Das Zusammenspiel in einer Familie

Leben in Familie handelt nicht von dem, was Kindererziehung heißt

Je länger jemand Vater oder Mutter ist, desto mehr fällt auf, welche Tücken sich in und rund um die Erziehung von Kindern herum auftut. Dafür gibt es keine Anleitung.

Es gibt Dinge, die sich je nach Tagesform mit Leichtigkeit und Humor bewältigen lassen und welche, die einen zur Verzweiflung bringen können. Genauso denkt man sich: "Wow, was sind wir doch für tolle Eltern." Und dann aber wieder: "Hm warum ich?" Viele denken dann auch gleich darüber nach sich in einer Beratungsstelle Hilfe zu holen.

Gute Gefühle gleich gute Familie

Geht man davon aus, dass am Anfang jeder Familiengründung liebevolle Gefühle und gut gemeinte Absichten stehen, so müsste doch klar sein, dass der Weg in eine wunderbare Zukunft geebnet ist. Leider reichen gute Gefühle für ein dauerhaftes gutes Zusammenspiel als Familie nicht aus. Wichtiger ist, dass man diese Gefühle auch in seinem ganzen Verhalten zueinander zum Ausdruck bringt. Das ist oft leichter gesagt als getan. Mit dem Trotzalter eines Kindes häufen sich dementsprechend auch die Hahnenkämpfe. Und das was man nicht in schlauen Büchern nachlesen kann, muss man wohl oder übel abhaken. Es ist die Qualität des Zusammenspiels zwischen den Erwachsenen, die über die Atmosphäre einer Familie entscheidet. Um eine gute Atmosphäre zu schaffen, müssen Liebe und Bereitschaft vorhanden sein. Bereitschaft auch sich Konflikten zu stellen, die immer auftreten können.

Eltern sein - eine Schule des Lebens

An Anfang jeder Elternschaft steht der Anspruch alles perfekt machen zu wollen. Aber was heißt das denn eigentlich? Im Prinzip geht es doch darum, sich zu fragen, was man mit der Erziehung überhaupt erreichen möchte. Die Menschen möchten ihre Kinder zur Selbständigkeit erziehen und ihnen helfen, ein starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Natürlich wollen das alle. Eltern müssen einfach bereit sein, täglich viele Fehler zu machen, und sie müssen vor allem gemeinsam mit den Kindern wachsen. Anders geht es gar nicht.

Grenzen setzen und Grenzen erkennen

Man sollte sich zunächst einmal klar sein, wo die eigenen Grenzen liegen udn möglichst auch, warum das so ist. Eltern, die ständig Verbote aussprechen, die benehmen sich unecht. Nur wer seine eigenen Grenzen auch äußern kann, statt immer nur Grenzen der Kinder findet, benimmt sich authentisch. Aus der Situation heraus können Kinder auch was lernen. Kinder, die angeblich ihre Grenzen austesten, suchen eigentlich nach der wahren Persönlichkeit ihrer Eltern. Die eigenen Standpunkte lassen sich am besten in Ich-Botschaften transportieren. Indem man zunächst von sich spricht, stellt man schon den Kontakt her und zieht möglicherweise eine persönliche Grenze. Genauso sollten die Familien dann auch mit ihren Kindern umgehen. Wenn diese Äußerungen respektiert werden und gemeinsam mit den Kindern nach einer Lösung gesucht wird, wird auch der Respekt vor den Grenzen anderer Menschen entwickelt.