Das war die Kletter WM Arco 2011 - Rückblick und Highlights

Boulder Frauen WM 2011 - Newspower Canon
Boulder Frauen WM 2011 - Newspower Canon
Eine Zusammenfassung der Kletter Weltmeisterschaft in Arco (Italien), Rückblick auf aufregende elf Tage Klettern: Bouldern, Lead/Vorstieg und Speed.

Petrus war den Kletter-Athleten aus aller Welt und dem Veranstalter vom 15. bis zum 24. Juli 2011 in Arco gewogen, denn außer einem Tag bei der 1. Paraclimbing Weltmeisterschaft mit Nieselregen, blieb es sonnig und mild. Wie immer in Arco nahe dem Gardasee war die Stimmung fröhlich, fast familiär, gemütlich und unbeschwert, trotz der Zuschauermassen. So ist die Klettergemeinde, so ist Arco als Kletterhochburg eben.

16. bis 17. Juli 2011: Die Boulder Bewerbe der Frauen und Männer in Arco

Bei den Frauen gab es wenig Überraschungen. Die Weltranglistenführende und Europameisterin Anna Stöhr machte es nur im Semifinale spannend, als sie gerade noch als Sechste und Letzte den Einzug ins Finale schaffte. Da allerdings trumpfte sie auf: Als Einzige erreichte sie an allen vier Wänden Top. Auch die Dritte, Juliane Wurm, zeigte schon im Weltcup ihre gute Leistung. Nur die Japanerin Noguchi musste sich geschlagen geben, dafür krönte sich die junge Amerikanerin Sasha DiGiulian zur Vizeweltmeisterin.

Bei den Herren sah es in der Qualifikation und im Semifinale nach einem lockeren Durchmarsch für den fünffachen Weltcupsieger, Kilian Fischhuber, aus. Doch wie so oft bei Welt- und Europameisterschaften, lag der Wurm im abschließenden Finale. Konnte er bei der Europameisterschaft gerade noch den dritten Platz retten, blieb ihm dieses Mal nur die "lederne oder blecherne" Medaille, der undankbare vierte Platz. Knapp daran und doch daneben. Dafür geigte der Weltcup-Zweite, Sharfutdinov gewaltig auf, wie auch sein Landsmann Rustam Gelmanov. Nur Adam Ondra konnte sich dazwischen quetschen. Der neue Weltmeister erreichte fast spielerisch vier Mal Top.

Die neuen Weltmeister im Bouldern 2011 heißen Anna Stöhr und Dmitry Sharafudtinov

  • Gold im Bouldern 2011 Frauen: Anna Stöhr (AUT)
  • Silber: Sasha DiGiulian (USA)
  • Bronze: Juliane Wurm (GER)
  • Gold im Bouldern 2011 Männer: Dmitry Sharafudtinov(RUS)
  • Silber: Adam Ondra (CZE)
  • Bronze: Rustam Gelmanov (RUS)

18. bis 19. Juli 2011: Die 1. Paraclimbing Weltmeisterschaft

Eingebettet in die 11. IFSC Weltmeisterschaft im Klettern, wurde auf denselben Örtlichkeiten vom 15. bis 19. Juli 2011 die erste Paraclimbing-Weltmeisterschaft abgehalten. Auch als Zeichen des Miteinanders, der Integration der behinderten und nichtbehinderten Kletterer. Es war ein voller Erfolg. Nur der einsetzende Nieselregen schmälerte ein wenig die Stimmung. Viele der unbehinderten Athleten kamen als Zuschauer und zollten den behinderten Sportlern vollen Respekt.

20. bis 24. Juli 2011: Lead-Bewerbe der Frauen und Männer in Arco

Die Europameisterin Angela Eiter und vor allem das gesamte österreichische weibliche Kletterpaket machten es fast zu einer österreichischen Meisterschaft mit internationaler Beteiligung. Allein die fünf österreichischen Athletinnen im Finale: Röck, Ernst, Eiter, Posch und Schranz sorgten für ein "Ah! und Oh" unter den Zuschauern. Nur die Weltranglistenführende Koreanerin Kim funkte bis zum Semifinale dazwischen. Beim Finale scheiterten alle an der gleichen Schlüsselstelle bei Griff 47, bis auf Angela Eiter. Sie suchte mit gefasster Überlegung einen anderen Weg, kletterte noch weiter bis 53+, erreichte allerdings das Top nicht und musste warten. Niemand überholte sie. Die Freude der neuen und ehemaligen Doppel-Weltmeisterin war groß.

