DEL 2011/2012: Zwischenbilanz nach dem zweiten Drittel – Top Six

Die DEL geht ins letzte Saisondrittel 2011/2012 - DEL
Die DEL geht ins letzte Saisondrittel 2011/2012 - DEL
Mit dem kommenden Spieltag endet das zweite Saisondrittel der Deutschen Eishockey Liga - Auf- und Absteiger und ein von vielen erwartetes Spitzen-Duo.

An der Spitze nichts Neues: Die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin ziehen weiter Ihre Kreise. Mit 66 Punkten aus 33 Spielen (Mannheim) und 64 Zählern aus 32 Partien (Berlin) stehen die beiden Teams zu Recht ganz vorne. Mannheim hat die meisten Tore in der Liga erzielt (115), mit Chris Lee den punktbesten Verteidiger der Liga und ist in der Effizienz bei Über- und Unterzahl unter den besten Teams der DEL. Dazu kommt mit Rückkehrer Niko Dimitrakos ein wichtiger Spieler hinzu, der die Adler weiter nach vorne bringen wird. Fünf Punkte aus fünf Spielen machen jedenfalls Appetit auf mehr und dürften ihren Teil zur Mini-Serie der Adler mit zuletzt drei Siegen in Folge beigetragen haben.

"Battle of Germany" um die Rekordmeisterschaft?

Die Eisbären Berlin haben nur zwei Treffer weniger auf ihrem Konto, stellen allerdings den zweitbesten Defensivverbund der Liga mit nur 77 Gegentoren. Zwei weitere große Pluspunkte der Eisbären: sieben Spieler haben mehr als 20 Punkte erzielt, 15 Spieler haben zweitstellig gepunktet, dazu verfügt man über das beste Powerplay der Liga. Und die Berliner haben nur eines von sieben Spielen in der Overtime oder im Shoot-Out verloren. Nervenstärke, ein starkes Überzahlspiel und mannschaftliche Geschlossenheit sind bekanntlich nicht die nicht schlechtesten Voraussetzungen für erfolgreiche Play-Offs, die dieses Jahr besonders interessant werden können. Kommt es zu einem Finale Mannheim-Berlin, würden die Teams im direkten Vergleich den Titel „DEL-Rekordmeister“ ausspielen. Bislang haben beide je fünf Meisterschaften geholt.

Die Hamburg Freezers und der ERC Ingolstadt: Zwei Verfolger mit Luft nach oben

Auf Platz drei steht der ERC Ingolstadt mit DEL-Topscorer Derek Hahn (37 Punkte), der nebenbei auch noch den besten Plus-Minus-Wert der Liga hat (+23). Die Tordifferenz der Panther von 109:89 ist sehr solide, ebenso wie die Torhüterwerte – so hat die Ingolstadts Nummer zwei Markus Janka bei elf Starts beachtliche 2 Shut-Outs eingefahren. Bei den Special Teams gibt es hingegen noch Luft nach oben: Weder im Über- noch im Unterzahlspiel gehört Ingolstadt zu den besten Mannschaften, was Trainer Rich Chernomaz mit Blick auf die Play-Offs nicht mit Freude beobachten wird. Andererseits war die Saturn-Arena mit zuletzt fünf Heimsiegen in Folge eine echte Festung.

Mit großer Freude dürfte hingegen Stephane Richer die Entwicklung in Hamburg beobachten. Tabellenplatz vier, mit Garrett Festerling, dem derzeit verletzten David Wolf und Ex-DSDS-Bewerber Jerome Flaake stehen drei junge Deutsche in der internen Scorerliste ganz vorne – und die Zuschauer strömen wieder in die heimische Arena. Mehr als 8000 Zuschauer sahen am vergangenen Dienstag den 2:0-Heimsieg der Freezers gegen München. Beim Spiel gegen den „Bruder-Club“ aus Berlin – beide Teams gehören zur Anschütz-Gruppe – meldete man sogar seit langer Zeit mal wieder ein ausverkauftes Haus.

Tristesse in Wolfsburg trotz guter Leistung, Euphorie in Straubing

Von solchen Zahlen können die Grizzly Adams Wolfsburg auf Platz vier nur träumen: Knapp über 2.000 Fans kommen im Schnitt zu den Heimspielen des amtierenden Vizemeisters und Hauptrundenersten der letzten Saison. Die sportliche Leistung stimmt jedoch: 76 Gegentore sind Liga-Bestwert, entsprechend liegt auch Torwart Dshunussow auf Platz drei beim Gegentorschnitt (2,17). Auch in der Offensive klappte es gut, Nationalspieler Kai Hospelt war einige Zeit der beste Punktesammler der Liga, fiel erst in der Spengler Cup-Pause zurück. Die Special Teams arbeiten insgesamt gut, beim Unterzahlspiel scheint es noch einen bisschen Verbesserungspotenzial zu geben. Mit Wolfsburg ist also auch in dieser Saison zu rechnen, auch wenn es leider (wieder) kaum einer sehen will.

Straubing erlebt dagegen eine echte Eishockey-Euphorie: Platz sechs, fast 5.000 Zuschauer im letzten Heimspiel, im Schnitt 4500 Besucher und die reelle Chance, sich erstmals direkt für die Play-Offs der DEL zu qualifizieren. Rückkehrer Matt Hussey ist mit 18 Treffern zudem bester Torschütze der Deutschen Eishockey Liga. Das Überzahlspiel könnte noch etwas effizienter werden – und Torwart Barry Brust muss seine Nerven in den Griff kriegen. Spätestens in den Play-Offs dürften ihm seine Aktionen, die ihm bisher 109 Strafminuten (!) einbrachten, nicht mehr verziehen werden.

Zwei Derbys im Viertelfinale?

Bliebe es bei derzeitigen Tabellensituation, gäbe es zwei sehr interessante Paarungen im Viertelfinale: Das Bayern-Derby Ingolstadt gegen Straubing und ein Nord-Duell Hamburg gegen Wolfsburg. Aber da Wolfsburg und Straubing punktgleich sind und noch ein Saisondrittel zu spielen ist, steht dahinter derzeit noch ein dickes Fragenzeichen.

Holger Neumann - Holger Neumann, 37, ist seit fast 20 Jahren passionierter Eishockey-Fan und beschäftigt sich beinahe ein Vierteljahrhundert intensiv ...

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