danach enthauptete Maynard den Piraten und warf den kopflosen Körper ins Meer. Nach der Legende sei Blackbeards Leichnam noch dreimal um das Schiff geschwommen, bevor er versank. Den Kopf nahm Maynard mit zu seinem Stützpunkt in Virginia. Noch heute erzählen sich die Einheimischen, dass in manchen Mondnächten der kopflose Pirat in der Umgebung sein Unwesen treibe und nach seinen Kopf suche. Dies ist jedoch nur eine Legende, nicht jedoch Blackbeards Schiff, die „Queen Anne’s Revenge“, dessen Wrack man wieder entdeckt hat und zu dem man heute hinab tauchen kann.

Quellen:

  • Buch „Piraten – Geschichte der Freibeuter“, Autor: Nigel Cawthorne, Premio Verlag GmbH, Münster
  • National Geographic Juli 2006, Deutsche Ausgabe
  • qaronline.org

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