DEG-Sportdirektor Lance Nethery ist seit seiner Mannheimer Zeitein Freund der offenen Worte – doch auch er konnte in diesem Frühjahr den Zuschauerschwund im heimischen ISS Dome während der abgelaufenen Saison nicht so recht erklären. Dabei spielte das Team bisweilen sehr attraktives und vor allem auch erfolgreiches Eishockey: Erst im Halbfinale scheiterte man an den Eisbären von Jeff Tomlinsons langjährigem Chef auf der Berliner Trainerbank, Don Jackson. Und in den letzten sechs Jahren war nur einmal im Viertelfinale Endstation für die Düsseldorfer, ansonsten ging es immer mindestens bis ins Halbfinale.
Mit neuem Schwung und bekannten Gesichtern die Fanherzen erobern
Nachdem aber nun der Hauptsponsor und Namensgeber Metro seinen Rückzug nach der kommenden Saison bereits angekündigt hat, gehen die Verantwortlichen offenbar auf’s Ganze. Noch offensiver, noch attraktiver und noch erfolgreicher sollen, ja müssen die Rot-Gelben in der Saison 2011/2012 auftreten: Die Formel ist so einfach wie sie schwierig in der Umsetzung sein wird: mehr Erfolg gleich mehr Zuschauer, mehr Zuschauer gleich mehr Sponsoreninteresse. Da kann man nur sagen: Glück auf, DEG!
Auch die Identifikation mit den Fans möchten die Verantwortlichen stärken. Ein Bereich, der bislang fast ausschließlich das Revier des Ur-Düsseldorfers und Aushängeschild des Clubs, Daniel Kreutzer, war. Hier könnten nun auch andere Spieler wie die beiden Ex-Augsburger Tyler Beechey und Connor James in den Fokus der Anhänger rücken: Aber das geht eben nicht, wenn man nur ein oder zwei Jahre für das Team spielt.
Auch ohne Rob Collins: Es ist einiges möglich
Deswegen dürfte der Abgang von Center Rob Collins nach Hamburg die DEG besonders schmerzen: Seine Leistungen waren hervorragend und er hatte vergleichsweise lange am Rhein gespielt. Neuzugang Jeff Ulmer war bei seinen bisherigen Deutschland-Stationen zwar vom Scoring her ähnlich effektiv, spielt aber auf der Außenposition. Es bleibt also abzuwarten, wie Tomlinson dies lösen wird. Er habe aber „mindestens sechs Varianten für die Reihenzusammenstellung“ im Kopf, sagte er der Fachzeitschrift Eishockey-News vor der Saison.
Worauf sich Fans und Management aber freuen können: Die Mischung aus alten und jungen Spielern scheint zu stimmen bei der DEG, die Mannschaft ist zudem gut eingespielt und dürfte, nachdem man zuletzt relativ nah dran am großen Wurf war, einigermaßen hungrig auf Titel sein – insofern erscheint eine sportlich erfolgreiche Saison durchaus möglich. Wenn alles optimal läuft, ist sogar der Finaleinzug durchaus drin.
Fraglich ist einzig, wie die Spieler mit dem Druck, Erfolg haben zu müssen, umgehen werden – gerade in Phasen, in denen es mal nicht rund läuft. Aber auch dafür hat Jeff Tomlinson sicher bereits einige Lösungen durchgespielt.
