
- Schreiber-Icon - Illustration: Friederike Rave
In der ersten Episode von "South Park" fordert Kyle seinen Bruder Ike (der sich gerade auf einer Laderampe eines Alien-Raumschiffes befindet) auf, eine Improvisation auf David Carusos Karriere zu machen, woraufhin das Baby nach unten springt. Gnadenlos wird hier von den Serienautoren auf den sensationellen Karriere-Absturz des Schauspielers Bezug genommen. Eine Karriere, die mit dem Serien-Erfolg "NYPD Blue" ihren ersten Höhepunkt ansteuerte, um dann vorerst im Nirwana der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Erst "CSI: Miami" bringt David Caruso wieder erfolgreich zurück ins Licht der Öffentlichkeit.
David Carusos erste Nebenrollen in A-Filmen
David Stephen Caruso wird am 7. Januar 1956 in Forest Hills Gardens, Queens, New York als Sohn einer Bibliothekarin und eines Zeitungs-Herausgebers geboren. Seine schmächtige Gestalt, sein Karotten-rotes Haar und ein blasser Teint bilden zwar einen hohen Wiedererkennungswert, zu den Attributen eines Hauptdarstellers zählen sich jedoch nicht. Die erste Rolle, mit der er die Kritik auf sich aufmerksam macht, ist die eines jungen Rekruten in dem Richard Gere-Film "Ein Offizier und ein Gentleman" (1982). Im selben Jahr sieht das Kinopublikum ihn auch in "Rambo" in der Rolle eines jungen Polizisten. Ein Rollenfach auf das sich Caruso im Laufe seiner Karriere spezialisieren wird. Mit dem Showrunner Stephen Boccho arbeitet Caruso das erste Mal am Set der Polizeiserie "Hill Street Blues" zusammen. Von 1981-1983 beeindruckt er hier in der wiederkehrenden Gastrolle eines charismatischen, irischen Bandenführers.
Routinejobs und die Zusammenarbeit mit Abel Ferrara
Die Anfangsjahre seiner Karriere werden jedoch bestimmt durch Nebenrollen in zweitklassigen Filmproduktionen oder schnell vergessende Arbeiten fürs Fernsehen. So sieht man ihn in dem Science-Fiction Horrorstreifen "Das Geheimnis der fliegenden Teufel" (1980) oder in Episodenrollen von Serien wie "Chips" oder "T.J. Hooker".
Seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Abel Ferrara beginnt mit dem Piloten der NBC-Krimiserie "Crime Story" (1986) und setzt sich fort mit den Filmen "Krieg in Chinatown" (1987) und "King of New York" (1990). Im Erstgenannten spielt er einen psychopatischen Gangster und in dem anderen einen sadistischen Polizisten, der versucht den Christopher Walken-Charakter vom Thron zu stürzen. Carusos Karriere dümpelt weiter vor sich hin und abgesehen von einer Nebenrolle in der gefloppten Bruce-Willis-Gaunerkomödie "Hudson Hawk" (1991) passiert in den folgenden drei Jahren karrieretechnisch nicht wirklich viel.
Erster Karrierehöhepunkt mit "NYPD Blue"
1993 fällt Caruso, der neben Robert de Niro und Bill Murray in der Krimikomödie "Sein Name war Mad Dog" zu sehen ist, den Produzenten der Serial "NYPD Blue" angenehm auf. Er bekommt die Hauptrolle in der Serie, die in der ersten Staffel noch ganz auf den von David Caruso verkörperten Polizisten John Kelly zugeschnitten ist. Mit dem Einsatz von wackeligen Kamerabildern, der unzensierten Wiedergabe von Alltagssprache, dem häufigen Zeigen von Gewaltanwendung durch die Polizei und freizügigen Sexszenen erweitert die Serie die Parameter ihres Genres. "NYPD Blue" wird zum Liebling der Kritik und des Publikums. Der TV Guide ernennt David Caruso zu einem der gefragtesten Newcomer der Fernsehsaison 1993-94. Die Zunft der Film-und Fernsehschaffenden zeichnet ihn für die Rolle schließlich mit einem Golden Globe aus.
David Caruso versucht sich erfolglos als Hauptdarsteller
Der nun ins Rampenlicht katapultierte Schauspieler kann mit dem plötzlichen Ruhm nicht umgehen. Davud Caruso gilt als schwierig bei seinen Schauspielerkollegen am Set. Mit dem Produzenten der Serie Stephen Boccho überwirft er sich. Dieser will seinen überhöhten Gagenforderungen nicht nachkommen. Der Streit der beiden wird auf den Titelseiten der Boulevardpresse ausgefochten und endet schließlich mit dem Rausschmiss von Caruso aus der Serie. Der ewige Nebendarsteller will nun in dem von ihm favorisierten Genre des Kriminalfilms Hauptdarsteller werden. Mit seinem ersten Film nach dem Serienrauschmiss, dem Remake des Film Noir "Kiss of death" (1995), kann er wenn auch nicht an den Kinokassen, doch die Kritiker überzeugen. Als ein Flopp auf ganzer Linie erweist sich dann allerdings der Nachfolge-Film "Jade" (1995).
David Carusos Karriere: Am Ende angelangt?
Geläutert versucht Caruso wieder im Fernsehgeschäft Fuß zu fassen als Produzent und Hauptdarsteller der Krimiserie "Michael Hayes". Doch das Publikum hat sich inzwischen von ihm abgewendet und bereits nach einer Staffel wird die Serie wieder eingestellt. Arbeit für ihn gibt es jetzt wieder nur in zweitklassigen Produktionen wie beispielsweise "Body Count – Flucht nach Miami" (1998) an der Seite von Linda Fiorentino. Dann verschwindet er für zwei ganze Jahre völlig von der Bildfläche. Erst im Jahr 2000 sieht man ihn dann wieder, u.a. in einer Nebenrolle in dem mit Russell Crowe und Meg Ryan besetzten Film "Lebenszeichen".
Happy End dank "CSI: Miami"
Doch das Schicksal meint es noch einmal gut mit dem Schauspieler, als er 2002 die Hauptrolle in der derzeit weltweit äußerst erfolgreichen Serie "CSI: Miami" annimmt, wo er den Horatio Caine spielt. Eine Figur, die mit dem Raushauen von One-Linern passend zur jeweiligen Situation und dem Aufsetzten seiner Sonnenbrille in der Mitte des Satzes schon bald zu einem favorisierten Objekt der Parodie wird. 2007 mimt Jim Carrey den Horatio in einer Ausgabe der Tonight-Show mit David Letterman. Diese Vorstellung soll David Caruso gefallen habe, so sagt man.
"CSI: Miami": Die 8. Staffel wird ab dem 8.März 2011 im Programm von RTL fortgesetzt.
