Das Vasa-Museum in Stockholm

Das meistbesuchte Museum in Skandinavien

Die Vasa - Vasa Museum Stockholm
Die Vasa - Vasa Museum Stockholm
Das besterhaltenste Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert kann im Stockholmer Vasa-Museum bestaunt werden.

Beeindruckend und ehrfurchtsvoll liegt sie vor einem. Sie zu berühren traut man sich kaum und doch ist es ein Stück Geschichte zum Anfassen. Gedämpfte Stimmung und abgedunkeltes Licht verleihen dem geschichtsträchtigen Schiff einen würdevollen Glanz.

Dass die Vasa sich noch in so gutem Zustand befindet, ist ganz einfach zu erklären: Bereits auf ihrer Jungfernfahrt ging sie auf Tauchstation. Und zwar nicht auf den sieben Weltmeeren, sondern bereits im Hafenbecken von Stockholm. Ein Stück Geschichte, konserviert in Salzwasser, gehoben und aufwendig trocken gelegt und somit für die Menschheit zugänglich gemacht.

Die erste und letzte Fahrt der Vasa

Ein laues Lüftchen und reges Treiben herrschte am 10. August 1628 im Hafen von Stockholm. Das schwer bewaffnete Kriegsschiff Vasa, das neue Flaggschiff der schwedischen Flotte, sollte zum ersten Mal in See stechen. Salutschüsse wurden abgefeuert, jubelnde Menschen verabschiedeten die Besatzung und mussten nur wenige Minuten später mit Ansehen, wie das Schiff im Hafenbecken von Stockholm versank.

Berechnungsfehler in der Konstruktion waren die Ursache dafür, dass das stolze Schiff bereits bei seiner Jungfernfahrt kenterte. Die Vasa wurde zu hoch und zu schmal gebaut. Hinzu kam, dass aufgrund falscher Beladung der Fracht der Schwerpunkt des Schiffes zu hoch lag. Das Scheitern war vorprogrammiert. Trotz geringen Windes bekam das Schiff schon nach wenigen Metern eine bedrohliche Schräglage. Der erste stärkere Windstoß ließ es bereits 1300 Meter nach dem Start kentern und innerhalb weniger Minuten sank der Stolz der schwedischen Flotte. Zwanzig Minuten dauerte die erste Fahrt der Vasa und fünfzig Menschen ließen ihr Leben dabei.

Die Bergung der Vasa

Die Vasa ist das einzige gut erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Wegen des geringen Salzgehalt in der Ostsee gibt es in diesem Gewässer den Schiffswurm nicht, der ansonsten in kürzester Zeit das Holz des Schiffes zerfressen hätte. Aber auch der hohe Schwefelanteil im Wasser, der eine konservierende Wirkung hat, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vasa in relativ gutem Zustand geborgen werden konnte.

Am 25. August 1956 fand der Meeresarchäologe Anders Franzén das Wrack. In sechzehn Etappen brachte man das Schiff in seichtes Gewässer. Die endgültige Bergung der Vasa gelang am 16. April 1961. Das Schiff wurde vom Schlamm befreit, ins Trockendock gebracht und kann heute im Vasa-Museum bewundert und bestaunt werden.

Das Vasa Museum

In einer 34 Meter langen Halle kann das Vasa-Schiff rund-um besichtigt werden. Drei Etagen ermöglichen einen umfassenden Blick auf das Schiff und in die Geschichte Schwedens.

Vor allem für kleine Piraten ist der Besuch im Museum ein spannendes Abenteuer. In einer kleinen, kuscheligen Ecke auf der dritten Etage können Kinder in einem Bilderbuch mehr über die Geschichte des Schiffes erfahren. Ein Stück weiter in den Ausstellungsräumen animiert ein Computerspiel dazu, selber einmal Lademeister zu spielen. Bei falscher Beladung kippt das schlanke Schiff zu Seite und kentert. Ein Spaß für Jung und Alt.

Das Museum ist auf Touristen aus aller Welt eingestellt. Filme zur Geschichte und Bergung des Schiffes können in vierzehn Sprachen bestaunt werden.

Der Eintritt beträgt 95 Kronen für Erwachsene. Kinderfreundlich wie die Schweden sind, haben kleine Besucher freien Eintritt. Und für den Hunger zwischendurch können große und kleine Piraten das Museums-Restaurant entern.

Marion Mink, Martin Mink

Marion Mink - Eine Brise kalter Nordwind, dazu die stürmische See und Sand in den Haaren: Die perfekte Umgebung, damit ich zu Hochform ...

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