
- Der Dachs lebt im Wald - Sonja Köhler
Wie wichtig sind uns wildlebende Tiere, vor allem die in unserem eigenen Land? Wie viel wissen wir über sie und kümmert es uns, wenn wir ein totes Reh auf der Straße liegen sehen? Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild setzt sich genau dafür ein: Dass wir Menschen mehr auf unsere Umwelt achten und auf Tiere, die wir nicht nur im Zoo betrachten können, sondern jene, die in der freien Wildbahn leben. Dabei handelt es sich um Tiere, die stark gefährdet sind und bereits auf der „roten Liste" stehen, ehemalige tierische Bewohner, die in Deutschland ihre alte Heimat wieder finden sollen - sowie auch Tierarten, die zwar bekannt sind, aber selten gesehen werden und über die man genauer informieren will: Wie im Jahr 2010 der nachtaktive Dachs.
Die SDW – Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt
Die Geschichte der Schutzgemeinschaft begann nach dem zweiten Weltkrieg. Gegen die Unachtsamkeit der Menschen auf die Natur und die darin lebenden Tiere, die oft schon vom Aussterben bedroht waren, sollte durch diese Organisation etwas unternommen werden. Fachkundige und qualifizierte Mitglieder arbeiten international und oft ehrenamtlich, sodass Vereinbarungen mit Washington über den Handel mit gefährdeten Arten zustande kommen konnten, sowie die Berner- und Bonner Konvention, wie auch der „Weltcharta für die Natur“.
Da die Schutzgemeinschaft Aufklärung über die wildlebenden Tiere unters Volk bringen will, ebenso wie eine größere Aufmerksamkeit für die einheimischen Tiere, entstand 1992 die Ernennung vom „Tier des Jahres“. Jedes Jahr wurde von diesem Zeitpunkt an ein Wildtier gewählt. Hier eine Auflistung der Tiere bis zum Jahre 2009:
- 1992: Die Fledermaus
- 1993: Die Wildkatze
- 1994: Das Rotwild
- 1995: Der Apollofalter
- 1996: Der Feldhamster
- 1997: Der Alpensteinbock
- 1998: Die Unke
- 1999: Der Fischotter
- 2000: Die Äskulapnatter
- 2001: Der Feldhase
- 2002: Das Rotwild (Grund für die zweite Wahl: Verschlechterung des Bestands trotz der Wahl vor acht Jahren)
- 2003: Der Wolf
- 2004: Der Siebenschläfer
- 2005: Der Braunbär
- 2006: Der Seehund
- 2007: Der Elch
- 2008: Der Wisent
- 2009: Der Igel
Das Tier des Jahres 2010 ist der Dachs. Er gilt in Deutschland zwar nicht als gefährdet, doch da ihn die Menschen durch seine Nachtaktivität selten zu Gesicht bekommen, wollte die Schutzgemeinschaft ihn etwas bekannter machen. Seit November 2009 gibt es sogar eine Dachs-Briefmarke zu kaufen, die das Finanzministerium dem Tier gewidmet hat.
Der Dachs
Im Wald stößt man zwischen den Bäumen häufig auf Dachsbauten in der Erde: weit verzweigte Tunnelsysteme unter der Erde, die der Dachs kunstvoll anzulegen weiß. Nicht selten kommt es vor, dass er sich diese sogar mit einem Fuchs teilt. Auch in Fabeln kommen Reineke (Fuchs) und Meister Grimbart (Dachs) zusammen vor. Allerdings sollte er mit diesem Tier nicht verwechselt werden, denn er gehört zur Familie der Marder und ist außerdem der größte Marder Mitteleuropas. Somit wiegt ein Dachs zwischen 15 und 20 Kilogramm und kann bis zu 90 Zentimeter groß sein. Damit hat er wieder eine Ähnlichkeit mit dem Fuchs: seine Größe. Allerdings ist sein Körperbau breiter und nicht so schlank wie der eines Fuchses. Sein Fell teilt sich in die Silberfärbung am Rücken, den schwarzen Bauch und die markante, schwarz weiß gestreifte Gesichtsfärbung. Mit ihrer hervorragenden Nase stöbern die Allesfresser Beeren, Wurzeln, Würmer, Schnecken und Insekten auf, die während den nächtlichen Wanderungen durch den Wald vertilgt werden.
Der eigene Beitrag
Unser Alltag wird bestimmt vom Stress. Stress in der Arbeit, in der Schule, mit den Kindern, im Haushalt, bei den Erledigungen, die wir meinen, möglichst schnell und in Hetze hinter uns bringen zu müssen. Doch wann denken wir einmal daran, dass es mehr gibt als eine hektische Stadt, Straßen, Häuser, Arbeit und den Alltag?
Richtig, wir denken kaum an die Natur, höchstens in unserer Freizeit. Doch meistens geht es auch da nur ums „am Strand liegen“ oder ums Schlittschuhfahren. Wichtig wäre es, uns einmal Zeit zu nehmen für die Natur und die Wildtiere, die man häufiger sieht, als man denkt. Mit dem Hund, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder zu Fuß lassen sich Wälder, Wiesen und deren Bewohner so gut erkunden, dass es schade darum ist, wie selten die meisten es tun. Eine Neuentdeckung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und ihrer Schönheit wäre ein großartiger Beitrag zum Schutze unsere Natur und der Tiere. Es würde sicherlich eine Umsicht und ein Verantwortungsgefühl in uns hervorrufen – ganz im Sinne der Schutzgemeinschaft für Deutsches Wild.
