Das Schweriner Schloss vom 10. bis 18. Jahrhundert

Das Schweriner Schloss von der Seeseite  - Mathias Kempowski
Das Schweriner Schloss von der Seeseite - Mathias Kempowski
Der Sitz des Landtags Mecklenburg-Vorpommerns kann auf eine über 1000-jährige Geschichte verweisen. Das Schloss Schwerin zählt zu den schönsten seiner Art.

Unzählige Male wurde es fotografiert und gemalt, sogar die Rückseite einer deutschen 2-Euro-Sondermünze ziert es. Die Rede ist von einem der bekanntesten und schönsten Bauwerke des Historismus - dem Schweriner Schloss. Wissenwertes über eines der bedeutensten Wahrzeichen des Landes Mecklenburg-Vorpommern soll in den folgenden Zeilen berichtet werden.

Die Wurzeln des Schweriner Schlosses reichen zurück bis in das 10.Jahrhundert

Eine kleine, vom Wasser eines Sees umgebene Insel, die sich durch ihre Lage gut verteidigen lässt wird um das Jahr 965 Ausgangspunkt einer über 1000-jährigen Geschichte, die eng an das Schicksal vieler großer regionaler und überregionaler Persönlichkeiten gebunden ist. Die Insel heißt heute schlicht und einfach Burginsel, der See ist heutzutage bekannt als der Schweriner See und die Geschichte die um das Jahr 965 beginnt, ist die des Schweriner Schlosses. Denn in genau jenen Zeitrahmen fällt die erste Schilderung eines andalusischen Kaufmanns, der durch das damals slawische Stammesgebiet im Norden des heutigen Deutschlands reist und den Bau einer Burganlage auf besagter Insel vermerkt.

Heinrich der Löwe eroberte die Burg der Obodriten und gründete die Stadt Schwerin

Fast 200 Jahre dauert es bis die Burg des Stammesverbandes der Obodriten, im Speziellen des Stammes der Wenden, wieder vermehrt Interesse auf sich zieht. Denn der Sachsenherzog Heinrich der Löwe hat die strategisch günstige Lage der Burginsel erkannt. Sie wird ein zentraler Punkt in seinen Plänen für die Expansion Richtung Osten, die im Zuge der mittlerweile seit Jahrzehnten andauernden Christianisierung der Slawenstämme stattfindet. Mit deutlicher Übermacht nimmt er das Stammesgebiet, das der Herrschaft des Wendenfürsten Niklot unterliegt, ein und gründet nach seinem Sieg im Jahre 1160 die Stadt Schwerin. Auf den zerstörten Überresten der Slawenburg lässt er eine neue Festungsanlage errichten. Niklots Sohn Pribislaw wird schließlich, nachdem er zum Christentum übergetreten ist, zum Stammvater des neu gegründeten mecklenburgischen Herrscherhauses.

Der Wandel von einer Festung zu einem Schloss

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte erfolgen mehrere Umbauten der Anlagen. So zum Beispiel im 14. Jahrhundert, als Mecklenburg zum Herzogtum aufsteigt. In dieser Zeit entwickelt sich das Bauwerk, wie fast alle Festungen in Europa, weg von einer reinen Verteidigungsanlage hin zu einem repräsentativen Schloss. Ein Überrest aus jener Zeit existiert auch heute noch. Das Bischofshaus auf der Seeseite. Immer mal wieder erfolgen nur kleine bauliche Änderungen wie beispielsweise beim Fassadenschmuck. So geschieht es auch im 16. Jahrhundert , als das Schloss in Teilen rote Terrakottaplatten erhält, die kennzeichnend für die Renaissancezeit in Deutschland sind. Aus jener Zeit stammt auch die Schlosskapelle, auch Schlosskirche genannt, der seines Zeichens erste protestantische Kirchenbau im mecklenburgischen Raum. Im 17. und 18. Jahrhundert ereignet sich baulich nicht sehr viel, da es bedeutendere Aufgaben zu bewältigen giebt, die zum Beispiel infolge des Dreißigjährigen Krieges aufkommen.

Tipp: Weitere wissenswerte Geschichten über die folgenden Jahrhunderte können Sie in dem Artikel Das Schweriner Schloss - Wahrzeichen des Historismus erfahren.

Mathias Kempowski - Obwohl ich schon in Jugendjahren meine Leidenschaft für das Schreiben entdeckte, entschloss ich mich erst meine randvolle Schublade ...

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