
- Biikebrennen auf Sylt, Föhr und Amrum - C. Fischer / Pixelio.de
Alljährlich findet am 21. Februar eines jeden Jahres in Nordfriesland traditionell das Biikebrennen statt. Biike ist das friesische Wort für "Feuerzeichen". Am Vorabend des Petritages - Petrus ist der Schutzpatron der Fischer - finden überall in Nordfriesland Volksfeste statt.
Vor allen Dingen auf den nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr und Amrum, den Halligen und an der Küste wird mit gewaltigen Feuern und mit Essen, Trinken und Tanz einen Monat vor dem kalendermäßigen Frühlingsanfang der Winter vertrieben. Auch auf den dänischen Inseln im Wattenmeer ist das Biikebrennen als Pers awten oder Pers aften (Peters Abend) bekannt. Zu Ehren des Schutzpatrons der Fischer war der Petritag früher auch der „Thingtag“, der Gerichtstag, damit zu Beginn der Saison "alles geregelt" war.
Biikebrennen in Nordfriesland: Vor allem auf Sylt, Föhr und Amrum bis heute gelebte, uralte Tradition
Das Biikebrennen, wie es heute noch auf Sylt, Föhr, Amrum und weiteren Teilen Nordfrieslands gefeiert wird, ist heidnischen Ursprungs. Schon vor 2.000 Jahren sollte das Feuer den Gott Wotan gnädig stimmen und die ungeliebte eisige Jahreszeit beenden. Aber auch nach der Christianisierung hat sich das Biikebrennen in Nordfriesland erhalten und die Feuer leuchteten weit über die See. Seit dem 17. Jahrhundert war die Biike der Abschiedsgruß für die nordfriesischen Walfänger, die nach einem langen Winter wieder aufs Meer fuhren. Das Biikebrennen hatte aber auch einen praktischen Zweck: Die Feuer dienten den auslaufenden Schiffen als Orientierungspunkte. Der Beginn der Walfangsaison hing in Nordfriesland mit einem Beschluss der Hansestädte aus dem Jahre 1403 zusammen. Schifffahrt und Walfang sollten zwischen Martini (11. November) und St. Petri (22. Februar) ruhen.
Mit dem Biikebrennen verabschiedeten sich die an Land zurückbleibenden Frauen aber vermutlich nicht nur von ihren Männern. Einer Sylter Legende nach diente das Biikebrennen auch als Zeichen für die Männer auf dem Festland, dass die Frauen nun wieder allein waren und Hilfe bei der Arbeit auf den Höfen und "anderen Dingen" benötigten.
Heute ist das Biikebrennen in Nordfriesland beliebter denn je. Ähnlich wie bei den Osterfeuern überall in Deutschland gibt es es beim Biikebrennen auf den Inseln Sylt, Föhr und Amrum den Brauch, in den Nachbardörfern vorzeitig und unbemerkt die Feuer zu entzünden.
Biikebrennen auf Sylt - ein Volksfest in Nordfriesland
Auf Sylt hält noch heute vor dem Entzünden der Biike der Pastor oder der Bürgermeister eine Ansprache auf Sylter Friesisch. Sie endet traditionell mit den Worten "maaki di biiki ön" ( macht die biike an). Das Biikebrennen ist ein Volksfest in Nordfriesland, das von den Einwohner der Gemeinde gemeinsam organisiert wird. So sammeln Konfirmanden schon Wochen vorher für das Biikebrennen am Strand Holz, Reisig und brennbares Strandgut, aus dem die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr die großen Holzstapel errichten. Später am Feuer wird zusammen Punsch getrunken.
Die Gastronomie in Nordfriesland bietet zum Biikebrennen traditionell "Grünkohl satt" mit Kasseler und Schweinebacke an. Vereinzelt wird das Biikebrennen auch zum Anlaß genommen, aus dem Erlös des Getränkeverkaufs notwendige Maßnahmen wie zum Beispiel Reparaturarbeiten an Küstenschutzeinrichtungen mit zu finanzieren.
Biikebrennen 2012 in Nordfriesland: Orte und Uhrzeiten
Ganz traditionell gefeiert wird das Biikebrennen auf den schleswig-holsteinischen Nordseeinseln Sylt, Föhr und Amrum, aber auch auf Nordstrand, Eiderstedt und auf dem Festland in der Gegend um Husum und Niebüll. Über die jeweiligen Tourismusorganisationen sind Pauschalangebote für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel zu buchen.
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