Demografischer Wandel - KPV Nordfriesland sucht nach Lösungen

Wohin geht unsere Gesellschaft? - Wiebke Hilgers-Weber
Wohin geht unsere Gesellschaft? - Wiebke Hilgers-Weber
Hinreichend bekannt ist, dass sich in Deutschland ein "demografischer Wandel" vollzieht. Die KPV Nordfriesland sucht ganz gezielt nach Lösungen.

Wie wird es weitergehen mit unserer Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat es, dass immer weniger Babys geboren werden und immer mehr Menschen älter werden? Warum reden alle von der Notwendigkeit, dass Deutschland ein Einwanderungsland sein soll? Welche Chancen und Risiken haben diese Entwicklungen? Ja, warum ist das überhaupt ein politisches Thema?

Nordfriesland wurde von der Bundesregierung zur Modellregion ernannt

Diese Fragen diskutiert die KPV Nordfriesland in ihren Gesprächsrunden bereits seit sechs Jahren, besonders intensiv aber, seit der Kreis vor zwei Jahren von der Bundesregierung zur Modellregion ernannt worden ist. "Seitdem beschäftigen wir uns gezielt mit den Folgen des demografischen Wandels gerade in unserer Region", berichtet deren Vorsitzender Christian Schmidt.

Die Kommunalpolitische Vereinigung ist zwar von der CDU bestimmt, offen ist sie aber für jedes interessierte Mitglied aus der Verwaltung in den unterschiedlichsten Bereichen. Schmidt: "Wir wollen möglichst breitgefächert arbeiten und zu guten, nachhaltigen Ergebnissen kommen, mit denen wir auf absehbare Dauer arbeiten können."

Für den 10. September ist ein großer Bildungs- und Schulworkshop geplant

Um das zu erreichen, ist als Nächstes ein Kommunalkongress im Nordsee-Congress-Centrum in Husum geplant: "Wir werden am 10. September einen großen Workshop zum Thema Schule und Bildung veranstalten, da das die gravierendsten Veränderungen auf Grund des demografischen Wandels mit sich bringt. Fragen bezüglich der KiTa und ihrer Erziehungsziele, der Schulreformen und -bedingungen, Bildungsangebote für jedermann, doch natürlich ist uns auch die Einbeziehung von Best Ager und SeniorInnen sehr wichtig."

Generationshäuser in den Großstädten, Generationsdörfer und -städte in der NF-Region

Gerade heutzutage, sagt der 31-jährige Fraktionsgeschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion, sollten die Generationen besonders stark zusammenwachsen und einander helfen und austauschen: "Was in den Großstädten die Generationshäuser, könnten bei uns die Generationsstädte und -dörfer sein", überlegt Christian Schmidt. Er selbst, so erzählt er, würde in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister von Bredstedt häufig in Seniorenheime eingeladen und würde da von den Problemen der Bewohner erfahren, was ihn oft nachdenklich macht: "Wir müssen für jeden da sein und uns um jeden Einzelnen kümmern."

Als guten Ansatz betrachtet die KPV jetzt das Thema Schule und Bildung als großen Einstieg mit unterschiedlichsten Fachbereichen, Christian Schmidt dazu: "Wenn wir hier ein gutes Ergebnis erzielen, sind wir schon einen guten Schritt weiter, um Bildung für alle zu ermöglichen. Uns geht es bei dem Kommunalkongress insbesondere darum, dass auf der Basis des Masterplans Daseinsvorsorge in den Gemeinden und Ämtern zukunftsorientierte 'demografiefeste' Entscheidungen vorbereitet werden können. Dazu laden wir alle Entscheidungsträger und Interessierte ein."

Jetzt möglich: mit dem Bildungspaket in den Bredstedter Tennisclub

Wie ernst es der Bredstedter Stadtvertreter meint, beweist sein soziales Engagement: Erst kürzlich sorgte er dafür, dass der Tennisclub seiner Heimatstadt jetzt zur Wahrnehmung des Bildungspakets aufrief, damit jedes Kind und jeder Jugendliche den Weißen Sport ohne Ausnahme erlernen kann. Sein Fazit: "Wer sich seinen Wunsch erfüllen kann, ist glücklich, schreibt bessere Noten in der Schule und hat eine bessere Zukunft!"

Auch MigrantInnen werden in die Überlegungen miteinbezogen

Ein Thema auf dem Kongress werden natürlich auch der Zuzug und die Stellung von Migranten in Deutschland sein. Sie sind keine Randgruppe, schon längst sind Migranten Bestandteil unserer Gesellschaft, und es werden noch weitaus mehr kommen: Mit 200.000 Neubürgern wird allein in diesem Jahr gerechnet, viele mit wenigen oder gar keinen Deutschkenntnissen. Sie brauchen besonders engagiert die Unterstützung unserer Gesellschaft.

"Wir arbeiten alle gemeinsam an einer guten Zukunft für uns alle"

Christian Schmidt ist sich sicher: "Die Nordfriesen sind als freundlich und hilfsbereit bekannt und wollen, dass sich jeder bei uns wohlfühlt, egal, ob er Einheimischer oder Zugereister ist, Migrant oder nicht, alt oder jung, Frau oder Mann, Kind oder Erwachsener - wir arbeiten alle gemeinsam an einer guten Zukunft für uns alle."

Wiebke Hilgers-Weber, Wiebke Hilgers-Weber

Wiebke Hilgers-Weber - Ja, ich liebe meinen Beruf als Journalistin und Autorin sehr. Alles, was mit Menschen zu tun, interessiert mich: Wer sie sind, was sie ...

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