DEL-Saisonvorschau 2011/2012: Die Thomas Sabo Ice Tigers

Soll die IceTigers-Saison retten: Peter Draisaitl - Thomas Sabo Ice Tigers
Soll die IceTigers-Saison retten: Peter Draisaitl - Thomas Sabo Ice Tigers
In der Saison 2011/2012 möchten die Ice Tigers die enttäuschende letzte Saision vergessen machen - dabei kennen die Verantwortlichen keine Geduld.

„Früh die Nerven verloren“ schrieb ein deutscher Eishockeykommentator kürzlich auf seiner Facebook-Seite über die erste Trainerentlassung der gerade mal drei Spieltage alten Saison 2011/2012 der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Manager Lorenz Funk entließ Andreas Brockmann, seinen alten Tölzer Spezi. Nach einem schwachen Saisonabschluss 2011, der in dem sang- und klanglosen Ausscheiden gegen die Adler Mannheim endete – und sich Anfang der neuen Spielzeit exakt so fortzusetzen drohte. Mit dem 2:8 im bayerischen Derby gegen Ingolstadt war schließlich Schluss.

Drasaitl übernimmt eine offenbar verunsicherte Mannschaft - jedoch mit namhaften Neuzugängen

Ob es tatsächlich die Leeb-Brüder waren, die laut hockeyweb.de gegen den Trainer gearbeitet haben sollen, wird sich wohl nicht abschließend klären lassen, aber klar ist: Das Arbeitsklima stimmte zuletzt nicht mehr. Nun übernimmt mit dem längjährigen KEC-Profi Peter Draisaitl der frühere Coach des EV Ravensburg, den er in der letzten Saison zur Meisterschaft in der Zweiten Liga führte.

Dabei ließ sich das alles ganz gut an im Sommer. Mit Pollock und Butenschön kamen zwei erfahrene, äußerst unterschiedliche Spieler aus Mannheim nach Nürnberg: der Defensivkünstler Butenschön und der Scharfschütze Pollock. Dazu verpflichtete man vom Vizemeister Wolfsburg den kompromisslosen Paul Traynor, der zudem ein echter Antreiber und Wortführer ist. Im Sturm gab es lediglich zwei Abgänge, die noch dazu mit dem aus Iserlohn gekommenen Shane Joseph und dem ehemaligen Augsburger Chris Collins, der zuletzt beim Farmteam der Pittsburgh Penguins in der AHL aktiv war, gut ersetzt schienen. Jan Benda soll außerdem den Ausfall des verletzten Ryan Bajda kompensieren. Die jungen Spieler wie Ehliz, Oblinger oder Fischhaber haben sich weiterentwickelt, der Ex-Krefelder Adrian Grygiel stellte einen persönlichen Punkterekord auf, der frühere Straubinger Eric Chouinard war zeitweise äußerst effektiver Alleinunterhalter in der Nürnberger Offensive. Mit Barta, Aab und Frosch blieben etablierte Kräfte an Bord.

Die Pre-Play-Offs: Das Minimalziel als Maximum

Und im Tor leisten sich die IceTigers – ähnlich wie Meister Eisbären Berlin – sogar den Luxus, einen ausländischen Torhüter zu haben, der nicht als Nummer eins eingeplant ist: Tyler Moss, aus Hannover nach Nürnberg gewechselt. Er soll Druck auf Patrick Ehelechner, das Gesicht des Clubs, ausüben.

Jetzt geht die Saison für die IceTigers also von vorne los – die Tabelle aber müssen sie von hinten aufrollen. Ob das gelingt, erscheint nach diesem Saisonauftakt nicht sehr wahrscheinlich, ist aber eben auch nicht ausgeschlossen. Dennoch wäre die Qualifikation für die Pre-Play-Offs ein großer Erfolg, denn auch das erste Spiel unter Draisaitl ging verloren. Die IceTigers bleiben ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von -14 das Schlusslicht der Liga.

Holger Neumann - Holger Neumann, 37, ist seit fast 20 Jahren passionierter Eishockey-Fan und beschäftigt sich beinahe ein Vierteljahrhundert intensiv ...

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