Das Spanische in Äquatorial-Guinea

Afrika - Hans-Jürgen Spengemann/pixelio.de
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Spanisch ist eine Weltsprache und hat viele Variationen. Dieser Artikel hebt einige typische Charakteristika des Spanischen in Äquatorial-Guinea hervor.

Äquatorial-Guinea befindet sich an der Atlantikküste westlich von Afrika und besteht aus einem Territorium von 26.017 Quadratkilometern. Zu Äquatorial-Guinea gehören die Inseln Bioko (früher Fernando Poo), Annobón und das Archipel von Mandyi, das die Inseln Corisco, Elobey Grande und Elobey Chico umfasst.

Sprachen in Äquatorial-Guinea

Nachdem Äquatorial-Guinea zur Zeit des Imperialismus von spanischen Besetzern eingenommen wurde, sorgte man gleichzeitig dafür, dass das Spanische zur offiziellen Sprache des Landes ernannt wird, obwohl eigentlich die afrikanischen Sprachen Bubi, Benga, Kombe, Baseke, Balenque, Bujeba und Fang oder die in verschiedenen Regionen gesprochenen Kreolsprachen Annobon und Pidgin English vorherrschen. Abgesehen vom Spanischen sind das Englische, das Französische und das Lateinische die Sprachen des Bildungssystems Äquatorial-Guineas. Desweiteren dient das sehr verformte Standard-Portuguiesische in manchen Orten als Sprache für religiöse Rituale und auch das Arabische ist eine weitere Sprache, die aus religiösen Gründen von muslimischen Einheimischen gesprochen wird. Obwohl man vermuten könnte, dass das Spanische in Äquatorial-Guinea mit den afrikanischen Sprachen auf irgendeine Art und Weise in Beziehung zueinander steht, ist dies nicht der Fall. Es wird auch nicht als allgemeine Muttersprache verwendet, da ja, wenn das Spanische beherrscht wird, es nie die einzige gesprochene Sprache ist (Bilinguismus, Code-Switching). Es wird laut Lipski angenommen, dass das Spanische in Äquatorial-Guinea keine wirkliche Präsenz hat, sondern dass es eher ein aktives politisches Symbol darstellt, das von der privilegierten Elite verwendet wird.

Francisco Macías Nguema - erster einheimischer Präsident nach der Kolonialisierung

Während der Diktatur von Francisco Macías Nguema (1968 – 1979), des ersten postkolonialistischen Präsidenten Äquatorial-Guineas, wurde das Spanische verboten und stattdessen das Fang durchgesetzt, mit der Absicht es zur einzigen nationalen Sprache zu machen. Die Absichten von Macías Nguema wurden nicht erfüllt, so dass nach seinem Sturz das Spanische erneut als offizielle Sprache des Landes eingeführt wurde.

Phonetik und Phonologie im Spanischen von Äquatorial-Guinea

In der Phonetik und Phonologie gilt: das s wird am Ende eines Wortes stark betont, wobei es manchmal wie in manchen spanischen Dialekten den mittleren Schritt einer Schwächung des Konsonanten überspringt und gar nicht ausgesprochen wird. Als Beispiele hierfür gelten insbesondere Verben der ersten Person plural, die also in –mos enden. Das h wird nicht wie in Andalusien, den Kanarischen Inseln und fast ganz Lateinamerika aspiriert. Das intervokalische [d] wird nicht frikativ ausgesprochen, sondern plosiv und manchmal klingt es sogar wie ein leichtes [r]. Es wird zwischen [r] und [l] unterschieden obwohl es in den ursprünglichen afrikanischen Bantusprachen keine Unterscheidung gibt und in den meisten von Ihnen kein [r] im phonetischen System der Einheimischen vorkommt. Selten kommt es aber vor, dass die zwei Konsonanten gänzlich verschwinden. Fast nie wird ein mehrfach vibrierendes [rr] ausgesprochen sondern lediglich das [r]. Somit lässt sich eine fast inexistente Oposition [r] - [rr] festhalten.

Morphologie des äquatorial-guineanischen Spanisch

Charakteristische Merkmale in der Morphologie sind unter anderem die regelmäßige Kombination von usted mit der Verbform der zweiten Person singular. Beispiel: Usted sabes. Außerdem können Schwankungen in Koinzidenzen von Subjekt und Verbformen in der dritten Person singular festgestelllt werden. Beispiele hierfür sind yo tiene oder nosotros trabaja. Irrtümer oder Auslassung von Präpositionen wie in voy en Bata oder Schwankungen in Koinzidenzen von Substantivformen und Adjektivformen wie in la casa está cerao sind zwei andere Auffälligkeiten des äquatorial-guineanischen Spanisch.

Quellen:

Granda, Germán de, 1985. Estudios de Lingüistica Afro-Romanica. Valladolid: Univ. de Valladolid, Secretario de Publ.

Lipski, John M., 2004. The Spanish Language of Equatorial Guinea. Arizona Journal of Hispanic Cultural Studies. ISSN 1096-2492, Nº 8, pags. 115 – 130