Den Komposthaufen umsetzen

Kompost im Garten ist wieder in. Doch ist das Umsetzen von Gartenkompost anstrengend. Oft ist diese Arbeit gar nicht nötig.

Kompost wird wieder öfter in den Gärten selbst hergestellt, als es vor einigen Jahren noch der Fall war. Stück für Stück haben sich die Hobby- und Freizeitgärtner auf traditionelle Anbaumethoden zurück besonnen. Chemische Düngemittel sind leicht zu handhaben. Die Tüte aufgeschnitten und das Granulat verteilt. Kompost macht mehr Arbeit, ist aber für die meisten Anwendungen in einem gesunden Garten ausreichend.Und er ist billig, nämlich umsonst.

Kompost macht Arbeit

Selbst zu kompostieren ist leider mit etwas mehr Aufwand verbunden, als die chemische Keule im Garten zu schwingen und alle Abfälle jede Woche zur Müllhalde zu fahren. Wenn man Glück hat, wissen die Leute dort wenigstens mit den wertvollen Abfällen etwas anzufangen.

Zum einen ist das Anlegen des Komposthaufens mit Arbeit und ein wenig Überlegung verbunden. Andererseits muss der Haufen auch noch gepflegt werden. Mit Abstand ist das Umsetzen des Haufens der aufwändigste Teil der Kompostpflege.

Es geht um Luft und Mischung

Das Umsetzen bringt vor allem eines in den Komposthaufen: Luft. Der Kompost braucht Luft, um die Abfälle gut verrotten zu lassen. Ohne ausreichende Durchlüftung fängt der Kompost an zu gären und es entsteht abgesehen von Gestank auf jeden Fall kein Humus, den der Garten dringend braucht. Mit dem Umschaufeln des Haufens kommt genau diese wieder in das Material. Sind einige Anteile miteinander verklebt, dann können diese Stellen aufgelockert und mit Luft versorgt werden. Denn Verrottung braucht Luft.

Mit dem Umsetzen wird der ganze halb verrottete Kompost gemischt. Grobe Anteile, die für Struktur und Auflockerung sorgen, werden wieder unter die feinkrümeligen Elemente des Komposts gebracht. Das Umwälzen sorgt für eine neue Melange, die dem Verrotten noch einmal einen richtigen Anschub gibt.

Gut angelegte Komposthaufen müssen nicht umgesetzt werden

Wird mit Sorgfalt der Komposthaufen angelegt, erspart man sich die Arbeit. Denn beim Umsetzen muss das Innerste nach außen gekehrt werden und das Äußere in die Mitte des umgesetzten Haufens kommen. Viel Handarbeit mit der Schaufel ist nötig, um genau das zu erreichen.

Wenn der Gartenkompost mit Bedacht aufgeschichtet wird, hat die Verrottung so optimale Bedingungen, dass die leidige Arbeit des Umsetzens nicht mehr sein muss.

Es hängt also davon ab, wie der Komposthaufen gestaltet wird

Wichtig ist die Vielfalt, die auf den Haufen kommt. Neben den Gartenunkräutern, die vom Jäten übrig bleiben, müssen unbedingt Materialien auf den Haufen, die eine lockernde Struktur im Kompost schaffen. Dünne Zweige, ein wenig zerschnitten oder noch besser gehäckselt, sind ideal. Selbstverständlich abgeschnittene Triebe krautiger Stauden, Reisig, und immer wieder eine oder zwei Schaufeln fertigen Komposts, um die Besiedelung mit Mikroorganismen zu erleichtern.

Die Unkräuter, abgeschnittene Blüten und Küchenabfälle sind feinere Materialien, die durch die groben Zweige usw. leichter Luft bekommen und verrotten können.

Als Faustregel hat sich bewährt, im Kompost nie eine Sorte zu eng beieinander liegen zu lassen. Immer alles schön verteilen, dann klappt es gut und die Arbeit des Umsetzens kann man sich sparen.

Zusammenpressen ist nicht erlaubt

Auf gar keinen Fall darf der fertige Haufen zusammengepresst werden. Auch wenn die Versuchung groß ist, die Zweige und Stängel mit einigen kräftigen Tritten klein zu machen, um noch ein wenig Platz zu schaffen. All' das ist falsch. Der Kompost verliert Luft, die Verrottung kann nicht optimal in Gang kommen. Jede Gärtnerin, jeder Gärtner, der auf seinem Haufen herumhüpft, als wollte er Wein daraus machen, muss sich im Winter das Umsetzen des Haufens fest im Kalender vermerken. Wer sich aber an die Kompostregeln hält, kann die Füße hochlegen und den anderen zuschauen, wie sie ihre schlecht verrotteten Haufen umschaufeln.

Ullrich Marian Schrempf - Ullrich Marian Schrempf, 41 Jahre, wurde über den zweiten Bildungsweg Jurist. Als Dozent und freier Journalist arbeitet er vor allem ...

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