
- Das Schweiner Schloss - Mathias Kempowski
Angefangen hat alles mit einer kleinen Burg der Slawen im 10. Jahrhundert. Das Schweriner Schloss wurde von jener Zeit bis hinein in das 18. Jahrhundert viele Male umgestaltet. Erst im 19. Jahrhundert sollte der Prunkbau sein heutiges Aussehen erhalten.
Der Stil des Historismus stammt aus dem 19. Jahrhundert
Der noch heute dominante Stil des Historismus wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zum entscheidenden baulichen Merkmal des Schlosses der heutigen mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin. Das mittlerweile zum Großherzogtum aufgestiegene Mecklenburg-Schwerin bedurfte in jener Zeit einer neuen Residenz. Das Schloss befand sich, nach Jahren der kaum stattfindenden Nutzung, in einem miserablen Zustand. Ein allumfassender Umbau sollte Abhilfe schaffen, nachdem die Pläne für einen Neubau ad acta gelegt wurden.
Die Entwurf des Schlosses ist geprägt durch das Vorbild des französischen Chambord
Viele große Architekten jener Zeit zeigten sich verantwortlich für die Entwicklung des Umbaus. Zuallererst der Hofarchitekt Georg Adolf Demmler, der in weiten Teilen Schwerins seine Spuren hinterlassen hat. Seine ersten Ideen wurden abgelehnt. Gottfried Semper sollte es schließlich richten. Trotz des ausdrücklichen Lobes für seine Pläne wurden aber auch seine Ideen nicht umgesetzt. Demmler kehrte nach einer Frankreichreise schließlich mit neuen Entwürfen zurück. Es ist kein Zufall, dass das Schweriner Schloss sehr stark an das französische Schloss Chambord erinnert. es war Demmlers klares Vorbild. Einige Ideen Sempers übernahm er zusätzlich.
Nach Demmler und Semper war es Stüler der dem Schloss das endgültige Antlitz verlieh
Georg Adolf Demmler sollte den Umbau nie fertigstellen dürfen. Seiner demokratischen Gesinnung wegen wurde er Opfer einer Hofintrige, die ihm aller öffentlichen Aufträge entriss. Nun war es an Friedrich August Stüler den Bau zu beenden. Ein letztes mal passte dieser die Entwürfe nach seinen Vorstellungen an. So fügte er zum Beispiel das markante Reiterbild über dem großen Eingangportal hinzu. 1857 konnte das Schweriner Schloss endlich nach 20 Jahren des Planens und Bauens offiziell eingeweiht werden. Der Komponist Friedrich von Flotow nahm dies als Anlass eine Oper zu entwerfen, die unter dem Namen "Johann Albrecht" Teil der Musikgeschichte wurde.
Das Schweriner Schloss ist Ziel zahlreicher Touristen
Im Dezember des Jahres 1913 widerfuhr dem Prunkbau ein folgenreicher Brand der große Teile zerstörte. Es brauchte mehrere Jahrzehnte um die Schäden zu beseitigen. Nachdem das Wahrzeichen Schwerins durch die Abdankung des Großherzogs im Jahr 1918 in Staatsbesitz überging, wurde es zwischenzeitlich als Standort für verschiedene Museen und als Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen genutzt, bevor es infolge der deutschen Wiedervereinigung zum Sitz des Landtages wurde. Darüber hinaus beherbergt das Schweriner Schloss heutzutage ein eigenes Schlossmuseum, welches zusammen mit den denkmalgeschützten Gartenanlagen jährlich viele Tausende Besucher anzieht.
Tipp: Wissenswertes über die Anfänge des Schweriner Schlosses bis in die Zeit des 18. Jahrhunderts können Sie in dem Artikel Das Schweriner Schloss vom 10. bis 18. Jahrhundert erfahren.
