Das Schloss Glienicke an der Havel

Der Sommersitz des Prinzen Carl bringt etwas Italien nach Berlin

Tor in den Park Glienicke - Harald Rossa
Tor in den Park Glienicke - Harald Rossa
Das Schloss Glienicke und sein Park bieten sich für eine Pause auf dem Weg zwischen Berlin und Potsdam geradezu an.

Im äußersten Südwesten von Berlin liegt das Schloss Glienicke. Hier an der Grenze zur Residenz Potsdam und gegenüber der Schlossanlage Babelsberg ließ der Prinz Carl von Preußen sich sein Sommerschloss bauen.

Schloss und Park in Glienicke

Ein Hauch von Italien ist an der Havel neben der Glienicker Brücke eingezogen. Karl Friedrich Schinkel schuf her ein klassizistisches Schloss. Das ist um zwei Höfe gruppiert und hat die italienische Landschaftsvilla zum Vorbild. Diese südländische Anmutung des Schlosses wird durch antike und byzantinische Kunstwerke in den Fassaden verstärkt. Vor dem Mittelbau gibt es eine große Fontäne mit goldenen Löwen. Die Villa Medici stand hier Pate.

Das Treib- und Orangenhaus, das Jägerhaus, der Klosterhof, das Matrosenhaus und das Gärtner- und Maschinenhaus stehen in der ausgedehnten die Parkanlage. Ein Gang durch diesen Park wirkt wie eine Reise durch die europäischen Landschaften. Das Erlebnis beginnt mit Wäldern und Schluchten nach alpinem Vorbild und reicht bis in eine mediterran wirkende Gegend um das von Schinkel entworfene Casino im Stil einer klassischen Villa. Von dessen Terrasse kann eine schöne Aussicht auf die Havel genossen werden.

Das Museum im Schloss Glienicke

Im Mittelpunkt des Schlossers Glienicke steht der Rote Saal. An den schließt sich der grüne Salon, das türkise Schlafzimmer der Prinzessin, das Marmorzimmer und die blaue Bibliothek an. Goldgerahmte Gemälde bilden deutliche Kontraste zu den kräftigen Farben der Wände. Kronleuchter, Marmorkamin edle Möbel aus der Zeit von Karl Friedrich Schinkel versetzen den Besucher in die Zeit um 1830.

Das Hofgärtnermuseum im Schloss Glienicke

Gärten dienten stets der Repräsentation ihrer Eigentümer. Deren Namen tragen sie oft. Dagegen sind die an ihrer Anlage und Pflege beteiligten Gärtner oft nicht bekannt. Doch diese waren die Schöpfer der Gartenkunstwerke.

Das Hofgärtnermuseum Glienicke widmet sich deshalb den Hofgärtnern. Dokumente und Ausstellungsstücke aus dem Besitz mehrerer Vertreter dieser Zunft illustrieren die gärtnerische Arbeit vom Zeichnen der der Pläne über das Vermessen des Landes bis zur Anzucht und Kultur der Pflanzen.

Die „Galerie der preußischen Hofgärtner" ehrt die Reihe der Hofgärtner, die die Kulturlandschaft um Potsdam prägten. Historische Gartenpläne, Messinstrumente, Gartengeräte und Möbelstücken einer gut situierten Hofgärtnerfamilie sind zu sehen. Besonders herausgestellt wird Peter Josef Lenne. Seine Tabakspfeife, der Ehrenbürgerbrief der Stadt Potsdam und eine Schale mit dem Lorbeerkranz zum 50-jährigen Dienstjubiläum erinnern an den Gartendirektor, dessen Handschrift noch heute in und um Potsdam zu erkennen ist.

Das Hochzeitssilber des Prinzen Carl von Preußen

Im Sommer 2009 wird im Rahmen einer Sonderausstellung das Hochzeitssilber des Prinzen Karl in Schloss Glienicke gezeigt.

Geschichte von Schloss Glienicke

Einen kurzen Abriss zur Geschichte von Schloss Glienicke bietet ein eigener Beitrag.

Essen und Trinken im Schloss Glienicke

Das Restaurant Greif in der Remise von Schloss Glienicke bietet ab 12 Uhr kulinarische Genüsse einer kreativen Gourmetküche.

Anfahrt zum Schloss Glienicke

Mit dem Auto von Berlin oder Potsdam der Bundesstraße 1 folgen. An der nicht zu übersehenden Glienicker Brücke liegt das Schloss Glienicke auf der Berliner Seite der Havel.

Fahrradfahrer erreichen das Schloss Glienicke auf ruhigen Wegen entlang des Havelufers sowohl von Potsdam und Babelsberg als auch vom Berliner Bahnhof Wannsee. Der Berliner Mauerweg ab Griebnitzsee oder Wannsee kann eine Orientierung bieten.

Die Potsdamer Tram 93 verbindet die Glienicker Brücke mit dem Hauptbahnhof Potsdam. In Berlin fährt der Bus 316 ab dem Bahnhof Wannsee bis zum Schloss Glienicke. Der verkehrt häufig nur im Abstand von 40 Minuten. Da will die Anfahrt geplant sein.