Eltern werden ist eine aufregende Sache. Eltern von Zwillingen zu werden doppelt so aufregend.Viele junge Mütter, die Zwillinge erwarten, fragen sich, ob sie auch beide Babys stillen können. Die Antwort lautet: Ja.
Haben Zwillinge immer zur gleichen Zeit Hunger?
Zwillinge haben sehr oft einen ähnlichen Biorhythmus. Sie schlafen zu den selben Zeiten und melden gleichzeitig Hunger an. Oft. Aber nicht immer. Zum Leidwesen von Eltern schläft zuerst der eine Zwilling, während der andere durch die Gegend getragen werden möchte und dann umgekehrt. Daher kann es auch vorkommen, dass ein Kind gerade brav schläft, das andere aber vor Hunger schreit. Durch den Lärm wird meist auch das zweite Baby wach und verlangt ebenfalls nach der Brust. Es ist daher nicht immer festzustellen ob die Zwillinge wirklich zur gleichen Zeit hungrig sind, oder der eine einfach den anderen mitzieht.
Hat man auch genug Milch für zwei Kinder?
Die Natur hat ihre Sache sehr gut gemacht. Wenn eine Frau ihr Kind stillen kann (manchmal gibt es Gründe, die das Stillen erschweren oder unmöglich machen können), dann produziert sie auch genug Milch für das Kind. Auch wenn es Zwillinge oder Drillinge sind.
Hier gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Je mehr eine Frau stillt, desto mehr Milch hat sie. Das hat nichts mit der Anzahl der Babys zu tun, die gestillt werden oder mit der Größe der Brust.
Ist es nicht praktischer und spart es nicht Zeit den Zwillingen die Flasche zu geben?
Im Vergleich zum Fläschchen geben braucht das Stillen von Zwillingen in etwa gleich viel Zeit. Allerdings müssen die Flaschen dann noch gewaschen und sterilisiert werden. Beim Stillen genießt man eine besondere körperliche und emotionale Nähe und spart außerdem noch viel Geld.
Wie kann man am besten zwei Kinder gleichzeitig stillen?
Es gibt vier verschiedene Stillpositionen, die sich beim Stillen von Zwillingen bewährt haben. Welche für die jeweilige Mutter am besten passt, ist individuell verschieden.
Die Fußballhaltung:
Dabei liegen die Babys mit dem Bauch zu Ihrer Hüfte gewandt. Die Mutter hält die Köpfe und stützt mit ihrem Unterarm den Körper der Kinder. Am besten liegt ein Kissen auf dem Schoß der Mutter und zwei unter ihren Armen, sonst können die Arme schnell ermüden oder eines der Babys rutscht nach unten.
Die Paralellhaltung:
Ein Kind liegt in Wiegenhaltung vor dem Bauch der Mutter, das andere in Fußballhaltung mit dem Kopf auf den Beinen oder dem Bauch des Geschwisters. Der Wiegegriff ist die übliche Stillhaltung. Wichtig sind auch hier wieder Polster zur Unterstützung.
Gleichzeitig stillen im Liegen: Die Mutter liegt auf der Seite, aber etwas nach hinten gelehnt, mit festen Kissen oder Decken im Rücken. Ein Kind liegt seitlich neben der Mutter auf dem Bett, das andere oben bäuchlings quer auf ihrer Seite, mit den Beinen auf den Kissen in ihrem Rücken.
Die Überkreuz-Position: Dabei sitzt die Mutter aufrecht und hält die Kinder im Wiegegriff. Die Babys liegen seitlich an der Mutter, ihre Köpfe direkt an der Brust. Die Beine der Kinder sind einander zugewandt, überkreuzen sich im Schoß der Mutter und bilden ein V.
Tipp: Ein spezielles Stillkissen für Zwillinge in V-Form hilft dabei, beide Babys zu stützen, während man stillt.
Wird die Brust beim Stillen von zwei Kindern doppelt beansprucht?
Es macht keinen Unterschied, ob man eine oder mehrere Babys stillt. Wundsein wird durch falsches Anlegen und nicht durch die Anzahl der zu stillenden Babys verursacht.
Macht es Sinn eine Milchpumpe zu besorgen?
Ja, es macht durchaus Sinn auch zwischendurch mit der Milchpumpe Muttermilch abzupumpen. Die Milchproduktion wird weiter angeregt und man kann so auch Milchportionen für einen späteren Zeitpunkt aufheben. Dies erleichtert manche Situationen erheblich. So kann auch der Kindesvater oder eine andere Person ein oder beide Babys füttern. Außerdem tut es jeder Mutter gut, einmal für wenige Stunden Zeit für sich zu haben.
Tipp:
Am besten schaut man sich schon während der Schwangerschaft nach einer passenden Stillberatung um. Viele Geburtenstationen bieten dementsprechene Kurse und Vorträge an. Auch die meisten Hebammen, helfen Müttern, besonders in der Anfangszeit, gerne beim Stillen und stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung. Zusätzlich hat sich ein Austausch mit anderen Zwillingsmüttern bewährt. Dort kann man sich hilfreiche Ratschläge direkt aus der Praxis holen.
