Dem Hunger in der Welt die rote Karte zeigen

Fußballer gegen Welthunger - kabinenpredigt.de
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Fußballstars fordern am Wochenende 23./24. Oktober ihre Fans in 157 Stadien Europas zur Unterzeichnung einer Petition gegen den Hunger auf.

Mit leuchtend gelben Trillerpfeifen werden am kommenden Wochenende (23./24. Oktober 2010) Fußballprofis, Trainer und Schiedsrichter aus 314 europäischen Clubs ihre Fans in 157 Stadien zur Unterzeichnung einer Petition auffordern, die auf die Regierungen Druck ausübt, der Beseitigung des Hungers in der Welt höchste Priorität einzuräumen.

Mit gelben Trillerpfeifen auf das Leiden aufmerksam machen

Gegenwärtig leiden weltweit 925 Millionen Menschen täglich an Hunger, was die europäischen Profifußball-Ligen zum Anlass nehmen, dieser Misere die rote Karte zu zeigen. Das geschieht im Rahmen der globalen „Eine-Milliarde-Hungrige“-Hilfsaktion der Welt-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). Symbolisch für die Kampagne sind lautstarke Triller aus gelben Schiedsrichter-Pfeifen als Zeichen dafür, das verbreitete Leiden an chronischem Hunger zu unterbinden. Laut FAO haben bisher 1,5 Millionen Menschen die Petition unterschrieben.

Die Einbeziehung der russischen Fußballföderation macht den diesjährigen Spieltag gegen Hunger zu einem echten pan-europäischen Ereignis. In Spanien werden alle Profis wie der Gewinner des goldenen Balls der letzten Weltmeisterschaft, Diego Forlan aus Uruguay, der spanische Weltmeister-Torhüter Iker Casillas oder der argentinische Weltklassestürmer Lionel Messi in einem T-shirt mit dem Symbol der Anti-Hunger-Kampagne auf dem Spielfeld auflaufen und dabei kräftig in die gelben Trillerpfeifen blasen.

Für Anti-Hunger Kampagne: Signierter Ball im Spiel der Bayern gegen den HSV

In Italien tragen alle Mannschaftskapitäne und die Referees die gelben Pfeifen. Bei den Spielen in den Niederlanden und beim Match der Münchner Bayern gegen den Hamburger SV werden alle Kicker ihr Autogramm auf einen Spielball setzen und die Schiedsrichter das Spiel mit der gelben Pfeife anpfeifen und diese auch über das gesamte Duell hinweg einsetzen.

Die Aktion der Fußballer gegen den Hunger in der Welt ist ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit von Sportverbänden, Mannschaften und Spielern mit Organisationen der Vereinten Nationen (UNO), um deren humanitäre Vorhaben zu fördern.

Am 16. Oktober wurde der jährliche Welt-Ernährungstag begangen, der für fast ein Sechstel der Erdenbewohner nur ein weiterer Tag ohne ausreichende Nahrung war. Obwohl in diesem Jahr die Zahl der Hungernden von über einer Milliarde im Jahr 2009 auf 925 Millionen zurück ging, wird deutlich, dass die Bereitstellung mit Nahrungsmitteln nicht ausreicht, um die Grundversorgung der anfälligsten Mitglieder unserer Gesellschaften zu versorgen.

Kampf gegen Hunger als oberstes Millenniumsziel

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erinnerte aus diesem Anlass daran, dass die Reduzierung der Zahl hungernder Menschen um die Hälfte bis zum Jahr 2015 das vorrangige Millenniums-Entwicklungsziel und damit ein Grundpfeiler für das Erreichen der übrigen Ziele bleibt. „Wenn die Menschen an Hunger leiden, dann können sie die lähmenden Ketten der Armut nicht zerbrechen und bleiben verwundbar durch Infektionskrankheiten. Wenn Kinder hungern, dann können sie nicht gesund aufwachsen, lernen und sich entwickeln“, sagte Ban.

Allein in diesem Jahr sind Millionen lebensgefährlichen Hungersnöten durch das Erdbeben in Haiti, die Trockenheit in der Sahelzone oder die Fluten in Pakistan ausgesetzt. Auch haben die Nahrungsmittel- und Finanzkrise weiterhin eine verheerende Auswirkung auf die Schwächsten in der Welt, denn die Preise für Nahrungsgüter bleiben unberechenbar und erreichten erst kürzlich ein Zwei-Jahres-Hoch.

Versprechungen reicher Staaten folgen zu wenig Taten

Bereits zu lange haben die reichen Staaten nur versprochen, die Armut zu bekämpfen, aber ihren blumigen Worten kaum Taten folgen lassen. Natürlich hat es einige Fortschritte gegeben und Millionen von Menschenleben wurden gerettet. Doch weitere Millionen könnten am Leben bleiben, wenn die Regierungen ernsthaft um die Erfüllung der Millenniumsziele ringen. Im Moment sieht es danach aus, als könnten die Staatsführer ihre bereits reduzierten Versprechen für 2015 nicht halten. „Das heisst, sie werden dafür verantwortlich sein, dass Jahr für Jahr das unnötige Sterben von Millionen Menschen zugelassen wird“, wie es Peter Singer in einem Leitartikel der ägyptischen Zeitung Daily News schrieb.

Der Autor an der UNO-Mission in Sierra Leone, Foto: UNIOSIL

Christian Holger Strohmann - Mehr als 20 Jahre lang habe ich für die Vereinten Nationen (United Nations Organisation - UNO) auf allen Kontinenten als Journalist, ...

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