Den Hund vor Hitze schützen

Vierbeiner schwitzen nicht: Ihre Zunge fungiert als Thermoregulator

Immer schön hecheln ist das Motto für Hunde bei Hitze: Sie regeln ihre Körpertemperatur über den Atmungstrakt, in erster Linie über die Zunge.

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Kaum genießen Mensch und Tier die ersten sommerlich-heißen Tage, schon gibt es Notfallmeldungen über Hunde, die in letzter Minute aus heißen Auto befreit werden mussten. Trotz wiederholter Warnungen von Medizinern und Tierschützern scheinen sich die Gesundheitsgefahren, die Vierbeinern durch Überhitzung drohen, noch nicht zu allen Haltern herumgesprochen haben.

Der schnelle Weg der Sonne

Manche bedenken nicht den schnellen Weg der Sonne am Himmel, der binnen weniger Minuten einen schattig-kühlen in einen von der prallen Sonne aufgeheizten Fahrzeuginnenraum verwandeln kann. Andere machen sich nicht klar, dass schon der Sonnenstand im Mai etwa dem im Juli entspricht - des Hochsommers also!

Tierschutzverbände appellieren denn auch jedes Jahr aufs Neue: Den vierbeinigen Freund in der warmen Jahreshälfte im Auto zu lassen – und sei es nur für kurze Zeit und bei geöffneten Fenstern – sollte für verantwortungsvolle Hundefreunde tabu sein! Hunde können nämlich nicht schwitzen wie wir Menschen, ein Hitzschlag darum schnell eintreten – bis hin zum tödlichen Kollaps.

Immer schön hecheln ...

Denn beim Hund erfolgt die Regulierung der Körperwärme über den Atmungstrakt: Die Tiere atmen (kühlere) Außenluft ein und die im Körper erwärmte Luft über den Fang aus. Die Zunge fungiert, durch die Verdunstung von Feuchtigkeit (Speichel), gewissermaßen als Thermoregulator. Je schneller der Hund atmet, umso schneller sinkt auch die Körpertemperatur. Hecheln, wie es auch bei Anstrengung geschieht, ist darum ein gesunder Mechanismus des Hundekörpers.

Allerdings funktioniert dieses Prinzip nur, solange die Körpertemperatur höher ist als die der Außenluft. Tritt der umgekehrte Fall ein – was im Innenraum von Autos schnell geschehen kann – droht ein Hitzschlag. Dass Gefahr im Verzug ist, erkennt man an verstärktem Hecheln, beschleunigtem Puls, erhöhter Körpertemperatur, Speicheln und eventuell stark geröteten Schleimhäuten. Ist der Notfall eingetreten, sollte man den Hund zunächst behutsam mit feuchten Tüchern kühlen und so schnell wie möglich zur Kreislaufstabilisierung zum Tierarzt bringen.

Wissen sollte man in diesem Zusammenhang allerdings, dass schon die reguläre Körpertemperatur von Vier- deutlich über der von Zweibeinern liegt: bei je nach Größe und Alter zwischen 37,5 und 38,5 Grad, bei Welpen sogar um im Schnitt ein Grad mehr. Gemessen wird die Körpertemperatur beim Hund übrigens rektal mit einem marktüblichen Fieberthermometer.

Schattiges Plätzchen gefragt

Aber wer will es schon so weit kommen lassen? Vorbeugung ist darum Trumpf, auch im sonstigen Somer-Alltag. Denn nicht wenige Hunde, besonders große, schwere Rassen mit dickem Fell, haben bei hohen Temperaturen, insbesondere bei schnellem Witterungswechsel, ohnehin zu kämpfen. Ihre Menschen sollten ihnen darum in der warmen Jahreszeit das Leben erleichtern, indem sie ihnen ein schattiges, gut belüftetes (aber nicht zugiges!) Plätzchen frei- und stets frisches Trinkwasser bereithalten sowie Anstrengungen wie Spiel, Sport und lange Gassigänge auf die Morgen- und Abendstunden legen.

Heike Wells, Heike Wells

Heike Wells - Heike Wells, geboren 1957 im Rheinland, lebt heute an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und arbeitet als freie Journalistin ...

rss