Am Samstag machten es die Männer noch einmal so richtig spannend. Im Semifinale scheiterten viele an den Schlüsselstellen, sogar Adam Ondra erreichte das Top nicht. Da kamen Jakob Schubert und Puigblanque. "Sinfonia mondiale" nannte überschwänglich der italienische Reporter das harmonische Zusammenspiel der beiden. Sie schafften fast spielerisch das Top. Doch im abschließenden Finale mussten sich die beiden Langen, nämlich Ondra und Schubert, dem Kleinen, Puigblanque, ehrfurchtsvoll beugen. Rutschten sie am Topgriff noch im letzten Augenblick ab, griff Puigblanque ruhig und beherzt zu und ließ nicht mehr los.

Die neuen Weltmeister im Lead Klettern 2011 sind Angela Eiter und Ramon Julian Puigblanque

  • Gold im Lead Klettern 2011 Frauen: Angela Eiter (AUT)
  • Silber: Jain Kim (KOR)
  • Bronze: Magdalena Röck (AUT)
  • Gold im Lead 2011 Männer: Ramon Julian Puigblanque (ESP)
  • Silber: Jakob Schubert (AUT)
  • Bronze: Adam Ondra (CZE)

22. bis 23. Juli 2011: Die Speed Bewerbe der WM Arco 2011, Team, Frauen und Männer

Im Team Bewerb matchten sich, wie schon fast üblich, Russland, Ukraine und China. Mit Russland-2 und Russland-1 erwiesen sich die Athleten aus Russland als fast unüberwindbar. China musste sich dieses Mal geschlagen geben. Dafür trumpfte Zhong im Einzel auf und zeigte Kokorin um einen Hauch die lange Nase. Mit neuem Weltrekord. Fabelhaft. Die Damen lieferten sich ebenfalls ein spannendes Finale.

Die neuen Weltmeister 2011 in den Speed Disziplinen

  • Team Bewerb Weltmeister: Team Russland2
  • Zweite: Team Ukraine1
  • Dritte: Team Russland1
  • Gold Speed Frauen. Maria Krasavina (RUS)
  • Silber: Anna Tsyganova (RUS)
  • Bronze: Tamara Kusnetzova (KAS)
  • Gold im Speed Männer: Qixin Zhong (CH)
  • Silber: Stanislav Kokorin (RUS)
  • Bronze: Danylo Boldyrev (Ukraine)

Die Ergebnisse aus Spezial-Kombination und Duell-Klettern am 24. Juli 2011

Die Spezial-Kombination, also Ergebnisse aus Boulder, Lead und Speed, wurde von Adam Ondra (CZE) und Sasha DiGiulian (USA) gewonnen. Die der Mannschaft ging an Russland. Anna Stöhr erreichte hier die Silbermedaille. Das Rock Master Duell gewannen Cheresneva (RUS) und Adam Ondra (CZE). Ernst und DiGiulian wurden Zweite und Dritte. Bei den Männern Tauporn und Schubert. Das österreichische Team war eine Erfolgsgeschichte für sich. Die Lead-Team Wertung gewann es überlegen.

Kritikpunkte an der Weltmeisterschaft Arco 2011

Kaum eine Sportart bietet soviel an Spannung und Mitfiebern. Da ist es immer noch verwunderlich, dass trotz der Teilnahme von so vielen deutschen, österreichischen und schweizer Sportlern, es keine der deutschsprachigen Fernsehanstalten für die Mühe wert fand, eine Live-Reportage zu liefern, nicht einmal ordentliche Zusammenfassungen wurden in den Sportnachrichten geboten. Es ist zum "Fremdschämen". Man hätte nur die Übertragungen von RAI Sport1 und RAI Sport2 mit einem deutschsprachigen kompetenten Kommentator versehen müssen und statt einer der Wiederholungen von Fußballübertragungen aus vergangenen Zeiten mal dem Klettern Platz schaffen können.

Quellen: Arco WM 2011, IFSC, RAI

Fotonachweis: Newspower Canon, Arco2011.it

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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