Das ZDF-Politbarometer Januar I : CDU im Plus, Grüne im Minus

Ist das Thema Wulff überstrapaziert? - ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Ist das Thema Wulff überstrapaziert? - ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Das erste ZDF-Politbarometer im neuen Jahr vom 13. Januar 2012 berichtet über die Meinung der Wähler zu Bundespräsident Wulff und zu den Parteien

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen führte die Interviews zwischen dem 10. und 12. Januar 2012 bei 1359 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch durch. Die knappe Mehrheit der befragten Wählerinnen und Wähler ist mit 52 Prozent gegenüber 48 Prozent der Meinung, dass die Causa Wulff ein nicht so wichtiges oder überhaupt nicht wichtiges Thema ist. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte ohne Vorgabe möglicher Antworten nach den wichtigsten Problemen in Deutschland gefragt. Die Reihenfolge lautete: Euro- und Bankenkrise mit 41 Prozent vor Arbeitslosigkeit mit 21 Prozent und Bundespräsident Wulff mit 16 Prozent.

Die Glaubwürdigkeit von Bundespräsident Wulff

Bundespräsident Christian Wulff konnte in dieser Woche nichts für seine Imageverbesserung tun. Nur 34 Prozent aller befragten Bundesbürger halten Bundespräsident Christian Wulff für glaubwürdig, aber 61 Prozent meinen, dass er nicht glaubwürdig ist. Unentschlossen zu dieser Frage waren nur fünf Prozent. Trotz der deutlichen Meinung ist die Mehrheit der Befragten mehr für seinen Verbleib im Amt als für seinen Rücktritt. In Zahlen ausgedrückt wollen 50 Prozent ihn weiter im Amt gegenüber 44 Prozent, die einen Rücktritt für besser halten.

72 Prozent der Befragten und damit eine deutliche Mehrheit glauben aber an eine dauerhafte Beschädigung seiner Person im Amte des Bundespräsidenten. Bevor ihm seine Hausfinanzierung vorgeworfen wurden, belegte Wulff auf der von +5 bis -5-Skala im November noch einen Wert von 1,9; nach Offenlegung der Vorwürfe erhält Christian Wulff Mitte Dezember noch einen Wert von 1,2. Jetzt Anfang Januar liegt sein Wert bei –0,5.

Zur Finanztransaktionssteuer

Die Meinung der Bürger zur von Bundeskanzlerin Merkel unterstützten Einführung einer Finanztransaktionssteuer begrüßen 58 Prozent und 27 Prozent sind dagegen. Wenn aber einzelne europäische Länder wie Großbritannien nicht mitmachen, sind nur noch 35 Prozent dafür, aber 46 Prozent dagegen. Die FDP-Führung lehnt die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ausschließlich grundsätzlich in der Euro-Zone ab, weil sie Nachteile für den Finanzstandort Deutschland befürchtet..

Griechenlands Pleite?

Wenn Griechenland keine weiteren Gelder von der EU erhält, geht Griechenland pleite.

Wenn Griechenland pleite gehen sollte, befürchten 69 Prozent der im Politbarometer befragten Wähler dadurch große oder sehr große Nachteile für Deutschland.

Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands solle die EU nicht zulassen. Das jedenfalls meinen 50 Prozent gegenüber 41 Prozent, die eine Pleite zulassen würden.

Die Parteien in der Gunst der Wähler

Im Vergleich zum letzten Politbarometer im Dezember 2011 verbessert sich die CDU/CSU um zwei Prozentpunkte auf 36 Prozent, während die SPD bei 31 Prozent verharrt. Die Grünen mussten zwei Prozentpunkte abgeben und kommen noch auf 16 Prozent. Die übrigen Parteien bleiben unverändert: FDP 4 Prozent, die Linke 6 Prozent und die Piraten 4 Prozent. Das bedeutet rein rechnerisch eine knappe Mehrheit für Rot/Grün.

Jetzt meinen mit einem Plus von vier Prozent 73 Prozent der Wähler, dass Bundeskanzlerin eine gute Arbeit leistet. Dass sie eine schlechte Arbeit leistet, glauben jetzt bei einem Rückgang von fünf Prozent nur noch 22 Prozent der Wähler.

Die beliebtesten Politikerinnen und Politiker

Nachdem Bundeskanzlerin Merkel beim letzten Politbarometer knapp die Führung übernehmen konnte, baute sie ihren Vorsprung von 1,4 auf 1,7 aus. Auf der Skala von +5 bis -5 folgt dann Peer Steinbrück mit 1,5 vor Frank-Walter Steinmeier mit unveränderten 1,3 und Wolfgang Schäuble mit einem unveränderten Wert von 1,2. Horst Seehofer konnte sich von 0,1 auf 0,7 verbessern. Es folgen mit kaum wahrnehmbaren Veränderungen Sigmar Gabriel mit 0,5, Ursula von der Leyen mit 0,5 und Jürgen Trittin mit 0,1. Die beiden Schlusslichter heißen nach wie vor Guido Westerwelle und Philipp Rösler, beide mit –1,4.

Quellen: ZDF-Pressemeldung, Forschungsgruppe Wahlen

Dieter Helmut, Dieter Helmut

Dieter Helmut - Dieter Helmut ist Jurist im Ruhestand und schreibt seit Dezember 2010 für suite101. Seine Themenschwerpunkte sind aktuelle ...

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