DEL-Saisonvorschau 2011/2012: Der EHC München

Keine leichte Saison 2011/2012 für den EHC - EHC München
Keine leichte Saison 2011/2012 für den EHC - EHC München
Der EHC München steht in der Saison 2011/2012 vor vielen Fragezeichen, denn es gab nur wenige Wechsel im Kader, die aber hatten es in sich.

„Die Familie EHC München hat Risse bekommen“, schrieb die Süddeutsche Zeitung im Sommer. Nach dem ehemaligen Iserlohner Ryan Ready hatte auch EHC-Rekordstürmer Mike Kompon trotz Zusage für die neue Saison um eine Vertragsauflösung gebeten. Hatte Manager Christian Winkler bei Ready schweren Herzens noch zugestimmt, um ihm die Chance zu geben, in seiner Heimat als Polizist zu arbeiten, waren die Gründe bei Kompon doch eher diffus. Entsprechend sauer sollen die Verantwortlichen gewesen sein. Von Sätzen wie „Wir können froh sein, dass wir den loshaben“ war auf einmal die Rede.

Das Team ist der Star

Dabei hatten die Münchner in der letzten Saison als verschworene Gemeinschaft für die Sensation in der DEL gesorgt: Als Aufsteiger von fast allen Experten als sicherer Letzter gehandelt, stürmten sie im Herbst 2010 an die Tabellenspitze, waren lange in den Play-Off-Rängen, weit vor Teams wie Mannheim oder Hamburg. Erst gegen Ende der Hauptrunde, als im ohnehin nicht sehr großen Kader der Münchner auch noch einige Leistungsträger verletzt fehlten, ging dem Zweitligameister von 2010 ein wenig die Luft aus und man rutschte noch aus den Top Six. In zwei äußerst engen Spielen unterlag der EHC München schließlich den Kölner Haien, die sich nach einem schwachen Saisonstart doch noch gefangen hatten und zudem konditionell wesentlich besser drauf waren als die ausgelaugten Münchner.

Nun gilt es also, einerseits die Abgänge zu kompensieren, andererseits aber auch den „Geist von München“ zu retten, der das kleine Budget so oft mit großem Herz ausgeglichen hat. Bei den Neuzugängen gelangen der EHC-Führung zwei echte Coups: Mit Jochen Reimer, offenbar auf der Durchreise zu seinem Bruder Patrick nach Düsseldorf, wo er nach dieser Saison DEG-Keeper Aubin nachfolgen soll, und dem ehemaligen DEL-Topscorer Jason Ulmer der Hannover Scorpions, der aus Wolfsburg in die bayerische Landeshauptstadt kommt, verpflichteten die Münchner zwei außergewöhnliche Spieler. Dazu kommen noch der solide Arbeiter Noah Clarke aus Augsburg und der gebürtige Tölzer Klaus Kathan. Den Torjäger zieht es zum Ende seiner Karriere wieder in heimische Gefilde. Die beiden schwedischen Verteidiger Jens Olsson und Johan Ejdepalm, der vor vier Jahren schon einmal für den EHC auf dem Eis stand, gehören nicht zu den spektakulären ihrer Zunft. Sie sollen ihren Job unauffällig und effektiv erledigen.

Mit den Stützen der letzten Saison und Teamgeist in die Play-Offs 2012

Da ansonsten das Gerüst der letztjährigen Mannschaft wie Routinier Stéphane Julien, der ehemalige Nürnberger Felix Petermann, der „Rookies des Jahres“ Martin Buchwieser, Kämpfer Bryan Adams und der überragende Eric Schneider zusammengeblieben ist, könnte dem Team wieder einiges zuzutrauen sein - wenn, ja wenn der Teamgeist stimmt und Pat Cortina es auch in dieser Saison wieder schafft, eine verschworene Gemeinschaft zu formen, die andere Teams mit dickerem Portemonnaie mehr als nur ein bisschen ärgert.

Dennoch wäre die Qualifikation für die Pre-Play-Offs ein toller Erfolg für die Münchner. Und wenn sie in diesem Jahr von Verletzungen einigermaßen verschont bleiben, geht dann sicher auch ein bisschen mehr als in der letzten Saison.

Holger Neumann - Holger Neumann, 37, ist seit fast 20 Jahren passionierter Eishockey-Fan und beschäftigt sich beinahe ein Vierteljahrhundert intensiv ...

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