
- Apple Iphone 4: Ein Werkzeug zum Daten sammeln? - Daniel Zanetti
Man findet sie im Alltagsleben überall: Die Rede ist von Smartphones mit Googles Android, Apples iOS oder Microsofts Windows 7 Phone-Betriebssystem. Einige lieben die kinderleichte Bedienung, andere erfreuen sich an deren Performance. Jedoch haben diese Geräte auch eine unangenehme Gemeinsamkeit: Das Datensammeln.
Die Methoden der Konzerne zum Sammeln der Daten
Den Anfang des Skandals machte man bei Apple aus, als zwei Forscher beim Durchforsten des Systems zufällig eine Datei mit dem Namen consolidated.db fanden. Die Datenbank enthält Standorte des Nutzers, die jeweils mit Zeitstempeln versehen sind. Die Datei wird laut Gamestar.de alle 12 Stunden an Apple gesendet, jedoch auf dem Gerät nicht gelöscht, sondern immer weiter vergrößert. Sogar beim Synchronisieren mit iTunes wird die Datei übertragen und unverschlüsselt auf dem PC gespeichert (sofern man das Backup nicht mit einem Passwort versieht). Auslesen kann man die Datei mit einem kleinen Programm namens iPhoneTracker. Es steht zum kostenlosen Download bereit und zeigt die zuvor gespeicherten Standorte auf einer Karte.
Google setzte den Skandal kurz darauf fort. Der Sicherheitsexperte Samy Kamkar fand bei einem HTC-Smartphone mit dem Android-Betriebssystem heraus, dass dieses in Abständen von wenigen Sekunden ähnliche Daten speichert und diese stündlich mehrmals an Google überträgt. Die Datenbank wird aber nicht ständig vergrößert, sondern der älteste Datensatz wird gelöscht, wenn ein neuer vorhanden ist.
Schließlich machte auch Microsoft mit seinem Windows 7 Phone-Betriebssystem negative Schlagzeilen, denn laut cnet News wird eine ID erstellt, die u.a. auch Längen- und Breitengrade aufzeichnet. Diese ID wird nicht gespeichert, sondern laut dem Artikel direkt an Microsoft gesendet.
Die Stellungnahmen von Apple, Google und Microsoft
Apple dementiert, dass die Standorte des jeweiligen Geräts protokolliert werden. Man betreibe nur eine Datenbank der WLAN-Hotspots und der Mobilfunkanlagen in der Nähe, um eine Standortbestimmung, die durch Applikationen durchgeführt wird, schnell durchführen zu können. Nur die Daten der WLAN-Hotspots und Mobilfunkanlagen würden dann anonymisiert an Apple gesendet. Apple gestand aber den Fehler ein, dass diese Daten bis zu einem Jahr und unverschlüsselt sowohl auf dem Gerät als auch auf dem Computer gespeichert werden würden. Im nächsten Update soll dies behoben werden. Eine Stellungnahme von Google und Microsoft sucht man (zurzeit) vergeblich.
Wie schützt man sich vor dem Sammeln?
Für die Apple-Geräte gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Sammelleidenschaft der Geräte einzuschränken:
- Aus dem Daten-Sammelprogramm aussteigen: Einfach mit einem iOS-Gerät folgende Website von Apple besuchen: https://oo.apple.com. Wichtig: Diese Maßnahme löscht nicht die bereits gesammelten Daten.
- iTunes Backup verschlüsseln: Diese Maßnahme erhöht die Sicherheit, damit Fremde nicht auf die Daten zugreifen können. Das Gerät muss dafür an den Computer angeschlossen werden. Danach öffnet man iTunes und wählt es an. Anschließend wird der Reiter "Übersicht" des Gerätes angewählt und ein Häkchen bei "iPhone-Backup verschlüsseln" bzw. "iPad-Backup verschlüsseln" gesetzt. Zum Schluss muss nur noch ein Passwort eingegeben und wiederholt werden.
- Daten löschen (funktioniert nur mit einem gejailbreakten Gerät): Dafür installiert man unter Cydia das Programm untrackerd. Nach der Installation sind die Daten automatisch gelöscht.
- Ortungsdienste ausschalten: Dies macht man unter "Einstellungen", wenn man den Regler bei "Ortungsdienste" auf "Aus" schiebt. Man verzichtet damit aber auch auf praktische Ortungsdienste wie beispielsweise Google Maps.
Quellen:
- Chip: i-Phone Tracker: Apple speichert alle Bewegungen
- Offizielle Stellungnahme von Apple zu den Vorwürfen
