Das Streben nach Glück

Vierblättriges Kleeblatt - Kurt F. Dominik
Vierblättriges Kleeblatt - Kurt F. Dominik
Das menschliche Streben nach Glück und Zufriedenheit - Ablenkung, Ausrede oder Antrieb?

Die Menschen waren schon immer auf der Suche nach dem ganz großen Glück, der ewigen Zufriedenheit und möglichst noch einer Garantie dafür.

Gibt es so etwas wie dauerhaftes Glück?

Was bedeutet diese Suche und dieses ewige Streben nach Glück? Ist es eine Ausrede für Misserfolge, schlechte Stimmung und Langeweile? Eine Ablenkung von den alltäglichen Pflichten? Oder ist es eine sinnvolle Suche, die jeder einmal führen muss, um zu sich selbst zu finden und zu erkennen, was ihn ausmacht und was sein Leben vervollständigt? Zunächst stellt sich die Frage, was genau Glück eigentlich bedeutet. Was muss geschehen, damit man glücklich ist? Das sieht nach außen bei jedem anders aus. Für manche bedeutet Glück, dass sie in ihrem Traumjob Karriere machen. Für andere dagegen bedeutet Glück, mit ihrem Partner ein sorgenfreies Leben zu führen und Zeit für Dinge zu haben, die ihnen am Herzen liegen. Jeder Mensch würde etwas Anderes als sein persönliches Glück bezeichnen. Es ist geht jedoch gar nicht um diese objektiven Situationen und Umstände, sondern es ist viel mehr allgemein fraglich, was einem Menschen abstrakt passieren muss, dass er zufrieden ist und sich glücklich fühlt, beziehungsweise überhaupt fühlen kann, unabhängig von seinen Lebensumständen. Das, was allgemein als Glück bezeichnet wird, ist ein bloßes Gefühl, ein Empfinden. Ein Gefühl, das durch innere Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein und Erfolg entsteht.

Glück kann allein durch die Einstellung zu sich selbst entstehen

Ein Mensch, der einen guten Beruf und eine funktionierende Beziehung hat, wird trotz dieser objektiv glücklichen Umstände nicht in der Lage sein, sich glücklich zu fühlen, wenn er kein Selbstbewusstsein hat, das ihm die Sicherheit gibt, das Richtige zu tun und mit Widrigkeiten fertig zu werden. Neben diesem unerlässlichen Selbstvertrauen ist außerdem ein gewisses Erfolgsempfinden notwendig, das dem Menschen das Gefühl gibt, egal in welcher Hinsicht, ob beruflich oder privat, Erfolge zu erzielen. Dabei ist es absolut unwichtig, ob es objektive Erfolge sind. Es geht lediglich darum, dass der einzelne Mensch das Empfinden hat, er hätte für sich selbst einen Erfolg erzielt.

Ein weiterer notwendiger Punkt sind eigene Ziele. Jeder Mensch braucht eigene Ziele, nach denen er strebt. Wenn jemand nur die Ziele seines Partners oder seiner Mitmenschen für seine eigenen erklärt, ohne sich jemals selbst gefragt zu haben, was seine ganz persönlichen Ziele sind, wird er niemals komplett mit sich selbst und seinen Erfolgen zufrieden sein, da es dann keine Erfolge und Handlungen sind, die ihm persönlich am Herzen liegen. Dies ist jedoch oftmals gar nicht einfach. Vielen Menschen ist gar nicht klar, dass die Ziele, die sie vor Augen haben, gar nicht die eigenen Ziele sind. Es ist ein schwieriger, jedoch auch ein absolut unerlässlicher Weg, sich seine eigenen Lebensziele bewusst zu machen und dann einen Weg zu finden, sie für sich selbst umzusetzen.

Der Weg zum Glück

Im Gegensatz zu der Annahme, es wäre eine Person, ein Job oder gewisse Umstände, die erforderlich sind, um glücklich zu sein, liegt das Glück folglich allein im Menschen selbst. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Dieser Satz gewinnt nach den vorhergehenden Feststellungen eine neue Bedeutung und ist so zu verstehen, dass jeder Mensch zum Glücklichsein fähig ist, wenn es ihm gelingt, mit sich selbst im Einklang zu stehen und die positiven Dinge wahrzunehmen, die es bereits in seinem Leben gibt, statt nach Zielen zu greifen die in der Gesellschaft einen hohen Rang, aber oftmals für den Einzelnen kaum Bedeutung haben.

Es geht nicht darum, von etwas abhängig zu sein, das einem eventuell irgendwann im Leben begegnet und das oftmals als das große Glück bezeichnet wird, sondern vielmehr darum, trotz unangenehmer Pflichten und Umstände, ein ausgeglichenes Selbstwertgefühl zu erreichen, das dazu führt, dass man sich mit sich selbst und seinem Leben identifizieren kann. Ist dieser Punkt erreicht, ist der Rest nur noch Einstellungssache. Es ist folglich so, dass das Streben danach, glücklich zu sein, solange ein Antrieb und gewissermaßen ein Selbsterhaltungstrieb ist, wie der Mensch sich nicht mit seinem Leben identifizieren kann und ihm etwas fehlt, das ihm die Möglichkeit gibt, sich selbst gut zu fühlen und ausgeglichen zu sein. Ab diesem Moment, in dem der Mensch weiß, was er ist und was er will und sich in seinem Leben nicht fehl am Platz fühlt, ist das Streben nach dem Glücklichsein lediglich noch eine Ausrede für Misserfolge, eine Ablenkung von unangenehmen Pflichten und eine Blockade für das weitere Vorankommen.

Glücklichsein ist ein Maßanzug. Unglückliche Menschen sind jene, die den Maßanzug eines anderen

tragen wollen (Karl Böhm).

Weiterführende Literatur zum Thema

  • Verschreibungen zum Glücklichsein, von Rolf Merkle & Doris Wolf, pal Verlag, ISBN-10: 3923614047, Preis im Handel: 7,80 Euro
  • Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist, von Wilhelm Schmid, Insel Verlag, ISBN-10: 3458173730, Preis im Handel: 7,00 Euro
Mareike Müller-Isernhagen, Mareike Müller-Isernhagen

Mareike Müller-Isernhagen - Hallo liebe Leser, mein Name ist Mareike Müller-Isernhagen und seit ich denken kann, schreibe ich gerne. Ich bin in Hannover ...

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