Bei Zink handelt sich um ein so genanntes essentielles, also lebensnotwendiges Spurenelement. Das heißt, es ist ein Mineralstoff, von dem wir nur Spuren benötigen. Dennoch ist es für den Menschen lebensnotwendig. In den sechziger und siebziger Jahren wurde der Zusammenhang zwischen einem intakten Immunsystem und den Zinkvorräten im Körper des Menschen nachgewiesen. Auch für das Hormonsystem ist Zink von großer Bedeutung.
Kein Wachstum ohne Zink
Zink ist besonders wichtig bei der Zellteilung. Gerade schnell wachsendes Gewebe braucht Zink, daher wird es in der Schwangerschaft, beim Wachstum, zur Wundheilung und für Haut und Haare dringend benötigt. Ohne Zink kann der Körper auch kein Insulin herstellen. Insulin wiederum sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in jede Zelle des Körpers transportiert werden kann.
Zink ist ebenfalls mit dafür verantwortlich, dass sich beim Mann Spermien und bei der Frau befruchtungsfähige Eier entwickeln können. Außerdem ist es an der Herstellung verschiedener Abwehrzellen im Körper beteiligt. Dazu gehören die weißen Blutkörperchen, die „feindliche“ Zellen angreifen und vernichten können. Damit Immunzellen richtig agieren können, benötigen sie das Hormon Thymulin. Doch auch Thymulin ist nur dann biologisch wirksam, wenn genug Zink vorhanden ist.
Zink hilft auch bei der Produktion des Glückshormons Serotonin und hat daher Einfluss auf unsere gute Laune. Es sorgt ebenfalls dafür, dass unsere Sinnesorgane richtig funktionieren. Sehen, Riechen, Schmecken und Hören sind von einer guten Zinkversorgung abhängig.
Neueste Studienergebnisse
Wissenschaftler des amerikanischen Agrarministeriums fanden 2006 heraus, dass eine Nahrungsergänzung mit Zink bei Heranwachsenden eine verbesserte geistige Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Eine Forschergruppe um Doktor James G. Penland ließ zehn Wochen lang 111 Mädchen und 98 Jungen der siebenten Klasse jeden Schultag ein Glas Fruchtsaft trinken. Bei der ersten Schülergruppe enthielt der Saft kein zusätzliches Zink, bei der zweiten Gruppe war dem Saft 10 Milligramm und bei der dritten Gruppe 20 Milligramm des essentiellen Spurenelementes zugesetzt. Die Forscher testeten vor und nach der Studie die Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit, Gedächtnis, Vorstellungskraft sowie das logische Denkvermögen. Nach Ablauf der Studie war bei den Schülern, die täglich 20 Milligramm Zink erhielten, eine deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit erkennbar. Die Reaktionszeit verkürzte sich um zwölf Prozent, das visuelle Gedächtnis und die Wortfindung verbesserten sich um neun beziehungsweise um sechs Prozent.
Zink für Sportler
Weitere Studienergebnisse aus den USA zeigen, dass Zink die sportliche Leistungsfähigkeit steigert. Zinkmangel erhöht die Herzfrequenz und senkt die Atmungsfrequenz bei sportlicher Belastung. Dies fanden Henry Lukaski und seine amerikanischen Kollegen vom US-Landwirtschaftsministerium in einer im renommierten American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichten 24-wöchigen, doppel-blinden und randomisierten (zufälligen) Cross-Over-Studie heraus.
Die Wissenschaftler teilten 14 körperlich aktive Männer im Alter zwischen 20 und 31 Jahren in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe bekam eine zinkarme Diät mit einem Gehalt von 3,5 Milligramm Zink pro Tag. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe erhielten die gleiche Diät und zusätzlich täglich 15 Milligramm Zink. Nach neun Wochen und einer sechswöchigen Wash-out-Phase tauschten die Probanden die Diät für weitere neun Wochen. Während der zweiten und neunten Woche jeder Diätphase mussten sich alle Teilnehmer jeweils für 45 Minuten einem Belastungstest auf einem Fahrradergometer unterziehen.
Die Wissenschaftler ermittelten dabei Herzfrequenz, Atemvolumen in der Lunge sowie Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Atemvolumen. Die zinkarme Ernährungsform bewirkte neben einer geringeren Zink- und Carboanhydrasekonzentration im Blut auch eine verringerte Atmungsfrequenz und gesteigerte Herzfrequenz der Teilnehmer.
Empfehlungen der WHO
Da das Spurenelement Zink direkt und indirekt an der Bildung von über 400 lebenswichtigen Enzymen in Körper beteiligt ist, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine tägliche Zinkeinnahme von etwa 8 bis 15 Milligramm pro Tag. Um Krankheitsrisiken zu mindern oder zur Behandlung bereits bestehender Erkrankungen werden sogar höhere Dosierungen von 15 bis 45 Milligramm pro Tag empfohlen.
Zink in der Nahrung
Zink kann von unserem Körper nicht selbst gebildet und auch nicht lange gespeichert werden. Daher müssen wir es mit unserer Nahrung aufnehmen. Besonders viel Zink ist in Fleisch enthalten, weshalb eine Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sich besonders für Menschen empfiehlt, die auf Fleisch weitgehend verzichten. Getreide und Milchprodukte gelten als mittlere Zinklieferanten. Allerdings hat eine groß angelegte Ernährungsstudie in Deutschland ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Probanden viel zu wenig Zink zu sich führte und ihre Zinkvorräte daher erschöpft waren, wie die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. im September 2003 berichtete.
Wer braucht Zink?
Ein erhöhter Zinkbedarf liegt vor allem bei Senioren, Jugendlichen und Kleinkindern vor. Diäten, Resorptions-, Bauchspeicheldrüsenstörungen, entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder die genetisch bedingte Krankheit Acrodermatitis enteropathika können einen Zinkmangel verursachen. Auch bei Nieren- und Leberkrankheiten, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Leistungssportlern, Diabetikern sowie bei Infektionen oder Gewebezerstörungen nach Operationen, Verbrennungen, Herzinfarkt oder rheumatischen Erkrankungen muss mit einem Zinkmangel gerechnet werden.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Studien und Quellen (Auswahl. Eine komplette Liste kann bei der Autorin angefordert werden):
Penland, J.G., Lukaski, H.C., Gray, J.S. 2005. Zinc Affects Cognition and Psychosocial Function of Middle-School Children [abstract]. the Federation of American Societies for Experimental Biology Journal. 19(5):a973.
Lukaski H.C.: Low dietary zinc decreases erythrocyte carbonic anhydrase activities and impairs cardiorespiratory function in men during exercise. American Journal of Clinical Nutrition (2005), Vol. 81, No. 5, 1045-1051.
Alaimo, K., McDowell, M.A., Briefel, R.R., Bischof, A.M., Caughman, C.R., Loria, C.M., Johnson, C.L.: „Dietary Intake of Vitamins, Minerals, and Fiber of Persons Ages 2 Months and Over in the United States: Third National Health and Nutrition Examination Survey, Phase 1, 1988-91“. In: Johnson GV, ed. Hyattsville, MD: Vital and Health Statistics of the Center for Disease Control and Prevention/National Center for Health Statistics, 1994:1-28.
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