
- Schwan - Günter Havlena/pixelio.de
Die Quelle des Tegeler Fließes befindet sich zwischen den Orten Basdorf und Summt. Der ungefähr 30 Kilometer lange Fluss mündet dann in den Tegeler See im nördlichen Berliner Bezirk Reinickendorf. Zu Fuß oder per Fahrrad kann das Naturschutzgebiet gut ab dem idyllischen Ortsteil Lübars erkunded werden. Hier finden Wanderer deutlich ausgeschilderte, vier Kilometer lange Wege, die am Freibad Lübars vorbei bis hin zum Hermsdorfer See führen. Über Hermsdorf Richtung Norden erreicht man dann nach ungefähr sieben Kilometern den Tegeler See. Das gesamte Einzugsgebiet des Tegeler Fließes umfasst ungefähr 125 Quadratkilometer. Hier befindet sich eine der reizvollsten und interessantesten Landschaften Berlins.
Entstehung des Tegeler Fließes in der Weichseleiszeit
In der Weichseleiszeit bedeckten dicke Eismassen ganz Berlin und formten damit die Urstromtäler. Das entstandene Schmelzwasser floss aus dem Norden in das Berliner Urstromtal. Es entwickelte sich daraus ein Fluss, das heutige Tegeler Fließ. Es hat seit Urzeiten ein breites Flussbett von ungefähr acht Metern sowie eine Tiefe von höchstens 80 Zentimetern. Leider kann man heute das Fließ nicht zu Fuß durchqueren, da es einen nachgebenden Sandboden hat, der oben mit Kieselsteinen bedeckt ist. Später entstanden rund um das Fließ große Niederungsmoore sowie in der Nähe von Schildow ein Hangmoor. Auch heute noch findet man rund um das Fließ eine große Anzahl von Findlingen aus Urgestein, die hier "Katzenköpfe" genannt werden. Im Laufe der Zeit entstand rund um das Tegeler Fließ ein System aus vielen kleinen Seen, die zum jetzigen Zeitpunkt, bis auf den Hermsdorfer See und den Köpchensee, verlandet sind.
Einzigartige Flora und Fauna im Tegeler Fließ
Das ganze Tegeler Fließ steht heute unter Naturschutz. Viele seltene Tiere und Pflanzen leben hier fast ungestört und haben in diesem seltenen Biotop ihren Lebensraum gefunden. Seit dem Jahr 1999 gehört das Tegeler Fließtal zum Barnimer Naturpark. Viele Wanderer konnten in der Zeit zwischen Frühjahr und Herbst bis zu 100 unterschiedliche Vogelarten wie zum Beispiel Spechte, Reiher, Fasane, Bussarde und noch viele mehr im Tegeler Fließtal beobachten. Sogar Rote-Liste-Arten Brandenburgs findet man hier: die vom Aussterben bedrohte Glattnatter ebenso wie den Eisvogel. Nicht selten läuft dem überraschten Wanderer ein Waschbär , Fischotter oder auch ein Marder über den Weg. Unzählige einheimische Kleinsäuger haben ebenfalls hier ihre Heimat gefunden. In den Feucht-, Moor- und Trockengraswiesen kann man über zweihundert verschiedene Pflanzenarten finden. Damit ist das Tegeler Fließ eine der schönsten Naturlandschaften in Berlin und für Naturliebhaber eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch.
Einzigartig in Berlin: die Osterquelle
Auf der Wanderung durch das Tegeler Fließ findet man In der Nähe des Lübarser Ortskerns , in der Schildower Straße, die letzte frei sprudelnde Quelle in Berlin. Umgeben von Steinen liefert sie ungefähr sieben Liter Wasser pro Sekunde. Diese Quelle wurde erstmals im Jahr 1751 chronologisch erwähnt. Ganzjährig hat sie eine Temperatur von neun Grad Celsius und kann somit niemals zufrieren. Der Legende nach holten früher die Mädchen aus Lübars an dieser Quelle das Osterwasser.
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