„Renee muss bleiben“ ist die dringende Bitte aller sonnenhungrigen Menschen in Deutschland, denen der Sommer bisher zu verregnet und zu kalt war. „Renee“ heißt das Hochdruckgebiet über Osteuropa, an dessen Westseite sommerlich warme Luft zu uns geführt wurde. Der meteorologische Herbst hatte schon zum 1. September und der kalendarische Herbst schon am 23. September begonnen. Der Herbst ist also da; aber jetzt wartet der Herbst mit sommerlichen Temperaturen auf, denn ab 25 Grad reden die Meteorologen von sommerlichen Temperaturen: Am wärmsten Tag der zweiten Septemberhälfte verzeichneten die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes nach diesem verregneten Sommer Spitzenwerte: Die Stationen in Bad Mergentheim im Norden von Baden-Württemberg zeichneten 28 Grad, Jena in Thüringen 27,8 Grad und Andernach bei Koblenz sowie in Michelstadt in Südhessen 27,5 Grad auf.

Ein Altweibersommer par excellence

Im gesamten Südwesten der Bundesrepublik wurden zwischen 26 und 27 Grad im Schatten gemessen. Aber selbst aus Hamburg-Neuwiedenthal wurden 25,2 Grad gemeldet und die Küsten verzeichneten eine Ansturm der Tagesurlauber. Bei 22 Grad Lufttemperatur und 16 bis 17 Grad Wassertemperatur gab es einen Run auf die Strandkörbe an Nord- und Ostsee. Renee wird bis Anfang Oktober dafür sorgen, dass der schöne Altweibersommer so bleibt.

Und ein richtiger Altweibersommer wie in diesem Jahr bedeutet im Frühherbst, dass ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa eingekeilt bleibt und die atlantischen Tiefs so gehindert werden, über Großbritannien hinweg nach Skandinavien zu ziehen und uns in Deutschland damit unbeständiges Herbstwetter zu bescheren. Altweibersommer als Jahreszeit der Gegensätze heißt auch: meist kühle und klare Nächte, morgendlicher Nebel, den die noch starke Sonne bis spätestens Mittag aufgelöst hat und dann für den Rest des Tages Sonne satt bei strahlend blauem Himmel.

Die Vorhersage für die nächsten Tage

Am 27. September ist es im Osten und wohl auch im Norden Deutschlands etwas kühler als am Vortag. Zum Harz und Sauerland hin könnten sich sogar dichtere Wolkenfelder mit kleineren Schauern aufbauen. Aber schon für den 28. September sagt der Deutsche Wetterdienst voraus, dass sich über Mitteleuropa ein neues Hoch aufbauen wird. Ganz offensichtlich versucht das Wetter, uns für den „Sommer“ zu entschädigen. Dieses Hoch wird „Sepideh“ heißen und uns bis mindestens Sonntag die atlantischen Tiefausläufer vom Leibe halten. Dieses Hoch soll uns „garantiert“ sein, weil es bis in die obere Troposphäre reichen wird und als blockierendes Hoch alle Tiefs zu großen Umwegen um uns herum zwingt. Sepideh bringt uns weiterhin den Altweibersommer mit Frühnebeln und für den Herbst hohen Temperaturen. Der Wetterdienst erwartet 20 Grad an der Küste und 26 Grad im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Blick in andere Regionen

Die Wetterlage in anderen Regionen lässt das hiesige Wetter noch mehr genießen, denn im Osten Sibiriens herrscht polare Kaltluft um die null Grad und es schneit gebietsweise. Nachts gibt es leichten bis schon mäßigen Frost. Und in der Karibik bis hinein in die USA hat die lebensbedrohende „Hurrikan-Saison“ bereits begonnen, denn über dem Südatlantik baut sich ein Sturmtief nach dem anderen aus, alle mit der Befürchtung, dass daraus Hurrikans entstehen können. „Irene“ hatte ja eigentlich gereicht....

Quelle: Deutscher Wetterdienst

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