
- StudiVZ Facebook - Peter Kirchhoff
Facebook vernetzt knapp eine halbe Milliarde Menschen miteinander und ist damit weltweit die größte Social Network Plattform. Beim deutschen Konkurrenten StudiVZ sind 17 Millionen Nutzer angemeldet. Datenschützer warnen regelmäßig davor, im Internet und besonders bei sozialen Netzwerkplattformen zu viele private Informationen preiszugeben. Viele Netzwerker fragen sich, was eigentlich mit ihren Daten passiert.
Datenschützer bemängelten Sicherheitslücken bei Facebook und Co.
Bei der bislang größten Untersuchung zum Thema Datenschutz bei Facebook, StudiVZ, MySpace und Co. Anfang des Jahres 2010 vergab die Stiftung Warentest schlechte Noten. Bei acht der zehn geprüften Social Networks fanden die Tester "deutliche" oder gar "erhebliche" Mängel bei der Datensicherheit beziehungsweise dem Schutz der Privatsphäre. Vor allem die amerikanischen Plattformen fielen negativ auf. Einige Netzwerke setzen veraltete Cookies und machen keine Angaben zur Speicherdauer von IP-Adressen. Auch auf eine eingespielte Statusnachricht mit Mobbing-Charakter und die Meldung des betroffenen Nutzers reagierten die Portale nicht angemessen. Aufgrund vieler Proteste nahm das besonders in die Kritik geratene Facebook einige Neuerungen vor. Beispielsweise wurde die Navigation zur Enstellung der Privatsphäre vereinfacht. Dennoch gehen die Anpassungen vielen Datenschützern nicht weit genug.
Deutsche Datenschutzgesetze gelten nicht für Facebook
Zum enormen Wachstum von Facebook hat maßgeblich beigetragen, dass die amerikanischen Datenschutzbestimmungen lockerer gehandhabt werden als bei uns. Vieles, was Facebook macht, ist nach deutschem Recht eindeutig datenschutzwidrig. Beispiel: Wenn ein Nutzer seine Kontaktdaten vom Apple-Iphone zu Facebook überträgt, hat er später keine Möglichkeit mehr, diese wieder zu löschen. Facebook verwendet die Daten weiter, um Freundschaftsvorschläge für neue Nutzer zu generieren. Das Bewusstsein für Datenschatz ist in Deutschland vergleichsweise höher.
Was passiert mit privaten Daten nach Löschen des Profils?
Ein großes Problem ist die "Vorratsdatenspeicherung", die viele Plattformen betreiben. Einige Profilangaben wie Name, Geschlecht, Wohnort und Fanseiten werden beispielsweise von Facebook selbst nach Beendigung einer Mitgliedschaft gespeichert. Um in den Datenbanken nicht mehr gelistet zu werden, reicht es also nicht aus, sein Profil zu löschen.
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat Leitfäden zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken herausgegeben, darunter auch Tipps, wie Eltern ihre Kinder besser schützen können.
Jugendliche schützen ihre Daten besser als ältere Nutzer
Die Generation junger Internetnutzer ist mit Facebook, StudiVZ und Co. aufgewachsen und viele gehen verantwortungsbewusst mit ihren Daten in den Netzwerken um. Sie entscheiden bewusst, welche Informationen sie preisgeben und für wen sie ihre Profile freischalten. Fast die Hälfte aller StudiVZ Mitglieder hat die Sichtbarkeit ihres kompletten Profils ausschließlich für ihre Freunde freigegeben.
Ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Datenschutz haben auch die älteren Netzwerker der Generation 50+, allerdings hapert es hier oft an der Umsetzung. Viele ältere Nutzer wissen nicht, wie sie ihre Daten schützen können.
Facebook mittlerweile beliebter als StudiVZ
Das deutschsprachige StudiVZ verliert immer mehr Anhänger an Facebook, da man bei der amerikanischen Plattform die jeweilige Landessprache einstellen kann, aber bei der Freundessuche nicht auf nationale Grenzen beschränkt ist. Außerdem lockt Facebook mit vielen Spielen und Zusatzapplikationen. Nutzer können beispielsweise das eigene Profil individualisieren, Fotoalben und Videoclips mit Vorschaubild und Abspielfunktion auf der Pinnwand anzeigen lassen und - nach dem Vorbild des Twitterns - Statusnachrichten in Echtzeit an den Freundeskreis verschicken.
